Galeristin Marian Goodman verstorben

26. Januar 2026 · Galerien & Auktionshäuser

Die New Yorker Galeristin Marian Goodman ist am 22. Januar 2026 im Alter von 97 Jahren friedlich eines natürlichen Todes verstorben, wie ihre Familie und die Galerie verlautbaren lassen.

Marian Goodman, geborene Geller, zeichnete sich als leidenschaftliche Fürsprecherin der von ihr vertretenen Künstler*innen aus und setzte sich unerschütterlich für bedeutende und anspruchsvolle Werke ein. Indem sie dem US-amerikanischem Publikum insbesondere bedeutende europäische Avantgarde-Künstler*innen vorstellte, ebnete sie den Weg für nachfolgende Künstler*innengenerationen und prägte den Kunstmarkt auf entscheidende Weise.

Ihre Galerie eröffnete die 1928 geborene Marian Goodman Ende 1977 in New York City als eine der ersten Frauen in der kommerziellen Kunstwelt. Zuvor war sie in den 1960er-Jahren Mitbegründerin des Kunstverlags „Multiples, Inc.“. Ihre Galerie war bereits zu Beginn geprägt durch ein transatlantisch angelegtes, innovatives Programm, das amerikanische und europäische Künstler*innen in Dialog brachte. So holte sie beispielsweise Künstler wie Gerhard Richter, Joseph Beuys und Marcel Broodthaers in die USA und machte sie dort bekannt. Im Laufe der Zeit vertrat Marian Goodman in ihrer Galerie zahlreiche namhafte Künstler*innen, wie Steve McQueen, Thomas Struth, Pierre Huyghe, Thomas Schütte, Lothar Baumgarten, Tony Cragg, Richard Deacon, Tacita Dean, Christian Boltanski, Annette Messager, Chantal Akerman, Niele Toroni, Gabriel Orozco, Maurizio Cattelan, Giuseppe Penone, Giovanni Anselmo, Jeff Wall, Rineke Dijkstra und William Kentridge.

Um den Austausch amerikanischer und europäischer Kunst noch stärker zu unterstützen, gründete sie 1995 auch eine Niederlassung in Europa im Pariser Stadtteil Marais. Im Laufe der Zeit nahm sie die Partner*innen Rose Lord, Junette Teng, Emily-Jane Kirwan und Leslie Nolen mit an Board ihrer Galerie, die die Geschicke der Galerie bereits in den vergangenen Jahren weiterentwickelten und beispielsweise 2023 eine Dependance in Los Angeles eröffneten.

Marian Goodmans Arbeit zeichnete sich durch ihr Gespür für besondere Talente wie auch für ihr Ethos der Verantwortung einer Galeristin aus. Neugier und eine Offenheit auch für anfangs weniger marktgängige Kunstformen, wie konzeptuell orientierte oder sozial engagierte künstlerische Praktiken, prägten das Profil der Galerie von Marian Goodman. Sie knüpfte oftmals enge und langjährige Verbindungen zu den von ihr vertretenen Künstler*innen, deren Arbeit sie auf vielfältige Weise unterstützte. Daher äußerte Goodman über ihre künstlerischen Vorlieben Folgendes: „Bei den Künstlern, deren Werke ich mag, habe ich die Eigenschaften gefunden, die ich aus meiner eigenen Erfahrung schätze: humanistisches Interesse, ein kulturkritischer Blick auf unsere Lebensweise, eine dialektische Herangehensweise an die Realität und eine künstlerische Vision des bürgerlichen Lebens.“


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