• KOKI TANAKA, Painting to the Public (Open Air), 2012, Aktion Stadtgebiet Tokio, © Deutsche Bank Kunsthalle
  • Real Humans, Fernsehserie, Schweden, seit 2012, Videostill
  • Cornelia Sollfrank, Legal Perspective, 2004, vierkanalige Videoinstallation. Cornelia Sollfrank, anonymous-warhol_flowers, seit 2006, 21 digitale Drucke auf Aluminium, je 70 cm x 70 cm. Foto: Christoph Irrgang
  • Julian Röder, Protests against G8 summit in Thessaloniki, 2003, Fotografie. Sammlung Miettinen, Berlin - Helsinki
  • DOMINIQUE GONZALEZ-FOERSTER, Splendide Hotel (annexe), 2015, Installationsansicht im K20. Foto: © Achim Kukulies
  • Florian Meisenberg, Out of Office, 2016. Installation mit Livestream-Übertragung und Einkanal-Video, Ölgemälde und Fototapete. Ausstellungsansicht in der Schirn Kunsthalle, Frankfurt/Main. © Schirn Kunsthalle, 2016. Foto: Norbert Miguletz
  • Außenansicht Städel Museum und Städel Garten. Foto: Städel Museum

Band 240

Get involved!

Partizipation als künstlerische Strategie

Herausgegeben von Max Glauner

„Get involved! Partizipation als künstlerische Strategie“ stellt sich einem hochaktuellen und umstrittenen Thema. Längst setzen das Web 2.0 und neoliberale wie alternative Wirtschaftsformen erfolgreich auf Partizipation, sind Forderungen nach direkter politischer Teilhabe im rechten wie linken Mainstream angekommen. Und was macht die Kunst? Auch sie setzt auf aktive Mitwirkung des Publikums. Wie der vorliegende Band zeigt, hat sie Partizipation als künstlerische Strategie schon seit den Anfängen der Moderne und mit Nachdruck in den Neoavantgarden der 1960er-Jahre auf ihre Fahnen geschrieben. Bis heute wurde im Anschluss und dagegen eine unübersehbare Zahl an unterschiedlichen partizipatorischen Ansätzen und Formaten hervorgebracht. Vierzehn Autoren, Künstler und Kuratoren machen sich daher an eine vorläufige Bestandsaufnahme, die versucht, unter dem Horizont eines neuen systematischen Ansatzes, der die Partizipation in ihre Modi der Kollaboration, Kooperation und Interaktion auffächert, die Fülle partizipatorischer Kunst an ausgewählten Beispielen zur Diskussion zu stellen: „Get involved!“

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Aus dem Inhalt

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In eigener Sache

Aktionen & Projekte

Christo: The Floating Piers

Christo und seine 2009 verstorbene Partnerin Jeanne-Claude wurden mit der verfremdende Verhüllung von Landschaften und historischen Gebäuden berühmt. Beide hatten schon in den 1970er Jahren mit solchen Land Art- und Verhüllungsprojekten in Italien auf diese Weise in mehrere Gebäude interveniert, so in Spoleto während des „Festival dei due mondi“. Jetzt kehrt Christo mit seinem Projekt „The Floating Piers“ nach über vierzig Jahren nach Italien zurück, und zwar an den Lago d'Iseo achtzig Kilometer östlich von Mailand. Das „Art in Nature“-Projekt lässt die Besucher auf dem See wandeln – sechzehn Meter breite begehbare schwimmende Stege aus dicht gewebtem Nylonstoff verbinden auf 3 km Länge das Festland mit zwei Inseln im See. Verbunden sind sie mit 200.000 würfelförmigen Kanistern aus Polyethylen. Vom 18. Juni bis zum 3. Juli 20916 kann man solchermaßen beim Spaziergang vom Seeufer zur Insel San Paolo die Wellen unter seinen Füßen spüren. Die Installation ist rund um die Uhr zugänglich. Für die schwimmenden Stege benötigen der Künstler und sein Team rund 70.000 qm Stoff in Gelb-Orange. Natürlich denkt man an die biblische Szene, die das Matthäus-Evangelium beschreibt: die Jünger sehen vom Boot aus Jesus Christis auf dem See Genezareth wandeln. Künstler Christo sagt dazu: „Ich bin nicht religiös. Aber meine Werke sind frei für Interpretationen. Wenn religiöse Konnotationen kommen, ist das in Ordnung“. www.christojeanneclaude.net/projects/the-floating-piers

