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Band 244

Die neue Auftragskunst

Ende der Autonomie?

Jahrhunderte lang arbeiteten Künstler im Auftrag von Päpsten, Königen und Aristokraten. Mit der Moderne erschlossen sie sich einen bürgerlichen Kunstmarkt und beendeten diese Abhängigkeiten. Spätestens seit der Jahrtausendwende aber ist eine neue Auftragskunst zu beobachten: Immer mehr Unternehmen beauftragen Künstler, ortsspezifisch oder mit ihren Produkten, ihrem Logo oder unter ihrem Namen Werke zu schaffen. Die Kunst dient dabei als Klebstoff, als Verbindungsmittel zur Gesellschaft, zu Kunden, zu Mitarbeitern, zum Publikum.


In „Die neue Auftragskunst“ werden Unternehmer, Kuratoren, Sammler, Galeristen und Künstler interviewt, um die Notwendigkeit von Kompromissen zu erörtern und die Scheu vor dem Begriff zu thematisieren. Neben einem konzentriert, historischen Rückblick, wird anhand einer großen Auswahl an Beispielen von Unternehmen z.B. aus der Modebranche, dem Bank- und Immobiliensektor, der Kirche, dem öffentlichen Raum oder Institutionen, Einblick in die massiv zunehmende Produktion von Auftragskunst gegeben und die Kritik an der neuen Situation zur Debatte gestellt.

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„KUNSTFORUM bietet schon aufgrund seiner Buchhaftigkeit etwas höchst Außergewöhnliches: Es kombiniert grundlegende Texte mit sehr umfangreichen Fotoreportagen zu Ausstellungen und Biennalen. Auch bietet es mit seiner alle Bände umfassenden Datenbank so etwas wie eine enzyklopädische Übersicht über die letzten Jahrzehnte der Kunstwelt und beschert uns Leser mit den wesentlichen visuellen Informationen.“

(Jean-Hubert Martin)

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Aktionen & Projekte

Künstler-Petition an Donald Trump

Luis Camnitzer, in den USA lebender Künstler, Kurator und Hochschullehrer, fand für eine Petition auf Anhieb 370 Unterstützer. Mit der Petition wird der künftige US-Präsident Donald Trump aufgefordert, statt eine Grenzmauer nach Mexiko zu bauen lieber den Künstler Christo einzuladen, dort erneut sein Projekt „Runnig Fence“ mit Tüchern zu realisieren. Zusammen mit seiner 2009 verstorbenen Frau Jeanne-Claude hatte Christo 1976 in Kalifornien über eine Länge von 40 km einen solchen Zaun aus Textilstoff errichtet. Zur Begründung seiner Idee erklärte Camnitzer, auf diese Weise würde „ein rassistisches Projekt in ein öffentliches Kunstevent verwandelt“; für die USA wäre dies zugleich ein kultureller Imagegewinn. Zu den bekanntesten künstlerischen Arbeiten von Luis Camnitzer gehört die sechsteilige Plakatserie „Last Words“ (2008) mit einem Text aus den letzten Worten von Todeskandidaten.

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Preise

Kaiserring Goslar

Isa Genzken nimmt am 7. Oktober 2017 den Kaiserring der Stadt Goslar entgegen. Die in Berlin lebende Bildhauerin gilt als eine der wichtigsten deutschen Künstlerinnen der Gegenwart; sie führe seit mehr als 30 Jahren „den internationalen Diskurs der Bildhauerei mit an, so die Jury. In ihren Fotografien, Installationen und Skulpturen thematisiere sie die „Umbrüche, Gegensätze, Gewalt und Brutalitäten unserer Gesellschaften“. Der Kaiserring-Preis ist undotiert, zählt aber nach wie vor zu den wichtigsten Auszeichnungen für renommierte Künstler. Er besteht aus einem schlichten Goldring mit dem Bildnis des am 11. November 1050 in Goslar geborenen Kaisers Heinrich IV.

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Dazu in Band 244 erschienen:

Jimmie Durham

Jimmie Durham war zwei Mal Teilnehmer der Kasseler documenta und fünf Mal als Künstler zu Gast bei der Biennale in Venedig. Dieses Jahr hat er den renommierten Kaiserring erhalten, mit dem die Stadt Goslar seit 1975 bildende Künstler auszeichnet, die ästhetische Maßstäbe gesetzt und sich in ihrem Fach verdient gemacht haben. Ein Gespräch mit dem Kaiserringträger der Stadt Goslar 2016.
Von Michael Stoeber

 

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Galerien & Auktionshäuser

Galeristin Barbara Weiss gestorben

Die Berliner Galeristin Barbara Weiss ist nach langer Erkrankung im Alter von 56 Jahren verstorben. Sie war Ehefrau des Kurators und Museumsleiters Kasper König. Nachdem sie seit Ende der 1980er Jahre in Berlin mit Michael Johannes Wewerka die Galerie Wewerka und Weiss betrieben hatte, gründete sie 1992 ihre eigene Galerie. Sie arbeitete u.a. mit den Künstlern Nicole Eisenman, Monika Baer, Maria Eichhorn und Andreas Siekmann zusammen.

