• STEVE GIASSON, This is not a work of art (yet), 2011, Courtesy the artist
  • MARINA ABRAMOVIĆ, 512 Hours, 2014, Serpentine Gallery, London, Foto: Marco Anelli, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015
  • ORI GERSHT, Foto: Bevis Bowden
  • SUPERFLEX, Free Sol Lewitt, 2010, Van Abbemuseum, Eindhoven, Foto: Peter Cox, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015
  • LOIS WEINBERGER, Green Man, 2004, Foto: Paris Tsitsos, © Musée d’Art Moderne Saint Etienne
  • RYAN GANDER, Medium, 2010, © the artist, Courtesy Lisson Gallery, London
  • CHARLES THOMSON, Sir Nicholas Serota Makes an Acquisitions Decision, 2000, Courtesy the artist

Band 232

Kunst­ver­weigerungs­kunst II

Verneinung zwischen Formgebung und Ausstieg
Herausgegeben von Herbert Kopp-Oberstebrink und Judith Elisabeth Weiss

„Was bleibt, wenn das Kunstwerk zum Verschwinden gebracht wird? Wie wird dieses Verschwinden für die Kunst wieder produktiv gemacht?“ – So schließen die Herausgeber Herbert Kopp-Oberstebrink und Judith Elisabeth Weiss ihr Editorial zu diesem Band.
Blickte der vorangegangene Band, »Kunstverweigerungskunst I: Verweigerung als schöpferische Provokation«, auf künstlerischen Entfremdungstendenzen vom Dadaismus bis zur Gegenwart, geht es im aktuellen Band »Verneinung zwischen Formgebung und Ausstieg« um Grenzbereiche künstlerischen Schaffens. Den wiederholten Verkündigungen vom Ende der Kunst setzt eine KunstverweigerungsKUNST ihre ausdrückliche Befürwortung künstlerischer Potentiale als Instrumentarium der Verweigerung entgegen. Dass die Kunst vereinzelt selbst zum Feind des Künstlers werden kann, zeigt die radikalste Geste der Verweigerung: der endgültige Ausstieg aus der Kunst. Fünf Essays, acht beispielhaften Künstlermonografien sowie drei erhellenden Künstlerbeiträgen und -interviews dokumentieren die verschiedenen Formen künstlerischer Ablehnung, Verwerfung und Entsagung.
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Eine Woche vor Erscheinen der Printausgabe können Sie jetzt die neue Ausgabe als E-Paper im App Store und im Google Play Store ab sofort downloaden und auch offline lesen.In der aktuellen Ausgabe des KUNSTFORUM INTERNATIONAL Kunstverweigerungskunst II: Verneinung zwischen Formgebung und Ausstieg geht es um Grenzbereiche künstlerischen Schaffens, um eine Kunst, die sich an den Rändern ihrer hoch besetzten Zuschreibungen bewegt. Die Annäherungen an die verschiedenen Formen der künstlerischen Ablehnung, Verwerfung und Entsagung führen künstlerische Positionen vor Augen, die in ihrer Differenz ein gemeinsames Interesse vereint: Kunst als ein Kräftefeld zu begreifen, das über seine symbol- und statusproduzierenden Eigenschaften hinauszugehen zu vermag. Den wiederholten Verkündigungen vom Ende der Kunst setzt eine KunstverweigerungsKUNST ihre ausdrückliche Befürwortung künstlerischer Potentiale als Instrumentarium der Verweigerung entgegen. Dass die Kunst vereinzelt selbst zum Feind des Künstlers werden kann, zeigt die radikalste Geste der Verweigerung: der endgültige Ausstieg aus der Kunst. Was bleibt, wenn das Kunstwerk zum Verschwinden gebracht wird? Wie wird dieses Verschwinden für die Kunst wieder produktiv gemacht?