Biennalen

Michel Houellebecq auf der "Manifesta"

Zu den prominentesten Teilnehmern bei der diesjährigen Manifesta in Zürich zählt der französische Schriftsteller Michel Houellebecq. Eigentlich hatte der Kurator Christian Jankowski ihn eingeladen, einen Katalogtext zu schreiben. Nun aber nimmt Houellebecq als Künstler an der Manifesta-Biennale teil; und außerdem hat er in Paris im Palais de Tokyo derzeit vom 23. Juni bis zum 11. September 2016 eine Einzelausstellung mit Fotoarbeiten unter dem Titel „Rester vivant“ (am Leben bleiben). Unter dem Titel „Rester vivant“ hatte er bereits 1991 einen Gedichtband veröffentlicht. Zu der Ausstellung heißt es, Houellebecq erprobe eine „Neuerfindung“ des Prinzips einer Ausstellung durch die „Verwischung der Grenzen zwischen Literatur und Fotografie, Realität und Fiktion“. Real ist indessen sein Beitrag für die Manifesta: der Schriftsteller und Künstler hat sich von einem Internisten untersuchen lassen und stellt den Befund in Zürich aus. Der Mediziner ist somit Mitschöpfer des Exponats, und dies entspricht Jankowskis Strategie, im Rahmen der Manifesta Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen zusammen zu bringen. Am selben Tag, als im Januar 2015 Michel Houellebecq Roman „Soumission“ erschien, verübten dschihadistische Terroristen ein Attentat auf die Redaktion der Pariser Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“, die auf dem Titelblatt eine Karikatur über ihn abgedruckt hatte.

Personalien

Eva Birkenstock geht nach Düsseldorf

Eva Birkenstock wird am 1. September 2016 Nachfolgerin des bisherigen Direktors des Düsseldorfer Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen, Hans-Jürgen Hafner, dessen Vertrag turnusgemäß nach fünf Jahren zum 31. August 2016 endet. Birkenstocks Biografie weist neben beruflichen Stationen in Hamburg, Lüneburg, New York und Basel war zuletzt eine Arbneit als Kuratorin am Kunsthaus Bregenz auf. Ihre Ausstellungspraxis „zeichnet sich durch kollaborative und Recherche-basierte Projekte aus, die sich im Besonderen auf die Verbindungspunkte unterschiedlicher Diskurse und künstlerischer Arbeitsfelder beziehen. Zudem bilden das Arbeiten mit Performance und der Einbezug nicht-westlicher Kunstsysteme wesentliche Arbeitsschwerpunkte.“ www.kunstverein-duesseldorf.de

Museen & Institutionen

San Francisco: SFMOMA wieder eröffnet

Als 1935 das SFMOMA-San Francisco Museum of Modern Art seinen Betrieb aufnahm, war es das einzige Museum an der Westküste der USA, das sich mit der Kunst des 20. Jh. beschäftigte. 1995 bezog es ein neues Gebäude. Ab 2013 war es drei Jahre lang wegen Umbauarbeiten und der Errichtung eines Neubaus geschlossen. Mit dem 305 Mill. Dollar teuren Erweiterungsbau hatte man die norwegische Architekturfirma Snøhetta beauftragt; und die Festrede zur Wiedereröffnung im Frühjahr 2016 hielt denn auch die norwegische Kulturministerin Linda Hostad. Mit der Erweiterung weist das Museum jetzt 16.000 qm Ausstellungsfläche auf; es ist damit um 40 Prozent größer als das MOMA in New York. Die unteren beiden Stockwerke mit der Lobby sind auch künftig wieder kostenlos zugänglich. Hier trifft man auf eine Monumentalskulptur von Richard Serra und auf eine Galerie mit Werken von Alexander Calder. Insgesamt präsentiert das Museum nun in 19 neu arrangierten Ausstellungen 1.900 verschiedene Werke von Künstlern des 20./21. Jh. Dabei ist eine Etage auch mit deutscher Kunst nach 1960 bestückt; u.a. mit Arbeiten von Gerhard Richter. Der Neubau ist vor allem für die Sammlung von Donald George Fisher (1928-2009) und seiner Ehefrau Doris reserviert. Ihre Sammlung umfasst u.a. Werke von Andy Warhol, Claes Oldenburg, Roy Lichtenstein, Gerhard Richter, Anselm Kiefer und Chuck Close. www.sfmoma.org

