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Band 243

Postdigital 2

Erscheinungsformen und Ausbreitung eines Phänomens

Wer heute immer noch von „Neuen Medien” spricht, berichtet von längst vergangenen Zeiten.

Bereits 1996 stellte der Medientheoretiker Lev Manovich die "traditionelle bildende Kunst" der „Neuen Medien Kunst” gegenüber und prägte für diese Unterscheidung die Begriffe „Duchamp-Land” und „Turing-Land”.

Genau dieser Gegensatz wird in „Postdigital 2” in Frage gestellt, denn die Kategorien „digital” und „analog” sind inzwischen irrelevant geworden. Es werden die künstlerischen Ausdrucksformen thematisiert, die früher mit dem Attribut „neu” gekennzeichnet waren, sowie die Effekte und Spuren, die sie noch heute in der bildenden Kunst haben.

AutorInnen wie Josephine Bosma, Christian Höller, Alessandro Ludovico und Kenneth Goldsmith legen hierzu Analysen vor, die das Postdigitale für den aktuellen Kunstbetrieb anschlussfähig machen. Außerdem ausführliche Gespräche mit dem schwedischen Künstler Jonas Lund, der US-amerikanischen Filmemacherin Jesse McLean, dem Brüsseler „Publishing“-Kollektiv Constant und der aus Österreich stammenden, konzeptuellen Malerin Agnes Fuchs.

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Aus diesem Band

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„KUNSTFORUM bietet schon aufgrund seiner Buchhaftigkeit etwas höchst Außergewöhnliches: Es kombiniert grundlegende Texte mit sehr umfangreichen Fotoreportagen zu Ausstellungen und Biennalen. Auch bietet es mit seiner alle Bände umfassenden Datenbank so etwas wie eine enzyklopädische Übersicht über die letzten Jahrzehnte der Kunstwelt und beschert uns Leser mit den wesentlichen visuellen Informationen.“

(Jean-Hubert Martin)

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Biennalen

15. Istanbul Biennale

Durchaus hintersinnig angesichts der aktuellen politischen Situation ist das Motto, das die beiden Kuratoren Michael Elmgreen und Ingar Dragset für die nächste Istanbul Biennale (16. Sept. bis 12. Nov. 2017) gewählt haben: a good neighbour". So heißt es in der Ankündigung z.B.: "Is a good neighbour reading the same newspaper as you?" Wenn man den Nachbarn auch die oppositionelle Presse lesen lässt, könnte man die Frage durchaus mit "ja" beantworten. Die Istanbul Biennale ist eine der größten Kunstveranstaltungen in der Türkei (2015 nahmen 80 Künstler teil), und sie ist auch für die beiden Kuratoren das bislang "größte" und für sie am "meisten ambitionierte" Projekt, auf das sie sich einlassen. Die letzte Istanbul Biennale 2015 beurteilte "Die ZEIT" als "esoterisches Geraune", die gezeigte Kunst sei weitgehend unpolitisch gewesen, "zumeist bescheiden und sommerlich versponnen". Man darf also gespannt sein, wie Elmgreen & Dragset das Motto von der guten Nachbarschaft umsetzen werden. bienal.iksv.org/en

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Dazu in Band 224 erschienen:

13. Istanbul Biennale 2013: Mom, am I Barbarian? von Susanne Boecker

Eine Ausstellung im Dialog mit der Stadt sollte es werden, thematisch fokussiert auf den Begriff des öffentlichen Raums als politisches Forum. Eine Kunstausstellung mit dem Ziel „Ideen zu generieren und Praktiken zu entwickeln, die zeitgenössische Formen von Demokratie hinterfragen, gängige Modelle räumlich-ökonomischer Politiken herausfordern, bestehende Konzepte von Zivilisation und Barbarei problematisieren und die Rolle der Kunst in diesem Kontext hervorheben.“  

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Preise

Turner Prize

Helen Marten ist aktuelle Trägerin des britischen Turner Prize und bekam als Preisgeld 25.000 Pfund (ca. 30.000 Euro) überwiesen. Die drei anderen nominierten Kandidaten für die Endauswahl Michael Dean, Anthea Hamilton und Josephine Pryde erhielten je 5.000 Pfund. Die Auszeichnung wird von der Londoner Tate Gallery vergeben und gilt als wichtigster britischer und zugleich international renommierter Kunstpreis für Künstler unter 50 Jahren. Marten schafft Skulpturen aus Alltagsmaterialien wie Münzen, Wattestäbchen oder Schuhsohlen. Sie nahm an der Bienanle von Venedig 2015, die Okwui Enwezor kuratierte. Einen Monat zuvor hatte Helen Marten auch den Hepworth Prize gewonnen und sich das Preisgeld (ebenfalls 30.000 Pfund) mit den anderen drei Nominierten der Shortlist geteilt. www.tate.org.uk/turner-prize