Biennalen

Ideas City

Das New Yorker New Museum rief 2011 die Biennale „Ideas City“ ins Leben. Sie beschäftigt sich mit der Zukunft der Städte rund um den Globus. Bereits jetzt lebt rund die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten, und die Zahl der Stadtbewohner wird in den nächsten Jahrzehnten noch mehr zunehmen. Nicht zuletzt deswegen gehen die Initiatoren davon aus, dass Kunst und Kultur wesentlich für die Vitalität der heutigen und künftigen Metropolen sind: (sozio)-kulturelle Angebote verbessern die Lebensqualität in der Stadt. Die diesjährige Veranstaltungsreihe steht unter der Leitung des Direktors Joseph Grima und bietet vom 28. bis zum 30. Mai 2015 Workshops, ein Straßenfest und dieverse Projekte. www.ideas-city.org

Biennalen

Turku Biennale

Merkmal der finnischen Turku Biennale (10. Juni bis 30. August 2015) ist der Grundsatz, jedes Mal ein neues Veranstatungskonzept zu entwerfen und dabei eben nicht bereits vertrauten strukturellen Pfaden zu folgen. Deswegen werden auch jedes Mal neue kuratorische Modelle und Auswahlverfahren ausprobiert. In den vergangenen zehn Jahren wurden hauptsächlich Künstler aus Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Island, Russland, Italien, Spanien und den USA ein geladen. Partnerschaftsprogramme mit anderen Städten ermöglichten auch eine Präsentation der Ausstellung in St. Petersburg (2003) und Barcelona (2007). Für die ortsbezogenen Beiträge zu dieser Biennale bietet vor allem der archäologische und historische Fundus des Abo Vetus & Ars Nova-Museums inhaltliche Anknüpfungspunkte. 2015 werden 18 Künstler und Künstlergruppen eingeladen. Das Thema lautet: „Der unerwartete Gast“. www.turkubiennaali.fi

Museen & Institutionen

Sammlung Falckenberg

Seit 2011 arbeiten die Deichtorhallen Hamburg mit dem Sammler Harald Falckenberg zusammen. In den Phoenix-Hallen ist die Sammlung mit mehr als 2.100 Werken jedoch nicht ständig präsent, sondern sie hat zusammen mit der Foto-Sammlung von F.C. Gundlach die Funktion eines „Basislagers“ und als „Ideengeber“ für ein Ausstellungshaus, wie es Falckenberg selbst formuliert. Die Kooperation wird bis 2023 in dieser Form fortgesetzt. Soeben lief dort die Ausstellung „Selbstjustiz durch Fehleinkäufe. Eine Auswahl von Neuerwerbungen der Sammlung Falckenberg 2011-2014“. Anschließend ist in der Sammlung Falckenberg vom 11. Juni bis zum 11. Oktober 2015 unter dem Titel „Civic Radar“ eine Retrospektive der amerikanischen Medienkünstlerin Lynn Hershman Leeson zu sehen. Sie arbeitet mit Video, Film, Performance, Installation sowie interaktiver und netzbasierter Medienkunst. Ihre bekannteste Werkreihe, „Roberta Breitmore“ (1973–1978) behandelt eine Kunstfigur „als eine Art Klon der Künstlerin“. Deren Leben von 1973 bis 1978 wurde in Echtzeit und in der realen Außenwelt inszeniert. Roberta Breitmore wird dabei von Hershman Leeson selbst verkörpert, teilweise jedoch auch simultan von drei anderen Frauen. www.deichtorhallen.de

Museen & Institutionen

Documenta-Jubiläum

1955 veranstaltete Arnold Bode in Kassel die erste Documenta. Sie sollte eine Dokumentation der modernen Kunst sein, die in der NS-Zeit in Deutschland verfemt war und nun in der Nachkriegszeit den Zeitgenossen nahegebracht werden sollte. Inzwischen gilt die alle fünf Jahre stattfindende Documenta als weltweit wichtigste Großausstellung für zeitgenössische Kunst. Mit Vorträgen, Ausstellungen und Konzerten im Rahmen einer Festwoche wird im Juli 2015 in Kassel an diese erste Documenta vor 60 Jahren erinnert. So diskutieren z.B. in einem Symposium die künstlerischen Leiter der vier vergangenen Documenta-Ausstellungen am 17. und 18. Juli 2015 und der Leiter der kommenden Documenta 14, Adam Szymczyk, miteinander über die verschiedenen Konzepte, wie man eine Documenta realisieren kann. Am 19. Juli 2015 lädt Kassel zu einem „Documenta-Fest" mit Filmvorführungen, Lesungen und Führungen zur Geschichte der Documenta ein. Auf dem Friedrichsplatz vor der Kunsthalle findet dazu ein Konzert statt. Am 16. Juli 2015 wird eine Ausstellung des belgischen Künstlers Marcel Broodthaers (1924-1976) eröffnet. Die nächste Documenta findet 2017 in Kassel und Athen statt. www.documenta.de

