• TANIA BRUGUERA, Tatlin's Whispers #5, 2008, Performance UBS Openings, Live The Living Currency, Tate Modern, Foto: Sheila Burnett, Courtesy Tate Modern
  • GUY DEBORD, Dépassement de l´art, Öl/Leinwand, Sammlung Paul Detsribats, Paris
  • Abdruck in: Zeitschrift „Der Dada“ Nr. 2, 1919
  • BEN VAUTIER, Art is Ego. Just look at me. I want Glory. Ben, 1970, Sammlung Heinz Beck, Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen, Foto: Joachim Werkmeister, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015
  • Maciunas’ Porträt von Ben Vautier beim Ausstellen von Fluxus-Zertifikaten in Nizza, 27. Juli 1963, Foto: George Maciunas, © Gilbert and Lila Silverman Fluxus Collection Foundation,
  • BEN VAUTIER, Abbildungen aus dem für das Centre Pompidou 1992 entwickelten Band „Les Citations. Forum des Questions“, S. 15/21, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015
  • FLOATING LAB COLLECTIVE, Protesting on Demand, Foto: Floating Lab Collective
  • JEREMY DELLER, Battle of Orgreave, 2001, An Artangel commission, Fotos: Martin Jenkinson
  • GARY KUEHN, Berliner Serie, 1979, Collage: Tempera und Graphit auf Papier, 50.8 x 106,7 cm. Privatsammlung Essen. Courtesy the Artist
  • KAZUKI NAKAHARA, o.T 2009,150x140,Buntstift auf Papier. Courtesy Galerie Inga Kondeyne
  • Jan Hoet während Pressekonferenz DAS MEER Oktober 2013. Foto: Arne Deboosere
  • CHRIS MARTIN (geb.1972 in Belgien) Altar, 2014, Stahlrahmen, Kopie des Genter Altars, am Strand, © Kris Martin. Foto: Arne Deboosere
  • RODNEY GRAHAM (geb.1949 in Kanada, lebt in Vancouver) Lighthouse Keeper With Lighthouse Model, 1955-2010, Lichtbox , ausgestellt in De Grote Post
  • LAWRENCE WEINER (geb.1942 in New York, lebt dort und in Amsterdam) SAIL ON JAN HOET, 2014, Flaggen
  • WAEL SHAWKY, Dreharbeiten im K20 im Oktober 2014: Wael Shwaky, Cabaret Crusades III: The Secrets of Karbala, 2014, Courtesy the artist and Sfeir-Semler Gallery Beirut/Hamburg, Foto: Arnika Fürgut / Kunstsammlung. © Kunstsammlung NRW
  • DEBORAH SENGL, All you can lose, 2009,Tierpräparat, Wachs, Kunststoff, Textil, Hometrainer. Lebensgroß. Courtesy Galerie Deschler, Berlin. © Courtesy Galerie Deschler, Berlin

Band 231

Kunst­ver­weigerungs­kunst I

Verweigerung als Schöpferische Provokation
Herausgegeben von Herbert Kopp-Oberstebrink und Judith Elisabeth

Ob auf der Karlsaue der letzten Documenta, auf der Whitney-Biennale in New York oder der Kunstbiennale Berlin – allenthalben lassen sich Tendenzen aufspüren, die verschiedene Strategien der Verweigerung in den Mittelpunkt stellen. Die klassischen Gattungen von Tafelbild, Plastik, Videokunst und Fotografie sind längst um Anordnungen und künstlerische Konfigurationen erweitert worden, die den Werkbegriff oder die Aussagekraft des einzelnen Objekts negieren und auf Kunst als soziale Bewegung setzen. Nicht selten als „Installationen“ tituliert, sind sie allerdings eher „Dokumentationen“ des aktivistischen Engagements der Künstler und wirken vergleichsweise spröde auf den Betrachter. Von diesem aktuellen Befund ausgehend werden unterschiedliche Formen einer „Kunstverweigerungskunst“ aufgespürt, die sich gegen das Werk selbst, gegen den Betrachter von Kunst oder gegen den Komplex von Markt, Gesellschaft und Politik richten. Verschiedene, teils konkurrierende Konzepte von Anti-Kunst, Nicht-Kunst und Kunstlosigkeit bedienen sich seit einem Jahrhundert der Formlosigkeit, der Ironie, der Zerstörung und des ästhetischen Widerstandes, um konventionelle Grenzen zu überschreiten. Künstlerische Positionen, die auf die totale Verweigerung einer ästhetischen Erfahrung zielen, werden nicht zuletzt durch den Zweifel am darstellenden Charakter der Kunst genährt.