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Personalien

Marina Abramovic: Autobiografie

Marina Abramovic, Performancekünstlerin, hat im Luchterhand-Verlag ihre Autobiografie veröffentlicht. Titel: „Durch die Mauern gehen“. Das Buch erschien zum 70. Geburtstag der Künstlerin, die tatsächlich bei einer ihrer Aktionen 2.500 km auf der Chinesischen Mauer ging. Sie schildert darin die strenge und karge Kindheit im kommunistischen Jugoslawien bis hin zu ihren jüngsten Aktionen, wo sie die Intensität einer Situation allein durch Schweigen kommuniziert.

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Dazu in Band 232 erschienen:

Psychoanalyse und Verweigerung. Marina Abramovićs Performance der Reduktion - von Erik Porath

Es ist alles bereit: Tisch und zwei Stühle stehen auf einer großen freien Fläche. Eine ist schon da. Sie sitzt und wartet. Wer wird kommen und den leeren Platz einnehmen? Keiner weiß, was passieren wird. Die Situation ist karg und streng, zugleich aber offen für alles Mögliche. Werden Worte gewechselt? Oder bleibt es bei Blicken, stummen Gesten, versteckten Zeichen? Es ist eine angespannte Nähe, die nur noch durch den Zwischenraum des Tisches die Distanz wahrt. Die Präsenz des Anderen wird deutlicher denn je, ohne dass man weiß, was daraus folgt. Kann man das ertragen? Und wie lange? Das ist das Setting.

 

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Preise

Wolfgang Hahn-Preis

Trisha Donnelly nimmt im April 2017 während der Art Cologne den Wolfgang-Hahn-Preis 2017 der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig Köln entgegen. Der Preis besteht aus einem Ankauf für die Museumssammlung und der Ausrichtung einer Ausstellung vom 25. April bis zum 30. Juli 2017 im Museum. In den letzten zehn Jahren war sie in zahlreichen Gruppenausstellungen vertreten, u.a bei der 54. als auch 55. Biennale von Venedig (2011 und 2013), bei der dOCUMENTA (13) (2012), in The Quick and the Dead im Walker Art Center (2009) und bei Il Tempo del Postino (2009 in Basel, 2007 in Manchester). In Deutschland hatte Donnelly ihre erste institutionelle Einzelausstellung im Jahr 2005 im Kölnischen Kunstverein im Rahmen des an sie in 2004 verliehenen Central-Kunstpreises. Trisha Donnely arbeitet mit Fotografie, Audio- und Videomedien, Zeichnung, Bildhauerei und mit Performances. Bekannt wurde sie mit kurzen Auftritten, die sie „Demonstrationen“ nennt. Zu ihrer künstlerischen Strategie gehört die Weigerung, etwas über ihr persönliches Leben preiszugeben. Der Preis ist nach Wolfgang Hahn (1924-1987) benannt, der Chefrestaurator am Museum Ludwig war. Die Preissumme für Ankauf, Präsentation und Publikation beträgt insgesamt 100.000 Euro.

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Dazu in Band 177 erschienen:

Trisha Donnelly: CENTRAL-Kunstpreis 2005, Kölnischer Kunstverein, 25.6. - 4.9.2005 - von Hans-Jürgen Hafner