Personalien

Timm Ullrichs: Runder Geburtstag

Timm Ullrichs feierte seinen 75. Geburtstag. Der „Totalkünstler“ (Ullrichs über Ullrichs) richtete Ende der 1960er Jahre eine „Kunstpraxis“ mit Sprechstunden wie bei einem Arzt ein, erklärte sich selbst zum „ersten lebenden Kunstwerk“ und stellte sich selbst aus. Seine Arbeiten sind zwischen Neo-Dadaismus, Prozesskunst, Ideenkunst und Konzeptkunst anzusiedeln. Kaum ein anderer deutscher Künstler hatte bereits in den frühen 1960er Jahren den klassischen auratisch aufgeladenen Werkbegriff so radikal in Frage gestellt wie er, und mit der Vermessung seines Körpers und anderen Körper-Aktionen nahm er vieles vorweg, was erst in den 1970er und 1980er Jahren in der Performance Art und in der Body Art an Zeithöhe gewann: in Höhe des Herzens ließ er sich eine Zielscheibe auf die Brust tätowieren und auf das rechte Augenlid „The End“ wie beim Abspann eines „ultimativ letzten Films“.

Kulturpolitik

Sammlung Gurlitt: Erste Rückgaben angekündigt

Max Liebermann malte zwei Fassungen des Motivs „Zwei Reiter am Strand“. Bis 1939 gehörte eine dieser beiden Fassungen zur Sammlung von David Friedmann in Breslau; das Bild wurde dann von den Nazis beschlagnahmt. Mit Teilen der Sammlung des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt beschlagnahmten es die alliierten Siegermächte 1945 erneut, gaben es aber 1950 an Hildebrand Gurlitt zurück. Das Gemälde gehört zu jenen Werken in der Sammlung Gurlitt, die unter Raubkunst-Verdacht stehen. Aber erst jetzt, rund ein Jahr nach dem Tod des Sohnes Cornelius Gurlitt, soll es als eines der ersten Objekte aus dessen Nachlass restituiert werden. Die Taskforce, die den Nachlass Gurlitts untersucht, hatte bereits im August 2014 den Raubkunst-Verdacht bestätigt. Dass sich die Rückgabe dennoch bis jetzt verzögerte, hatte verschiedene Seiten zur Kritik veranlasst. Anspruchsberechtigt ist ein Großneffe des früheren Eigentümers, ein Holocaust-Überlebender, der heute als Anwalt in New York lebt. Die Taskforce hat ebenfalls das Bild „Sitzende Frau“ von Henri Matisse zweifelsfrei als Raubkunst eingestuft; es soll nun auch relativ zügig an die Erben des jüdischen Kunsthändlers Paul Rosenberg zurück gegeben werden. Kompliziert ist nicht nur die Erforschung der Provenienzgeschichte mancher Bilder, sondern auch die aktuelle Rechtslage: vor dem Nachlassgericht München ist ein Rechtsstreit zwischen dem Kunstmuseum Bern, das die Sammlung Gurlitt erbte, und einer Cousine von Cornelius Gurlitt anhängig. Bevor der New Yorker Nachfahre von David Friedmann das Liebermann-Bild tatsächlich ausgehändigt bekommt, muss er den Restitutionsvertrag noch dem Nachlassgericht vorlegen. Sowohl das Kunstmuseum Bern als auch die Cousine haben allerdings mehrfach betont, einer zügigen Rückgabe von identifizierter Raubkunst nicht im Wege stehen zu wollen.