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Aus dem Inhalt

Ausstellungen

Aktuelle Nachrichten

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New Frankfurt Internationals

Lilian Engelmann (Frankfurter Kunstverein) und Elke Gruhn (Nassauischer Kunstverein Wiesbaden) kuratieren die „New Frankfurt Internationals“ als „ein besonderes Ausstellungsprojekt“, das „einen Fokus auf das große in der Region vorhandene künstlerische Potential richten und Künstler präsentieren“ möchte, „die in Frankfurt und der Rhein-Main-Region leben und/oder studiert haben“. Unter dem Titel „Solid Signs“ sind an beiden Orten bis zum 26. April 2015 Malerei, Skulpturen, Fotografien, Zeichnungen, Videos, Installationen und Performances von 41 Künstlern und Künstlergruppen zu sehen. Eine Vielzahl der Werke wurden dabei für die Ausstellung neu produziert. Inhaltlich knüpft das Projekt „an das schon seit längerer Zeit zu beobachtende Interesse vieler Künstler an der physischen Präsenz von Kunstwerken und der Wiederbelebung traditioneller künstlerischer Techniken und Materialien an. Gerade eine jüngere Künstlergeneration setzt sich wieder verstärkt mit der Materialität von bildnerischen Mitteln und deren jeweiligen Ausdrucksqualitäten auseinander. Dabei hat für sie die stoffliche Dimension die gleiche Wichtigkeit wie die Ausführung und der Inhalt eines Kunstwerkes.“ Nachdem mit der zunehmenden Verbreitung von PCs und Laptops und dem Einzug des Internet in den Alltag der 1990er Jahre die medientechnische Entwicklung eine Euphorie in Sachen Digitalkunst auslöste, scheinen manche jetzt vielleicht des Umgangs mit virtuellen Welten wieder überdrüssig zu werden: „Die Betonung physischer Präsenz von Objekten und Dingen in der Kunst erscheint wie ein greifbarer Gegenentwurf im Zeitalter der Digitalisierung.“ Ganz bewusst arbeiten viele junge Fotokünstler wieder mit Analog-Kameras oder schaffen mit Papier und Bleistift großformatige Landschaftsporträts. „Auch findet die Super 8 Kamera wieder Verwendung, um atmosphärische statt technisch perfekte Bilder aufzunehmen. Einfache Grundstoffe wie Holz, Gips, Karton und Tusche werden als vielfältige Ausgangsmaterialien für Skulpturen und Bilder wiederentdeckt“, heißt es im Pressetext. www.newfrankfurtinternationals.de

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Videonale

Im Bonner Kunstmuseum läuft bis zum 19. April 2015 das „Videonale“-Festival. In erweiterter Form begleitet auch ein „Videonale-Parcours“ nun schon zum zweiten Mal das Programm mit aktueller Videokunst. Auf diesem Parcours dürfen Studenten diverser Kunsthochschulen ihre Werke präsentieren: Stationen sind u.a. der Bonner Kunstverein, das Frankenbad und das LVR-Landesmuseum. Im Kunstmuseum Bonn steht die Hauptausstellung unter dem Motto „The Call oft he Wild“. Künstlerliste: Ayla Pierrot Arendt, Udita Bhargava, Pauline Boudry & Renate Lorenz, Jenny Brady, Karolina Bregula, Wim Catrysse, Jos Diegel, Wojtek Doroszuk, Mahdi Fleifel, Christoph Faulhaber, Fabien Giraud & Raphaël Siboni, Shaun Gladwell, Philipp Gufler, Amina Handke, Constantin Hartenstein, Kerstin Honeit, Vika Kirchenbauer, Thomas Kneubühler, Ihra Lill, Lieux fictifs (diverse artists), Elin Magnusson, Rachel Mayeri, Marianna Milhorat, NEOZOON, Shelly Nadashi, Erkka Nissininen, Francois Nouguies, Alan Phelan, Cristina Picchi, Florian Pugnaire & David Raffini, Mateusz Sadowski, Gerhard Treml & Leo Calice, The Otolith Group, Koen Theys, Anna Zett, Mikhail Zheleznikov, Tobias Yves Zintel. Außerdem ist der zweite Teil der Jubiläumsausstellung „30 Jahre – 30 Stimmen“ zu sehen. An dieser Ausstellung nehmen Victor Alimpiev, Breda Beban & Hrovje Horvatic, Janet Biggs, Manon de Boer, Ivo Dekovic, Cerith Wyn Evans, Ken Feingold, Jeanne C. Finley, Jaqueline Forzelius, Geissler & Sann, Jean-Franҫois Guiton, Astrid Heibach, Annebarbe Kau, Dan Oki, Soc. Raffaello Sanzio, Evamaria Schaller und Herbert Wentscher teil. www.V15.videonale.org