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Aktionen & Projekte

30 Jahre transmediale

Die Berliner transmediale feiert in diesem Jahr ihr 30jähriges Bestehen und blickt – ohne retrospektiv vorgehen zu wollen - auf eine Entwicklung vom Video-Film-Fest zu einem größer angelegten Festival für Kunst und digitale Kultur zurück. Die Jubiläumsausgabe findet vom 2. Februar bis zum 5. März 2017 statt. Einen Monat lang peräsentiert das Festival Veranstaltungen in ganz Berlin sowie die Sonderausstellung alien matter im Haus der Kulturen der Welt (HKW). Mit der transmediale 2017 wird das HKW nach einer umfassenden Renovierung wiedereröffnet. Die künstlerische Leitung der transmediale liegt in den Händen von Kristoffer Gansing. Das diesjährige Motto lautet „ever elusive“. Es verweist „gleichermaßen auf die Flüchtigkeit von sich ständig verändernden Medienkulturen wie auf die transmediale selbst, die sich jeglicher Festlegung widersetzt und bewusst kontinuierlich ihre Position verändert“. Das hat nicht nur eine ästhetische, sondern auch eine politische Dimension angesichts der Krisen, die wir derzeit erleben. So sind die Teilnehmer „eingeladen zu reflektieren, was es bedeutet, sich in turbulenten Zeiten feststehenden Identitäten zu verweigern und stattdessen neue spekulative Haltungen zu entwickeln, die über 'Mensch-Maschine'- und 'Natur-Technologie'-Dichotomien hinausgehen“. Am 2. Februar 2017 finden die Eröffnungen von ever elusive im Haus der Kulturen der Welt sowie die von Inke Arns kuratierte Sonderausstellung alien matter statt. Das Festival, bestehend aus einem Konferenz- und Screeningprogramm, Workshops und Performances, erstreckt sich vom 3. bis zum 5. Februar 2017. Die Sonderausstellung läuft aber noch bis zum 5. März 2017. „In Form von drei thematischen Exkursionen unter den Titeln Imaginaries, Interventions und Ecologies den ganzen Februar über an verschiedenen Veranstaltungsorten in Berlin fortgeführt. Sie dienen als Erweiterung des Festivals und beschäftigen sich mit verschiedenen Aspekten des ever elusive-Themas. Die Veranstaltungsorte sind allesamt konzeptuell mit dem jeweiligen Schwerpunkt des Programms verbunden... Das Abschlusswochenende am 4. und 5. März 2017 führt die verschiedenen Teile von ever elusive zusammen: Die Verbindung von Sonderausstellung, Panels, Live-Performances, Screenings und Exkursionen soll dabei eine Reflexion über vergangene und zukünftige Formen von Mediensprache anstoßen.“ Infos: www.transmediale.de/de/festival/

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Aktionen & Projekte

Arts Club Berlin

Am 12. Dezember 2016 diskutiert im Arts Club Berlin (Galerieräume des Vereins Berliner Künstler, Schöneberger Ufer 57, Tiergarten/Mitte) im Rahmen der Reihe "Stadtgespräche" Jörgen Golz, Messedirektor der "Berliner Liste" und der "Kölner Liste", mit der Kunsthistorikerin Dr. Sabine Meister über die historischen und aktuellen Arbeitsbedingungen bildender Künstler. Thema: "Selbstverständnis - Selbstvermarktung - Selbstbehauptung". Im Wesentlichen geht es um die Fragen: "Welche Konditionen prägen die aktuelle Kunstszene? Welche Hürden haben Kunstproduzenten zu nehmen, um neben den Gatekeepern des Kunstmarkts Alternativen zu entwickeln? Wieso muss die Mehrheit der bildenden Künstler in chronischer Existenzangst leben? Und war das schon immer so? Was bedeutet es für den Künstler, wenn er sich als Eigenmarke in Szene setzt? Und welche historischen Beispiele lassen sich hierfür benennen? Natürlich fragen wir auch: Wie hat sich der Kunstmarkt entwickelt, und wie wird er sich entwickeln? Welche Rolle werden die Kunstmessen in der Zukunft übernehmen?" www.arts-club-berlin.de

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Preview

Aargau: Cinéma mon amour

Vom 22. Januar bis zum 17. April 2017 zeigt das Aargauer Kunsthaus - in Kooperation mit den Solothurner Filmtagen - die Ausstellung "Cinéma mon amour". "Sie zeigt Werke international renommierter Kunstschaffender wie Pierre Bismuth, Candice Breitz, Janet Cardiff & George Bures Miller, Stan Douglas oder Sam Taylor-Johnson, die sich mit unterschiedlichen Aspekten von Kino und Filmschaffen auseinandersetzen. Dabei reicht die Beschäftigung mit dem Thema Film weit über das Medium hinaus. Zeichnung, Malerei und Fotografie sind genauso vertreten wie raumfassende Video- und Filminstallationen." Die thematischen Schwerpunkte focussieren sich auf "Fragestellungen rund um Hollywood und Filmbusiness, das Kino als Wahrnehmungsraum, Found Footage, spezifische Filme und Genre sowie die Mechanismen des Filmes. Highlights des Rahmenprogramms sind das Gespräch mit dem kanadischen Video- und Fotokünstler Stan Douglas, von dem in der Ausstellung als Schweizer Première die faszinierende 6-Kanal-Videoinstallation The Secret Agent (2015) zu sehen ist; ausserdem werden Screenings ausgewählter Filme aus dem Spezialprogramm der Solothurner Filmtage in Anwesenheit der beteiligten Film- und Kunstschaffenden veranstaltet." Künstlerliste: Martin Arnold, John Baldessari, Fiona Banner, Marc Bauer Pierre Bismuth Candice Breitz, Janet Cardiff & George Bures Miller, collectif_fact (Annelore Schneider, & Claude Piguet), Tacita Dean, Stan Douglas., Thomas Galler, Christoph Girardet & Matthias Müller, Douglas Gordon, Teresa Hubbard / Alexander Birchler, Samson Kambalu, Daniela Keiser, Urs Lüthi, Philippe Parreno, Julian Rosefeldt, Hiroshi Sugimoto, Sam Taylor-Johnson sowie Mark Wallinger.