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Biennalen

Istanbul-Biennale

Obwohl die Türkei das Abkommen „Kreatives Europa“ aufkündigte und deswegen keine Fördergelder mehr von der EU für den Kulturaustausch erhält, wollen Michael Elmgreen und Ingar Dragset als Kuratoren an der Istanbul Biennale festhalten: trotz der innenpolitischen Spannungen und trotz der Terroranschläge in jüngster Zeit soll die Biennale allen Widrigkeiten zum Trotz wie geplant im September 2017 stattfinden. Allerdings ist die Situation für die Kuratoren äusserst schwierig: auf Druck der regierenden nationalkonservativen Erdogan-Partei AKP war vor einigen Wochen die Kuratorin der Cannakale-Biennale zurück getreten. Kenner des türkischen Kunstbetriebs beurteilen auch die derzeitigen Rahmenbedingungen für die Galerien in Istanbul als politisch und wirtschaftlich schwierig; manche mussten in jüngster Zeit schließen. Die Anziehungskraft der Stadt für Touristen hat deutlich nachgelassen, der Boom mit der Gründung neuer Kunstmessen, Biennalen und Galerien ist spätestens seit dem gescheiterten Putsch im Juli 2016 vorbei. Beral Madra, Kuratorin der ersten beiden Istanbul Biennalen 1987 und 1989 und ebenso mehrfach Kommissarin für den türkischen Pavillon auf der Biennale in Venedig, beschrieb die Stimmung nach dem Putschversuch im Interview mit der „ZEIT“: „Die Hauptproduzenten der zeitgenössischen Kunst, die Künstler, Kuratoren und Kritiker, haben... keine Macht. Der Kunstbetrieb bildet eine ganz kleine Zivil-Initiative in der Türkei, er stellt aus Sicht der Regierung keine Gefahr dar. Die Kunst wird hier von den Mächtigen nur wahrgenommen, wenn sie dem Kulturtourismus oder der herrschenden Ideologie hilft. Repression und Zensur sind allerdings keineswegs fremd in der Kunst der Türkei....“

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Dazu in Band 244 erschienen:

Are you still alive?

Zwischen Aufbruch und Verzweiflung: Noch sitzt kein Bildender Künstler im Gefängnis am Bosporus. Aber die Spielräume für die Szene werden enger.
Von Ingo Arend

 

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Kulturpolitik

Attentats-LKW ins Museum?

Beim Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt kamen am 19. Dezember 2017 zwölf Menschen ums Leben. Der Täter hatte als Tatwerkzeug kurz zuvor einen polnischen Lastwagen gestohlen und den Fahrer ermordet. Die Diskussion, ob dieser Lastwagen nach Beendigung der kriminaltechnischen Untersuchungen zum Fundus des Museums Haus der Geschichte Bonn gehören soll oder nicht, empfinden manche als bizarr. So hielt der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, die Debatte für „nicht würdevoll“, und auch der Stiftungspräsident des Museums Hans-Walter Hütter erklärte, wenige Wochen nach dem Anschlag sei es noch „zu früh“, darüber nachzudenken. Allerdings sei es ein „normaler Vorgang“, bei einem Museum, das die deutsche Geschichte nach dem Zweiten Weltkrieg dokumentiert, zu erwägen, was in die Sammlung aufgenommen werden soll. Musealisierung bedeutet allerdings oft nachträgliche Anerkennung oder gar Nobilitierung, und so fragte der „Stern“ bangend: „Ist das nicht gleichsam ein Ritterschlag für den Täter?“ Als Antwort versicherte Hütter, „das Geschehen darf auf keinen Fall nur aus Sicht des Täters dargestellt werden“, und im Berliner „tagesspiegel“ kommentierte Malte Lehming die frivole Möglichkeit, „sich Kaugummi kauende Teenies vorzustellen, wie sie vor dem Lastwagen Selfies machen.“

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Kulturpolitik

Istanbul: Streit um Hagia Sophia

Mustafa Kemal Atatürk, Gründer der modernen Türkei, erklärte die Hagia Sophia 1935 zum Museum. Die seit dem Jahr 641 als Krönungskirche der byzantinischen Kaiser genutzte Kathedrale des Ökumenischen Patriarchats von Konstantinopel war nach 1453 Hauptmoschee der Osmanen. Die demonstrative Umwandlung in ein Museum war Teil der Politik Atatürks, eine säkulare Gesellschaftsordnung zu etablieren. Vor einigen Wochen jedoch ernannte die Religionsbehörde Diyanet den muslimischen Geistlichen Önder Soy zum Imam für die Hagia Sophia, und inzwischen ertönt dort auch zweimal täglich der Aufruf des Muezzins zum Gebet. Bereits seit 1991 gibt es dort einen Gebetsraum, der aber nur selten benutzt wurde, weil die Hagia Sophia nicht in einem Wohnviertel liegt. Jetzt aber wird dieser Gebetsraum stärker frequentert, vor allem von Touristen aus arabischen Ländern. Offiziell ist das Gebäude immer noch ein Museum, doch Pater Dositheos, Sprecher des griechischen Patriarchats von Konstantinopel, unterstellt der Regierung Erdogan, sie wolle mit einer „geschickten Inszenierung“ diesen Status „in Frage stellen“. Selina Özuzun Dogan, führende Politikerin der kemalistischen Oppositionspartei CHP, setzt sich dafür ein, das Kulturdenkmal weiterhin „religionsunabhängig“ zu nutzen. Kritik an der Vereinnahmung durch Präsident Erdgans Religionspolitik mit einer nationalistischen Interpretation als Symbol für die Eroberung Konstantinopels 1453 äusserte schon im Sommer vergangenen Jahres auch das griechische Außenministerium. Der kulturelle Streit ist mit einer gewissen Brisanz ein Nebenschauplatz in den aktuell zunehmenden politischen Spannungen zwischen der Türkei und Griechenland – Erdogan stellt verbal den Vertrag von Lausanne 1923 in Frage und beansprucht für sein Land Inseln in der Ägäis, die seit 1923 zu Griechenland gehören.