Biennalen

New Museum Triennal

Die New Yorker New Museum Triennal (25.2. bis 24.5. 2015) wird von der Kuratorin Lauren Cornell organisiert. Die Veranstaltungsreihe hat sich auf die Präsentation von „early-career artists“ spezialisiert und steht in diesem Jahr unter dem Motto „Surround Audience“. Dazu versammelt das Programm 51 Künstler und Künstlergruppen aus 25 Ländern, und für viele von ihnen ist dies ein allererster Auftritt in einem US-Museum. Cornell arbeitet bei der Programmgestaltung kuratorisch eng mit Ryan Trecartin zusammen, der vor einigen Monaten seine erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland im Berliner KW Institute for Contemporary Art hatte. Trecartin ist als Künstler auf Sound Installationen spezialisiert. Klangkunst ist auch bei dieser aktuellen Triennale neben Installation, Skulptur, Malerei, Tanz, Comedy, Poetrie und Video schwerpunktmäßig vertreten. Eine Online-Talkshow rundet die Triennale ab. www.newmuseum.org

Hochschulen

Ongaeshi Bremen-Nagoya

Anna Bart und Sabrina Meißner initiierten ein Austauschprojekt "Bremen-Nagoya" mit Studierenden an der HfK Bremen. Nachdem die Bremer Kunststudenten im vergangenen Herbst in Japan waren, kommen nun ihre japanischen Kollegen zu einem Gegenbesuch in die Hansestadt. Im Kulturzentrum „Kukoon“ (Buntentorsteinweg 29) arbeiten die sieben japanischen Gäste einen Monat lang mit den Kunststudenten der HfK zusammen. Das Austauschprogramm nennt sich "Ongaeshi". Das bedeutet sinngemäß "jemandem einen Gefallen erweisen" und bezieht sich auf die Gastfreundschaft. Kunstinteressierte sind herzlich willkommen, die Künstlergruppe während des Projekts bei „Werkstattbesuchen“ kennenzulernen und die entstandenen Arbeiten bei der Abschlussausstellung (22. bis 29. März 2015) zu besichtigen. www.hfk-bremen.de

Aktionen & Projekte

Month of Performance Art-Berlin

Die Initiative MPA-B (Month of Performance Art-Berlin) ruft den Mai zum Performance-Monat aus und bietet in der fünften Auflage dieses Festivals vom 1. bis zum 31. Mai 2015 ein Programm unter dem Titel „The Anthology“. MPA-B hat sich auf die Organisation und Präsentation alternativer Wege in der Performance-Kunst spezialisiert und ist in der freien Künstlerszene Berlins verankert. Eine Teilnehmerliste mit genauem Programm wird ab dem 1. April 2015 veröffentlicht unter www.mpa-b.org

Aktionen & Projekte

Bring your own Beamer

Daniel Spoerri war der erste Künstler gewesen, der 1982 den Hochbunker in der Körner Str. von Köln-Ehrenfeld als Ort für Kunstaktionen entdeckte. Als 2011 bekannt wurde, die Bundesimmobilienverwaltung wolle den Weltkriegs-Bunker auf dem freien Markt zum Verkauf anbieten, setzte sich eine Initiative aus lokalen Künstlern für den Erhalt dieses Kunstortes ein. Inzwischen hat sich  ein Trägerverein gegründet, der dort regelmäßig Ausstellungen, Performances und Medienkunst-Projekte durchführt. Für die jüngste Aktion am 6. März 2015 rufen Roland Neuburg, Fritz Gnad und Meryem Erkus Videokünstler dazu auf ihre Installationen, grafischen Bewegtbilder und visuellen Loops an die Innenwände des Bunkers in Ehrenfeld zu werfen und diesen mit ihrem eigenen Equipment in eine großflächig-audiovisuelle Bilderwelt zu verwandeln.“ Das Konzept zu „Bring your own Beamer“ hat Rafaël Rozendaal 2010 enwickelt. Anmeldeschluss war am 1. März 2015. Die Reihe soll fortgesetzt werden. www.bunker101.de

Aktionen & Projekte

Liegen -Sitzen - Stehen...