 

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Hochschulen

KHM Köln: "Intelligenz des Künstlerischen"

Prof. Hans-Ulrich Reck moderiert am 25. Januar 2017 (19 Uhr) in der KHM-Kunsthochschule für Medien Köln ein Gespräch zwischen Oswald Wiener und Friedrich Wolfram Heubach über "Die künstliche Intelligenz und die Intelligenz des Künstlerischen". Dies lediglich als technische oder maschinelle Konstrukte nach menschlichem Vorbild zu begreifen, "erweist sich als unzureichend. Die Frage drängt sich auf: Wenn für 'Intelligenz' bedingend ist, dass nicht nur ein Können angewandt wird, sondern ein 'Verstehen', also eine Einsicht in Strukturbedingungen notwendig ist, was für Konsequenzen daraus ergeben sich für die Debatte um 'KI'... Wie differenziert sich 'KI', wenn man Erfahrungen und Sondierungen aus den Künsten einbezieht?" Oswald Wiener hat lange Jahre naturwissenschaftlich orientierte Erkenntnistheorien und Ästhetiken erforscht. Seine "Denkpsychologie" hat er u.a. auch in seiner jüngsten Publikation "Selbstbeobachtung" (Suhrkamp 2015) dargelegt. Heubach war zuletzt Psychologie-Profesor an der Kunstakademie Düsseldorf und gab die legendäre Kunstzeitschrift "Interfunktionen" heraus. Beide halten an den Tagen vor und nach diesem Gespräch auch Vorträge: am 24. Januar 2017 spricht Oswald Wiener über "Intelligenz und Intelligenz-Ersatz". Dazu heißt es: "Wir wissen nicht viel davon, wie Menschen zu ihren Einsichten kommen, und wir verstehen die Arbeitsweise der neuen Maschinen umso weniger, je erfolgreicher sie arbeiten. Damit erhalten alte Fragen eine neue Schärfe und eine neue Dringlichkeit. Ich versuche einen Beitrag zu der in Fachkreisen angelaufenen Diskussion vom Gesichtspunkt der Selbstbeobachtung her..." F,W. Heubach widmet seinen Vortrag am, 26. Januar 2017 dem Thema "Traum vs. Bild". "Wieso die Bilder von Träumen so wenig vom Träumen zeigen, - zur irreführenden Rede von „Traum-Bildern“ wie überhaupt von „inneren Bildern“. Einige Bemerkungen zum imaginären Sehen, nicht zuletzt über diese Not, es im Medium Bild zu veranschaulichen, - Wie groß die ist und wie erfinderisch sie machen kann, wird in Ingrid Wieners Zeichnungen zu ihren Träumen sichtbar und an einigen exemplarisch verdeutlich werden." Begleitend zu dem Veranstaltungkomplex findet am 26. Januar 2017 im Glasmoog-Raum der KHM die Vernisage zur Ausstellung von Ingrid Wiener "Traumbilder und Gobelins" statt. Die Künstlerin beschäftigt sich seit 1995 mit Traumaquarellen und sagt zu ihren Arbeiten: "Meine Traum-Aquarelle sind das Resultat von Versuchen, verschiedene im Traum erlebte aber nicht erfasste Stimmungen oder Körperempfindungen durch bildliche Darstellung zu artikulieren. Dabei stelle ich in Rechnung, dass die Natur der als visuell supponierten Komponenten des Träumens umstritten ist." www.khm.de

