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Band 245

Kunst lernen?

Akademien und Kunsthochschulen heute

Wie bilden Kunstakademien heute aus? Während Hochschulgremien weltweit Curricula entwerfen, Abschlüsse internationalen Standards anpassen und Promotionsstudiengänge für Künstler einführen, tauchen Studenten auf der ganzen Welt in das Experiment eines Kunststudiums ein.


Der vorliegende Themenband spürt Ausbildungsorten weltweit nach, von Südostasien über Afrika, den Nahen Osten, Europa, Lateinamerika und den U.S.A, an denen gedacht, gemacht und geforscht wird. Besonderen Raum in den Berichten und ergänzenden Gesprächen mit Studenten, Dozenten, Alumni, Künstlern und Museumskuratoren nahmen die zentralen Fragen nach dem Verhältnis zwischen handwerklichem Tun und theoretischer Reflexion sowie zwischen Können und Wissen in den unterschiedlichen Lehrmodellen ein – mit der Absicht, ein möglichst breites Spektrum zu eröffnen, das Affinitäten und Differenzen zwischen den unterschiedlichen Kulturen im Umgang mit Techniken und Handwerk greifbar macht. Dabei soll herausgestellt werden, welche Bedeutung Akademien und Kunsthochschulen der Ausbildung von Materialfertigkeiten in der Lehre heute zuschreiben.


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Aus diesem Band

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In eigener Sache

KUNSTFORUM stellt auf der ART COLOGNE aus

Ab Dienstag nächster Woche stellt KUNSTFORUM auf der Art Cologne alle seit 1973 erschienenen Ausgaben aus. Wir laden Sie ein, uns auf dem KUNSTFORUM Stand in Halle 11.3 besuchen zu kommen. Lesen oder blättern Sie in den 245 Themenbänden aus 44 Jahren Kunst.  
KUNSTFORUM wurde 1973 zu einem Zeitpunkt ins Leben gerufen, als sich im Umgang mit zeitgenössischer Kunst entscheidende Veränderungen abzeichneten. Gerade fand in Köln die erste Kunstmesse statt und es eröffneten zahlreiche Galerien für zeitgenössische Kunst, die sich auch in Museen immer mehr etablierte. In diesem Klima startete KUNSTFORUM zunächst als Insider-Blatt. Im Laufe weniger Jahre jedoch hat es sich als die Kulturzeitschrift profiliert, in der „die Dokumentation des zeitgenössischen Geschehens schlechthin“ stattfindet.
Kommen Sie vorbei! Zum Stöbern und Staunen!

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Preise

Biennale Venedig: Goldener Löwe für Carolee Schneemann

Carolee Schneemann empfängt im Rahmen der internationalen Ausstellung VIVA ARTE VIVA” der Biennale von Venedig den Goldenen Löwen für ihr künstlerisches Lebenswerk. Schneemann gilt als Pionierin der feministischen Performance in den frühen 1960er Jahren und als Mitbegründerin der Body Art. Die Auszeichnung wird ihr am 13. Mai 2017 zur Eröffnung der Biennale übergeben.

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Dazu in Band 238 erschienen:

Carolee Schneemann »Kinetische Malerei«.

Das Salzburger Museum der Moderne zeigte 2016 eine Retrospektive im, dessen Direktorin Sabine Breitwieser einen Schwerpunkt auf feministische und performative Kunst legt. Wenn Schneemann bisher vor allem mit performativer Kunst in Verbindung gebracht wurde, präsentiert die Ausstellung nun neben Happeningdokumenten, Filmen, Environments und Konzeptuellem ausführlich frühe Malereien und steht als Ganzes unter dem Titel „Kinetische Malerei“.

Eine Rezension der Ausstellung von Heinz Schütz

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Galerien & Auktionshäuser

Galerist Michael Kewenig gestorben

Michael O. Kewenig, Mitbegründer der Kewenig Galerie mit Sitz in Berlin und auf Mallorca, starb im Alter von 68 Jahren. Die Anfänge der Galerie liegen in Frechen bei Köln, 2003 zog die Galerie in die Kölner Innenstadt und 2013 nach Berlin. Sein Sohn Justus führt nun die Berliner Galerie weiter, seine Witwe Jule Kewenig die Dependance in Spanien.