Museen & Institutionen

Berlin: Baubeginn für Urban Nation Museum

In der Berliner Bülowstraße wurde soeben der Baubeginn für das kommende URBAN NATION MUSEUM FOR URBAN CONTEMPORARY ART gefeiert. In den kommenden Monaten entsteht dort eine "Anlaufstelle für Ausstellungen, Forschung und Austausch rund um eine der bedeutendsten Kunstformen des 21. Jahrhunderts." Mitte 2017 soll in dem dann umgebauten Schöneberger Gründerzeitgebäude das Museum seinen Betrieb aufnehmen. In den vergangenen drei Jahren nuztzte die Initiative URBAN NATION die Fassade als Leinwand für die Arbeiten diverser Streetart-Künstler, darunter Shepard Fairey, D*Face, Maya Hayuk oder The London Police. Die Idee und künstlerische Ausgestaltung der Museumspläne gehen auf Yasha Young als Leiterin und künftige Museumsdirektorin zurück. "Unter dem Leitmotiv 'Connect. Create. Care.' bringt die Kunstinitiative ihr Konzept und ihr Programm auf den Punkt: So arbeitet URBAN NATION als internationales Netzwerk, das durch regelmäßige Kunstprojekte und Ausstellungen Verbindungen zwischen Künstlern, Kreativen und der Öffentlichkeit befördert..."

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Haus Konstruktiv: Um die Ecke denken

Das Züricher Haus Konstruktiv feiert in diesem Jahr sein 30jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass unterziehen die beiden Kuratorinnen Sabine Schaschl und Evelyne Bucher die Sammlung mit der umfangreichen Präsentation „Um die Ecke denken. Die Sammlung Museum Haus Konstruktiv (1986–2016) und Gastinterventionen“ einer kritischen Bestandsaufnahme. Die Ausstellung läuft bis zum 4. September 2016 und verzichtet bewusst auf externe Leihgaben. Der Besucher trifft auf Exponate u.a. von Max Bill, Christoph Büchel, Walter Dexel, Rita Ernst, Eugen Gomringer, Joanne Greenbaum, Gottfried Honegger, Richard Paul Lohse, François Morellet, Gerwald Rockenschaub, Victor Vasarely, Philippe Weber-Jahanguir und Beat Zoderer. Zu Gastinterventionen eingeladen sind: Olaf Breuning, Claudia Comte, Martin Creed, Sylvie Fleury, Christian Jankowski, Yves Netzhammer, Nedko Solakov, Martin Walde und WBG AG - 30 Jahre Grafik für das Museum Haus Konstruktiv. www.hauskonstruktiv.ch

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Kassel: Jungle Stripe

In ihrer ersten institutionellen Einzelausstellung in Deutschland verdichtet Anicka Yi das Erdgeschoss des Kasseler Museum Fridericianum zu einer raumgreifenden Installation. Vom 28. Mai bis zum 4. September 2016 ist hier die Ausstellung „Jungle Stripe“ zu sehen, in der sich die Künstlerin mit „Lebensformen, Organismen und mikrobiologischen Prozessen“ auseinander setzt. „In Anlehnung an die Kosmologien indigener Bevölkerungen des Amazonas setzt sie sich mit einem nicht-anthropozentrischen, nicht-hierarchischen Denken auseinander, welches der Anthropologe Eduardo Viveiros de Castro als multinaturellen Perspektivismus (multinatural perspectivism) beschreibt.“ www.fridericianum.org