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Hochschulen

Kassel: Antrittsvorlesung

Martin Schmitz studierte in den 1970ert Jahren an der Kunsthochschule Kassel Architektur, Stadt- und Landschaftspanung. 2013 kam er als Vertretungsprofessor für Theorie und Praxis der Gestaltung  wieder an die Kunsthochschule zurück."Als Schüler von Lucius Burckhardt, der von 1973 bis 1997 in Kassel lehrte, vertritt er seit dem Sommer 2016 eine Professur im Fachbereich Produktdesign, die sich mit der Lehre und Forschung von Lucius und Annemarie Burckhardt auseinandersetzt und nach ihrer Bedeutung für die Gestaltung in unserer Gegenwart fragt. Auch die 14. documenta 2017 in Kassel beschäftigt sich mit den Ideen und Arbeiten des Schweizer Soziologen. Im Juni 2017 wird an der Kunsthochschule Kassel die 2. Lucius Burckhardt-Convention stattfinden. Die 'Antrittsvorlesung“

'widmet sich aber noch anderen Stationen wie der Galerie Martin Schmitz, dem gleichnamigen Verlag und Themen zu wie z.B. Unsichtbaren Schallplatten oder Topflappenhäkelpuppen."

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Aktionen & Projekte

Kunstaktion contra Ehrenmal

Der Generaloberst Alfred Jodl war im Zweiten Weltkrieg Chef des Wehrmachtsführungsstabs; er wurde vom Nürnberger Kriegsverbrechertribunal zum Tode verurteilt und 1946 hingerichtet. Seine Asche verstreute man in der Isar. Im Familiengrab auf der Fraueninsel im Chiemsee sind nur seine beiden Ehefrauen begraben, gleichwohl steht zwischen deren Grabsteinen seit Jahrzehnten ein Ehrenkreuz für Jodl – „ohne Kommentar oder historische Einordnung“, wie die Süddeutsche Zeitung monierte. Darüber ärgert sich schon seit langen der Inselbewohner Georg Wieland: Immerhin hatte Jodl damals Hitlers Befehl unterschrieben, die eingekesselten Bewohner von Leningrad verhungern zu lassen. Der Münchener Aktionskünstler Wolfram P. Kastner und der Rechtsanwalt Jürgen Arnold brachten dort eine Protesttafel an, beschriftet mit „Keine Ehre dem Kriegsverbrecher!“ Einen Antrag Kastners auf Entfernung des Grabkreuzes lehnte der Bayerische Landtag ab, und die Gemeinde am Chiemsee erstattete gegen Kastner und Arnold Strafanzeige „wegen Sachbeschädigung und Verstoßes gegen die Friedhofssatzung“. Immerhin ließ der Bürgermeister das Jodl-Kreuz zwischenzeitlich mit einem übergestülpten Müllsack verhüllen. Doch der Streit um das Ehrenmal ging weiter. Wolfram Kastner: „Nach unserer Beschriftung des Ehrenkreuzes für den NaziGeneral Jodl auf der Fraueninsel im Chiemsee mit dem Wort 'Kriegsverbrecher' und einer gut sichtbaren Blutspur“ marschierte ein NPD-Trupp auf „und putzte die Farbe weg“. Der Besitzer der Grabstätte erreichte den Erlass einer Einstweiligen Verfügung, die weitere künstlerische Attacken mit empfindlicher Strafe bedroht. Kastner: „Wir haben Widerspruch eingelegt und den Richter als befangen abgelehnt, u.a. weil er das Ehrenkreuz ohne sterbliche Überreste als Grabmal bezeichnet." 2018 dürfte das Jodl-Gedenkkreuz wahrscheinlich so oder so abgeräumt werden – dann läuft das Nutzungsrecht für das Grab aus.

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Museen & Institutionen

Sir Norman Foster: Prado-Erweiterung

30 Mill. Euro kostet der Umbau am Museo Nacional del Prado in Madrid; zum 200jährigen Jubiläum des Museums 2019 soll das Projekt abgeschlossen sein. Den Auftrag zur Erweiterung des Museums um ein nahes Gebäude aus dem 17. Jh. bekam der britische Architekt Sir Norman Foster, der zusammen mit seinem spanischen Kollegen Carlos Rubio einen Entwurf ausgearbeitet hatte. Früher war in dem Nachbargebäude das Heeresmuseum untergebracht. Sein räumliches Zentrum bildet der „Saal der Königreiche“, den im 17. Jh. König Philipp IV. Für prunkvolle Empfänge nutzte. Durch den Umbau gewinnt das Prado-Museum 2.500 qm an Ausstellungsfläche hinzu. www.museodelprado.es

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Aus dem Archiv

„KUNSTFORUM ist ein Magazin, das so gut wie jedes Thema, das wichtig ist, beackert hat, und es ist so umfangreich, dass ich manchmal noch einmal in Heften von vor zehn Jahren schaue, und nicht selten erweist sich KUNSTFORUM als eine Fundgrube…“ (Kaspar König)

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