Messen & Märkte

ADKV-Art Cologne-Preis

Der Düsseldorfer Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen in Düsseldorf erhält den ADKV-ART COLOGNE Preis für Kunstvereine 2015 (8.000 Euro). Über eine „Lobende Würdigung“ darf sich der Förderkreis Schloss Plüschow freuen. Der Preis wird seit 2006 in Kooperation von Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) und ART COLOGNE verliehen. Der Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen steht heute „für die kritische Auseinandersetzung mit künstlerischen und gesellschaftlichen Prozessen. In der Ausstellungs- wie Vermittlungstätigkeit des Kunstvereins wird dabei programmatisch immer wieder die Frage nach dem grundsätzlichen Zustandekommen und der Wirkungsweise von Kunst im sozialen und kulturellen Kontext gestellt..." www.kunstverein-duesseldorf.de

Messen & Märkte

TEFAF Maastricht

Eine neue Abteilung „Night Fishing“ hatte die TEFAF Maastricht in diesem Jahr eingerichtet. Sydney Picasso kuratierte diese Schau mit Werken aus verschiedenen Galerien. So zeigte z.B. die Galerie Buchmann aus Berlin und Lugano eine große Scheiben-Skulptur von Tony Cragg zum Preis von 800.000 Euro. Die Galerie Hans Mayer aus Düsseldorf war mit Nam June Paik vertreten und Thaddaeus Ropac (Salzburg/Paris) mit einer hölzernen Großskulptur von Georg Baselitz’ jüngsten Monumentalskulpturen. „Night Fishing“ zeigte somit bewusst nur etablierte Künster, die man in 100 oder 200 Jahren als die „Alten Meister“ des 20./21. Jh. apostrophieren wird. Die TEFAF gilt neben der Art Basel als weltweiter Marktführer unter den Kunstmessen, und sie hat sich im Laufe der Jahre vom Programm einer Antiquitätenmesse konsequent in Richtung Gegenwart ausgeweitet. Mit diesem Profil versuchte sie auch jetzt, sich gegenüber der zeitgleichen Art Basel Hongkong und der New Yorker Asia Art Week durchzusetzen. www.tefaf.com

Galerien & Auktionshäuser

Kunstkompass: Gerhard Richter wieder Nr. 1

Gerhard Richter liegt weiterhin unangefochten auf Platz 1 der "Kunstkompass"-Ranking-Liste, die Linde Rohr-Bongard für die Zeitschrift "Weltkunst" zusammen gestellt hat. Auch sonst hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf den drei folgenden Plätzen nichts geändert: hier folgen als derzeit erolgreichste Künstler Bruce Nauman, Rosemarie Trockel und Georg Baselitz. Kriterium für die Punktevergabe sind wichtige Museumsausstellungen, Teilnahme an der "Documenta" oder an wichtigen Biennalen und Rezensionen in Fachzeitschriften wie "Kunstforum international". Um Ruhmespunkte zu sammeln, d.h. um eine Künstlerkarriere aufzubauen, braucht man Zeit, Beharrlichkeit und Geduld: Auf den ersten zwanzig Plätzen tauchen nämlich nur drei Künstler auf, die jünger als 60 Jahre sind: Olafur Eliasson (Platz 7, Jahrgang 1967), Pipilotti Rist (Platz 10, Jahrgang 1962) und Douglas Gordon (Platz 18, Jahrgang 1966). Entscheidend für diese Ruhmespunkte sind nicht kurzzeitige Markterfolge - denn Auktionsergebnisse oder Galerieverkäufe bleiben bei dieser Ranking-Liste außen vor - sondern museale Weihen. Daher finden sich kommerziell erfolgreiche Künstler wie Jeff Koons nur auf Platz 12 und Damien Hirst auf Platz 29. Doch es gibt auch noch eine separate Liste der "Aufsteiger des Jahres", die 2015  www.zeitkunstverlag.de

Ausschreibungen

Lepsien Art Foundation - Förderprogramm

Die Lepsien Art Foundation vergibt jährlich 5 Stipendien an internationale Künstler/-innen, die im Rahmen eines öffentlichen Ausschreibungsverfahrens ermittelt werden. Das Förderprogramm beinhaltet neben Atelierräumen im Art House Düsseldorf die Herausgabe von zwei limitierten Künstler-Editionen und einem Jahreskatalog. Den Abschluss eines Förderjahrs bildet eine gemeinsame Abschlussausstellung aller Stipendiaten im Art House Düsseldorf. Das Förderprogramm 2015/16 startet am 1. September 2015 und läuft bis zum August 2016. Bewerber/- innen sollten zum Zeitpunkt der Bewerbung nicht älter als 39 Jahre alt sein. Alle Informationen zum Förderprogramm sowie zur Bewerbung unter: www.lepsien-art-foundation.com, www.the-art-house.eu

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