Rund zweitausend Fotos haben die Künstler des Kölner E.P.I.-Zentrums für eine "diagrammatische Ausstellung" im Bonner Künstlerforum zusammen getragen: "Im Kontext der Performance" dokumentieren Susanne Grube, Sibylle Ettengruber, Thomas Reul, Gerhard Dirmoser Roland Bergère und Boris Nieslony das Ergebnis einer "anthropologischen Feldforschung". Aus Archiven und Zusendungen von Künstlerkollegen haben sie eine Dokumentation über "menschliche Grundtätigkeiten und Grundhaltungen" wie "Liegen-Sitzen-Stehen-Gwhen-Springen-Fliegen/Fallen - was Menschen tun und wie" zusammen getragen. Bilder von Performances, Videos und ein Webblog mit Texten ergänzen diese Projekdokumentation. Bis 22. März 2015.www.asa.de

Aktionen & Projekte

Booom, Bubble und Blast

Jedem wirtschaftlichen Aufschwung (boom) folgt zwangsläufig eine Blase (bubble), die irgendwann platzt (blast). Diese Metapher zur Beschreibung der Mechanismen in der kapitalistischen Wirtschaft bildet den Titel einer Ausstellung mit „Kunst zur Demokratie“ im Projektzentrum Dresdner Motorenhalle: „boom, bubble und blast“ lautet der Titel in poetischer Alliteration. Mehr als 40 Künstler zeigen bis zum 4. April 2015 Skulpturen, Malerei, Videos, Soundart, Fotografien, Performances, Dokumentationen von Interventionen im öffentlichen Raum, „die sich mit den Folgen von Krisen der vergangenen Jahre befassen.“ Und da Kunst auch immer mit dem Einfordern von Utopien zu tun hat, „spekulieren die Künstler über Möglichkeiten, Entwicklungslinien anders als bisher verlaufen zu lassen. Sie entwerfen Vorschläge zu Denk- und Handwerkzeugen zur nachhaltigen Bearbeitung von gesellschaftlichen Problemen und helfen damit, Unwohlsein am Gemeinwesen zu vergesellschaften - denn nur so können bitter nötige Antworten auf die Krisen der Gesellschaft entwickelt werden.“ Künstlerliste: Farhid, FLATZ, Heidrun Friese, Front Deutscher Äpfel, Tim Goldie, Viktor Hertz, Peter Kennard & Cat Picton Phillipps, Sebastian Krumbiegel, Andreja Kulunčić, Michael Kurzwelly & Nowa Amerika, R.P.S. Lanrue mit Ton Steine Scherben, La r.O.n.c.e. - John Jordan and Isabelle Fremeaux, Peter Lewis & Makiko Nagaya, The Artist Taxi Driver/Mark McGowan, Sina Michalskaja, Rob Moonen, Jörg Möller, Hajnal Németh, Csaba Nemes, NewArtonMondays, Gunter Rambow, Carrie Reichardt, Penny Rimbaud, Tony Barber, Chas Webber, Henrik Schrat, Veronika Schumacher, Seyfried/Ziska, Jonas Staal, Klaus Staeck, Klaus Theuerkauf, Marco Tomassoli, Andreas Ulrich, N. U. Unruh, Omar Vulpinari, Joanne Wardrop/Steven Ounanian, Christina Zück, Sahar Zukerman, Sus Zwick, Muda Mathis/Fränzi Madörin. www.riesaefau.de

Aktionen & Projekte

Polit-Aktionen

Kurt Fleckenstein, Mannheimer Land Art-Künstler, wurde durch politische Aktionen im öffentlichen Raum bekannt: in Berlin hockten bei der Aktion „Abgefertigt“ vor dem Brandenburger Tor Jugendliche mit verbundenen Händen in jenen großen Plastiktaschen mit hellblau-grauen-Karomuster, in denen häufig Migranten ihre Habe mit sich führen. Damit machte Fleckensein auf drastische Weise deutlich, wie häufig mit Asylbewerbern umgegangen wird. Aus Protest gegen die rechtspopulistische Pegida-Bewegung legte er im Februar 2015 in Dresden 175 muslimische Gebetsteppiche im Straßenraum vor der Frauenkirche aus: die Polizei beendete jedoch schon ziemlich bald die Aktion uns ließ die Teppiche durch die städtische Straßenreinigung einsammeln. Für Mai 2015 hat Kurt Fleckenstein eine Anti-Putin-Performance in der lettischen Hauptstadt Riga angekündigt. Dort will er einen zerschossenen ukrainischen Panzer ausstellen, der von einem als russischer Soldat verkleideten Mitakteur gereinigt wird. www.kurt-fleckenstein.com