Personalien

Theo Lambertin gestorben

Theo Lambertin starb im Alter von 67 Jahren. Nach seiner Lehre als Farblithograph studierte er an den Kölner Werkschulen. Der Maler prägte wesentlich die Kölner Kunstszene der späten 1970er und der 1980er Jahre mit und lebte zusammen mit seiner Frau Martina Bako in den letzten Jahren in Leipzig, Berlin und in Texas, war auch Dozent in Erfurt. In den 1990er Jahren schuf er auch ein Bühnenbild für die Inszenierung von Jean Genets "Le Balcon" mit Martina Bako und Dirk Bach in den Hauptrollen. In seine Bildtitel fügte er dadaistisch anmutende Wortspiele ein, oft auch auf kölsch, doch folkloristische Heimattümelei war ihm immer fremd. In seinen bissigen Bild-Text-Kombinationen attackierte Lambertin stattdessen immer wieder die „rheinischen Frohmelker”. Auch der kommerzielle Kunstbetrieb bekam immer sein Fett weg. Theo Lambertin begann schon sehr früh, auf experimentelle Weise Malerei mit Fotografie zu verbinden: „Zeit-Collagen” nannte er diese vielschichtigen Überblendungen von Fotografie auf Leinwand mit Übermalungen.

Personalien

Ruhrtriennale: Leitungswechsel 

Stefanie Carp übernimmt ab 2018 für drei Jahre die Leitung des großen Musik- und Theaterfestivals „Ruhrtriennale“. Gleichzeitig wurde der Schweizer Regisseur und Musiker Christoph Marthaler als Chef-Regisseur berufen. Beide haben schon künstlerisch zusammen gearbeitet, Zusammenarbeit, etwa während einer Ko-Intendanz in Zürich. www.ruhrtriennale.de

Messen & Märkte

C.A.R. Essen

Die C.A.R. Contemporary Art Ruhr in Essen teilt sich auf zwei Termine auf: Vom 3. Bis 5. Juni 2016 wird sie als Medienkunstmesse ausgerichtet. „Als kuratierte Ausstellung präsentiert die Medienkunstmesse der C.A.R. aktuelle Positionen jenseits der klassischen Kunstsparten aus den Bereichen Video, Installation, Performance-und Klangkunst sowie mit dem Schwerpunkt Fotografie. Alle Beiträge sind im preisgekrönten SANAA-Gebäude auf dem Welterbe Zollverein zu sehen. Innovative Galerien, Kunstprojekte, Kunsthochschulen und C.A.R. Talente nehmen teil. Sonderausstellungen, Workshops und die C.A.R.-Video-Lounge runden das Programm ab.“ Im Herbst findet vom 28. bis 30. Oktober 2916 eine zweite Veranstaltung als „Innovative Kunstmesse“ statt. www.contemporaryartruhr.de

Galerien & Auktionshäuser

Frühjahrsauktionen

Äusserst zufrieden ist man bei Christie's mt dem Ergebnis der New Yorker Frühjahrsauktionen im dortigen Rockefeller Center. Bei der Versteigerung von Arbeiten von Papier fanden 92 Prozent der Lose einen Abnehmer. Bei der Kunst des 20. Jh. meldete das Auktionshaus zwanzig Rekordergebnisse, darunter für Werke von Jean-Michel Basquiat, Frida Kahlo, Richard Prince, Agnes Martin, Mike Kelley, Kerry James Marshall und Maurizio Cattelan. Bei 57, 3 Mill. Dollar (=ca. 50 Mill. Euro) erfolgte der Hammerschlag für ein Selbstporträt von Basquiat. Die Versteigerung von Nachkriegskunst und Gegenwartskunst führte zu einem Gesamtergebnis von 318 Mill. Dollar (=ca. 279 Mill. Euro). www.christies.com