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Galerien & Auktionshäuser

Gallery Weekend Berlin

Das Gallery Weekend Berlin präsentiert vom 28. bis zum 30. April 2017 Ausstellungen mit etablierter und neu zu entdeckender Kunst in 47 Berliner Galerien. So präsentiert z.B. die Galerie Eigen + Art den Künstler Olaf Nicolai und die !Mediengruppe Bitnik; Charlotte Posenskes Arbeiten sind bei Mehdi Chouakri zu sehen und Werke des Performers und Medienkünstlers Jürgen Klauke in der Galerie Guido W. Baudach. Die Galerie Carlier I Gebauer schickt Thomas Schütte ins Rennen und Max Hetzler stellt Günther Förg und Toby Ziegler aus. Die „ZEIT“ gelangte zu dem Urteil: „Das Gallery Weekend Berlin hat sich zu einem der wichtigsten Termine im internationalen Kunstgeschehen entwickelt. Drei Tage lang... zeigen die Berliner Galerien zeitgleich ihre wichtigsten Künstler des Jahres und machen deutlich, was die Kunstwelt der Hauptstadt zu bieten hat. Das gilt nicht nur für die... offiziellen Teilnehmergalerien, sondern auch für die mindestens 300 inoffiziellen, die sich dem Ereignis anschließen....“ Insgesamt haben sich viele Galerien dazu entschlossen, "Künstler zu zeigen, mit denen sie eine langjährige Zusammenarbeit verbindet und die für wichtige Positionen im künstlerischen Diskurs stehen. Ebenso hat Malerei eine besonders hohe Präsenz im diesjährigen Programm – Künstlerinnen und Künstler aus mehreren Generationen verhandeln an einem der ältesten künstlerischen Medien sowohl Phänomene des digitalen Zeitalters als auch die reine Konzentration auf Farbe und Form. Unabhängig vom Medium bleibt ein Kennzeichen des Gallery Weekend Berlin die Entdeckung von jungen und in Europa weniger bekannten Künstlern". Die Veranstalter betonen, es sei ihr Anliegen, mit diesem Rundgangangebot "die Galerie als sozialen Ort ins Zentrum zu stellen... und so nehmen die ansässigen Galerien meist das Gallery Weekend Berlin zum Anlass, neue Räumlichkeiten zu eröffnen: in diesem Jahr die Galerien Esther Schipper und Mehdi Chouakri. Die Galerie ChertLüdde zeigt erstmals zum Gallery Weekend Berlin in ihren Räumen in der Ritterstrasse, die sie im letztem Jahr bezogen hat".  www.gallery-weekend-berlin.de

 

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Personalien

Neue Kuratorin für Urbane Künste Ruhr

Britta Peters wechselt von den Skulptur Projekten Münster ins Ruhrgebiet. Dort übernimmt sie ab dem 1. Januar 2018 die Künstlerische Leitung von Urbane Künste Ruhr übernehmen. Peters studierte Kulturwissenschaftlerin in Lüneburg und profilierte sich beruflich als Kuratorin und Leiterin des Kunstvereins Harburger Bahnhof in Hamburg.

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Kulturpolitik

Berlin: Finanzierungsvertrag und Denkmalstreit

Kulturstaatsministerin Monika Grütters kündigte an, dass der neue Hauptstadt-Finanzierungsvertrag ab 2018 „finanzielle Zuwächse“ für den Kulturbereich mit sich bringen werde. Sie sprach von „struktureller Stärkung“ einzelner Kulturbereiche, nannte jedoch bisher keine konkreten Summen. 1994 und 2007 hatte das Land Berlin bereits zwei solcher Hauptstadt-Finanzierungsverträge mit dem Bund geschlossen, die die Kulturfinanzierung und Investitionen in die Infrastruktur betreffen. Der aktuelle Vertrag gilt noch bis Ende 2017. Er regelt die Finanzierung „national bedeutsamer Kultureinrichtungen in Berlin“. Der größte Teil der Bundesförderung geht an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Grütters zeigt sich zuversichtlich, dass das Humboldt-Forum wie geplant Ende 2019 eröffnet wird. Neben diesem Forum wird nun doch noch das Einheits- und Freiheitsdenkmal in Form einer begehbaren Wippfläche nach Plänen von Johannes Milla und der inzwischen aus dem Projekt ausgestiegenen Sasha Waltz gebaut. Der Haushaltsausschuss hatte das Projekt wegen gestiegener Kosten von 10 auf 15 Mill. Euro vor einem Jahr zunächst gestoppt, inzwischen jedoch eine deutlich höhere Summe für die Rekonstruktion der Kolonnaden des Kaiser Wilhelm-Denkmals am selben Standort gegenüber vom Schloss bewilligt, nämlich 18,5 Mill. Euro. Das Denkmal selbst soll nicht wieder aufgebaut werden, nur die Kolonnaden. Diese Entscheidung gab wiederum den Befürwortern des Milla und Partner-Denkmals Auftrieb, allen voran dem Politiker Wolfgang Thierse, und im Februar 2017 beschloss dann der Kulturausschuss, doch wieder an der Einheits-Wippe festzuhalten. Die „taz“ befand, diese Wippen-Installation sei zwar „kitschig“, aber dennoch die „ästhetisch bessere“ Lösung für die Neugestaltung des Areals: vor allem wollen auch die Linken dort keine baulich-skulpturale Alternative mit einer optischen Wiederbelebung von Preußens Gloria. Monika Grütters, die bislang eher kein Wippen-Fan war, gibt sich jetzt als faire Verliererin: sie sei „nicht unglücklich“ darüber, dass die Wipp-Skulptur am vorgesehen Ort nun doch noch komme.