Aktionen & Projekte

Kunst im Knast

Exakt 110 Jahre lang wurde der Gebäudekomplex am Magdeburger Ring als „Justizaussenstelle“ genutzt. Doch seit 2013 steht der Knast leer – eine Sanierung ist dem Land Sachsen-Anhalt zu teuer. Die Gefangenen wurden in andere Knäste verlegt. Nun dürfen 250 Künstler einen Sommer die leeren Zellen für Ausstellungen, Projekte und Aktionen nutzen. Vom 6. Juni bis 20. September 2015 beleben sie die alten Zellentrakte unter dem Motto „Die neue Sinnlichkeit in der zeitgenössischen Kunst“ mit darstellender Kunst, Literatur, Film, Musik, Lichtkunst und Performances. Organisator des Festivals ist der Verein „Kulturanker“, der mit 30.000 Besuchern rechnet. Finanzstaatssekretär Jörg Felgner betonte, dass solch eine kulturelle Nutzung nur für dieses eine Mal vorgesehen sei, denn das Land wolle den Gebäudekomplex an einen neuen Eigentümer verkaufen. Der Verein Kulturanker hat Erfahrung mit der Durchführung solcher Festivals: 2012 zählte man 13.000 Besucher bei einem Projekt in einem ehemaligen Magdeburger Krankenhaus, und 2013 lockte „Kulturanker“ 20 000 Besucher zu einem Festival auf einem ehemaligen Industriegelände. www.kulturanker.de

Preise

Düsseldorf: Rundgang-Förderpreis

Tomas Kleiner und Marco Biermann aus der Klasse von Professorin Katharina Grosse sind Stipendiaten des Rundgang-Förderpreises an der Düsseldorfer Kunstakademie. Die beiden erhalten einen Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro. Das Stipendium wird jedes Jahr zum Rundgang von dem Verein der Freunde und Förderer vergeben. www.kunstakademie-duesseldorf.de

 

Messen & Märkte

Art Basel Hongkong

„Der Hongkonger Markt professionalisiert sich und adaptiert nach und nach die internationalen Regeln“, beobachtete die FAZ nach der zweiten Ausgabe der Art Basel Hongkong. 245 Galerien bemühten sich 2014 um ein Publikum aus „leisen Australiern, lauten Russen, Scheichs aus Abu Dhabi und an Investment orientierten Festlandchinesen“ (FAZ.Net). Eine ähnlich große Teilnehmerzahl darf auch bei der dritte Ausgabe der Messe die Stände beziehen (Preview: 13./14. März 2014, Publikumstage 15. bis 17. März 2015). Die Veranstalter rechnen wieder mit 65.000 Besuchern. Der Hallenplan ist in die Sektoren „Galleries“, „Insights“ und „Discoveries“ eingeteilt. Während im Galerien-Sektor zumeist renommierte Galerien (sie müssen seit mindestens drei Jahren bestehen) ihr Programm mit Kunst des 20./21. Jh. anbieten, sind die „Insights“ für kuratierte Projekte von Ausstellern aus dem asiatischen und pazifischen Raum reserviert. Sie bieten Solo-Shows, Themenausstellungen oder kunsthistorische Präsentationen. „Discovery“ ist der Sektor für aufstrebende Galerien, die neue Arbeiten von einem oder zwei ihrer Künstler ausstellen. Diese Künstler sollten noch am Anfang ihrer Karriere sein. www.artbasel.com

Kulturpolitik

Hamburger Gängeviertel: Planungsstopp

Enge Bebauung mit schmalen Gassen und verwinkelten Höfen waren charakteristisch für das historische Hamburger Gängeviertel. Wegen der schlechten hygienischen Verhältnisse begann man bereits um 1900 mit der Sanierung; bis heute sind nur noch vereinzelte Bauten übrig geblieben. Als ein niederländischer Investor von der Stadt einen Gebäudekomplex ankaufen und abreißen wollte, besetzten 2009 unter der Schirmherrschaft des Malers Daniel Richter 200 Künstler die Häuser und erzwangen von den Politikern eine Rückabwicklung des Kaufvertrags. Stattdessen propagierte die Initiative „Komm in die Gänge“ ein „selbstverwaltetes lebendiges Quartier“ mit kultureller und sozialer Nutzung. Der Hamburger Senat bewilligte 20 Mill. Euro für eine achtjährige Sanierung, durch die 80 Wohnungen und diverse Künstlerateliers geschaffen werden sollten. Das erste Gebäude ist bereits renoviert; neun weitere Gebäude stehen noch auf der Sanierungsliste. Doch „gravierende Probleme“ führten schließlich dazu, dass der Senat der Forderung der Initiative nach einem Plannungsstopp zustimmte. In den kommenden Monaten arbeiten drei Arbeitsgruppen an den ungeklärten Fragen zum Betrieb einer Kunstfabrik, einer Genossenschaftsanbindung für die Mieter und an alternativen Modellen zur Sanierung und deren Finanzierung.

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