Li Yi-Fan bespielt Taiwan-Pavillon bei Venedig-Biennale 2026

11. Dezember 2025 · Biennalen
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Das Taipei Fine Arts Museum, das die Vertretung Taiwans auf der 61. Biennale von Venedig im kommenden Jahr verantwortet, gibt den Künstler des taiwanischen Pavillons bekannt. So wird der 36-jährige Li Yi-Fan Taiwan in Venedig repräsentieren, kuratiert von Raphael Fonseca, dem derzeitigen Kurator für moderne und zeitgenössische lateinamerikanische Kunst am Denver Art Museum in den USA.

Der 1989 geborene Li Yi-Fan lebt in Taipeh in Taiwan und untersucht die Beziehung zwischen Menschen und Technologie im digitalen Zeitalter, wobei er in seiner Kunst auch selbst entwickelte Spiel-Engines einsetzt.

Künstler Li Yi-Fan und Kurator Raphael Fonseca planen eine Ausstellung, die sich mit der aktuellen Problematik der Informations- und Bildüberflutung auseinandersetzt und die komplexen Verbindungen zwischen Mensch und Technologie reflektiert. Hierfür wird eine neue Videoinstallation des Künstlers entstehen. Dabei kommen auch momentan so umstrittene KI-generierte Bilder zum Tragen. Mit ihrer Ausstellung möchten sie nicht zuletzt zeigen, wie taiwanesische zeitgenössische Kunst im globalen digitalen Umfeld wirkt.

Unter dem Titel „Screen Melancholy“ gehen sie der Verflachung einer Welt nach, die nach eigenen Angaben durch die heutige digitale Umgebung geprägt und eingeschränkt ist. Li Yi-Fan setzt sich seit Jahren mit Bildgenerierungstechnologien und improvisierter Erzählkunst auseinander, was auch in sein kommendes Projekt einfließen wird. So beschäftigt er sich in einem Zeitalter der Informationsüberflutung und des ständigen Wandels mit technologischer Innovation und fragt nach Veränderungen unserer Wahrnehmung. Bleibt nur noch Melancholie, um auf unsere Gegenwart zu reagieren?

Kurator Raphael Fonseca führt aus: „Li Yi-Fan erforscht stets die Beziehung zwischen Künstlern und Medien (oder Software-Tools) und verfolgt deren Entwicklung von der Malerei über das Kino und die Animation bis hin zu den heutigen KI-generierten Bildern. Dies offenbart seine Faszination für die zeitgenössische Bildproduktion. Mit humorvollen, absurden Techniken reagiert er kritisch auf die Entwicklung von Bildgenerierungswerkzeugen und die Entstehung von Bildpolitik. Mit seiner kommenden Werkgruppe möchte er sensorische Erfahrungen anregen und die Art und Weise verändern, wie Menschen die Welt verstehen.“

Li Yi-Fan beschreibt seinen künstlerischen Schaffensprozess als Kampf mit der Software: „Ich betrachte meinen kreativen Prozess als einen Kampf auf Leben und Tod zwischen dem Künstler und der Software. Im Gleichgewicht zwischen Erschöpfung, Spannung und Kollision entsteht langsam eine Erzählung. In der zeitgenössischen Bildproduktion sind Künstler zwangsläufig auf viele verschiedene Softwaretools angewiesen. Einige sind quelloffen und kostenlos, andere hingegen sehr kommerziell. Jede Wahl steht für eine andere Ausdrucksmöglichkeit, hat aber auch ihre eigenen Grenzen und Einschränkungen. Ich bewege mich zwischen diesen Systemen und versuche, die subtile Beziehung zwischen Abhängigkeit und Widerstand zwischen Künstlern und zeitgenössischen Werkzeugen zu erfassen. Durch diesen Prozess und unter Verwendung dieser Bildproduktionstechniken reflektiere ich über den Zustand der Menschheit in Bezug auf technologische Medien.“

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