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Personalien

Papst ernennt neue Museumsdirektorin

Barbara Jatta wurde von Papst Franziskus zur neuen Direktorin der Vatikanischen Museen ernannt. Damit wurde erstmals eine Frau an die Spitze der Vatikanischen Museen berufen, die 800 Mitarbeiter haben und in denen man jährlich 6 Mill. Besucher zählt. Die italienische Kunsthistorikerin folgt auf Antonio Paolucci, der zum Jahresbeginn 2017 mit 77 Jahren in den Ruhestand ging.

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Aktionen & Projekte

Berliner Transmediale: Partnerprogramm

Vor dem Start des einmonatigen Berliner Transmediale-Programms ("ever elusive – thirty years of transmediale) beginnt bereits am 20. Januar 2017 das Partnerprogramm in zahlreichen Berliner Projekträumen, Organisationen und Galerien. Die 6. Ausgabe dieses Vorspiels umfasst mehr als 50 Orte und läuft vom 20. Januar bis zum 5. März 2017. Die gemeinsame Eröffnungsfeier ist für den 20. Januar 2017 im ACUD MACHT NEU angekündigt; sie bietet einen Überblick über das nachfolgende Vorfestivalprogramm. "Den Abend hindurch werden die verschiedenen Räume des ACUDs mit Talks, Installationen, Performances und Screenings u.a. von Labor Neunzehn, Vilém Flusser Archiv, General Public, Spektrum, Hypernatural Sounds at SomoS, Appartment Project, TOP eV Kitchenlab, Espace Diaphanes und panke.gallery bespielt." Insgesamt sind an dem Programm die Initiativen beteiligt: A Space Under Construction, ACUD MACHT NEU, alpha nova & galerie futura, American Academy in Berlin, Apartment Project, Art Laboratory Berlin, Art&Science Node, Capitain Petzel, CASHMERE RADIO, Centrum, CHB - Collegium Hungaricum Berlin, design akademie berlin & Merz Akademie Stuttgart, designtransfer, UdK Berlin, Errant Sound, Espace Diaphanes, Filterhouse, Greenhouse-Berlin/Gallery 8, Hypernatural Sounds #4: objet autre @ SomoS Gallery, Import Projects, Institut für Alles Mögliche, Kotti-Shop / Yellow Castle, Labor Neunzehn, Lacuna Lab e.V., Liebig12, LoopHole Artspace, Neu West Berlin, NON Berlin, Panke, panke.gallery, Peninsula e.V., Planetarium Lichtenberg, Polyphony, Public Art Lab, reboot.fm, ROCKELMANN &, School of Machines, Making & Make-Believe, Spektral-Raumohr, SPEKTRUM | art science community, TOP e.V. Association for the Promotion of Cultural Practice, uqbar, Vilém Flusser Archive, werkstatttraum e.V., ZK/U Zentrum für Kunst und Urbanistik, ZÖNOTÉKA, ZWITSCHERMASCHINE. www.transmediale.de/de

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Preise

Preis der Wolf-Stiftung

Laurie Anderson, Performancekünstlerin, und Lawrence Weiner, Konzeptkünstler, teilen sich im Juni 2017 die Preissumme von umgerechnet 95.000 Euro des Preises der israelischen Wolf-Stiftung. Es heißt, die beiden Künstler würden wegen der „Radikalität ihrer Arbeiten“ gewürdigt. Laurie Anderson arbeitet mixed-medial mit Bildern, Tönen, Film und Musik. Lawrence Weiner arbeitet mit abstrakten Texten auf unterschiedlichen Bild- und Objektträgern. Der Diplomat Ricardo Wolf rief seine Stiftung 1978 ins Leben.

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Aus dem Archiv

„KUNSTFORUM ist ein Magazin, das so gut wie jedes Thema, das wichtig ist, beackert hat, und es ist so umfangreich, dass ich manchmal noch einmal in Heften von vor zehn Jahren schaue, und nicht selten erweist sich KUNSTFORUM als eine Fundgrube…“ (Kaspar König)

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