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Aktionen & Projekte

Wien: Skulpturenpark MQ Amore

„Mc Amore“ nennt sich der bespielbare Skulpturenpark am Vorplatz zum Wiener Museumsquartier: mit Minigolfbahn und Kiesflächen, die an einen Strand erinnern sollen, ist das Projekt eine Reminiszenz an das Lebensgefühl der Nachkriegszeit: „Bei der architektonischen Umsetzung des Skulpturenparks ließ sich Architekt Daniel Sanwald, der für die Gesamtkonzeption verantwortlich zeichnet, von der Formensprache der 1950er Jahre inspirieren: 'Die geschwungenen Bahnen bilden das Herz der Anlage. In Anlehnung an den von den Wellen geformten Strand umspielen die Kies- und Rasenflächen das Ensemble und laden zum Verweilen ein. Das warme Licht der Leuchten hüllt den Ort in der sanften Weise einer Piazza im Spätsommer'“. Für die Gestaltung der einzelnen Minigolfbahnen wurden Künstler ausgewählt: „...Bahn 4 trägt den Titel FLOG und stammt vom Künstlerduo PLOP, bestehend aus Bernd und Thomas Oppl. Die Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Räume, Territorien, Barrieren und Begrenzungen. Dies wird auch beim Bespielen des Kunstwerks spürbar, wenn neben Zäunen unter anderem Kaminrohre zum Einsatz kommen, aus deren Öffnungen akustische Signale zu hören sind. Alle restlichen Skulpturen wurden vom österreichisch-schweizerischen Künstlerduo 'Bildstein | Glatz' gestaltet. In 'MQ Amore' zeigen sie Modelle von Bahnen eines utopischen Futureparks. Hier referenzieren die Künstler auf die 1950er Jahre in denen der Technikoptimismus omnipräsent war. Mit dem Thema Futurepark greifen die Künstler aber auch den Status der Utopie in unserer Zeit auf.“

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Museen & Institutionen

Becher-Klasse im Städelmuseum

Das Städel Museum Frankfurt widmet bietet vom 27. April bis zum 13. August 2017 eine „umfassende Überblicksausstellung der Becher-Klasse“ an der Düsseldorfer Kunstakademie „und dem mit ihr verbundenen Paradigmenwechsel im Medium der Fotografie... Als maßgeblicher Impuls für die veränderte Wahrnehmung des Mediums der Fotografie kann die Begründung des Lehrstuhls für künstlerische Fotografie 1976 an der Düsseldorfer Kunstakademie gesehen werden. Diesen hatte Bernd Becher in enger Zusammenarbeit mit seiner Frau Hilla Becher bis 1996 inne. Noch vor der Berufung an die Düsseldorfer Akademie hatten sich Bernd und Hilla Becher mit ihrer Fotografie historischer Industriearchitektur einem Werkbegriff verpflichtet, der auf Bereiche jenseits des Fotografischen zielt. Fördertürme, Hochöfen, Gasbehälter oder Wassertürme wurden mit bestechender Tiefenschärfe zentralperspektivisch in frontaler Ansicht und bevorzugt vor einheitlich grauem Himmel aufgenommen – Zeugnisse einer im Verschwinden begriffenen Industriekultur. . Anhand von rund 200 Fotografien von „Andreas Gursky, Candida Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruff, Jörg Sasse, Thomas Struth, Tata Ronkholz, Volker Döhne und Petra Wunderlich geht die Ausstellung der Frage nach, welchen Einfluss Bernd und Hilla Becher auf ihre Studentinnen und Studenten an der Düsseldorfer Kunstakademie ausübten“.   www.staedelmuseum.de

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Kulturpolitik

CETA-Freihandel: „Kulturbereich nicht betroffen“

Nachdem das Europaparlament dem Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit Kanada (CETA) zugestimmt hat, können nun ab April 2017 einzelne Teile des Abkommens in der Praxis angewandt werden. Endgültig in Kraft tritt es aber erst nach Ratifizierung durch alle Parlamente der EU-Mitgliedstaaten. In Deutschland müssen sowohl der Bundestag als auch der Bundesrat noch grünes Licht geben, und möglicherweise steht dann noch ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts über die Rechtmäßigkeit aus. Das kann aber noch Jahre dauern. Olaf Zimmermann vom Deutschen Kulturrat weist darauf hin, dass deswegen „CETA in Politikfeldern, die nicht im Kompetenzbereich der EU liegen“, derzeit  nicht vorläufig angewandt werden“ dürfe. „Der Kulturbereich ist, so hoffen wir, also derzeit nicht betroffen!“

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Personalien

Fernando Botero 85 Jahre

Fernando Botero wurde 85 Jahre alt. Der kolumbianische Maler begann ab 1956 mit menschliche Figuren zu malen, die er in überzeichneten Proportionen darstellt, zumeist als rundliche Körper. Er selbst sagte dazu einmal, er verstehe diese Figuren als Symbole einer „degenerierten Kolonialbourgeoisie“. Auch sonst trat er immer wieder als politischer Künstler in Erscheinung, etwa 2007 mit Bildern über die Foltermethoden von US-Soldaten im irakischen Gefängnis von Abu Ghraib. In Deutschland wurde er mit seinen Bildern und Skulpturen ab 1969 bekannt.

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Dazu in Band 180 erschienen:

Fernando Botero, Kunsthalle Würth, Schwäbisch-Hall, 2006

So politisch kannte man den kolumbianischen Künstler nicht. Das irakische Gefängnis Abu Ghraib ist inzwischen zu einer Art Topos der Tortur und Entwürdigung geworden. Die Bilder der Folteropfer - die um die Welt gingen - haben diesen Ort zu einem Schandfleck gemacht. Gerade die bildnerische Auseinandersetzung mit dem Militär - etwa die Darstellung der Militärjunta in Lateinamerika - war lange vor dem Bilderzyklus von Abu Ghraib Bestandteil seines Vokabulars formaler und inhaltlicher Bildmittel.

von Martin Blättner

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Museen & Institutionen

Danny Mc Donald und Avery Singer im Kölnischen Kunstverein

Vom 27. April bis zum 11. Juni 2917 stellt der Kölnische Kunstverein die beiden Künstler Danny Mc Donald und Avery Singer aus. Mc Donalds Werk ist geprägt von Erfahrungen, „die er während der 1990er Jahre sammelte, wobei sein heutiges Schaffen nicht nur eine andere Erscheinungsform aufweist, sondern ebenfalls eine neue Dimension beschreibt. McDonalds Praxis umfasst insbesondere Skulpturen und Filme, die sich gegenseitig ergänzen und befruchten und die sich im gegenwärtigen Kunstkontext durch eine große Souveränität auszeichnen. Für seine haptisch fassbaren Werke nutzt er überwiegend Spielzeugfiguren, gelegentlich allerdings auch andere Alltagsgegenstände, die er nach den Prinzipien der Assemblage-Technik derart miteinander verbindet, dass sich neue Sinnzusammenhänge und bislang nicht dagewesene Erzählungen ergeben“. Über die Bilder von Avery Singer schrieb als Kunstmagazin „Blau“, sie hätten „nun etwas von digitalen Fehlermeldungen“. www.koelnischerkunstverein.de

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Museen & Institutionen

Peter Lindbergh in der Kunsthalle München

„Ich finde, Selfies sind eigentlich so ziemlich das Blödeste, was es überhaupt gibt“, erklärte Peter Lindbergh zur Eröffnung seiner akuellen Münchener Ausstellung. Bis zum 27. August 2017 bietet die Kunsthalle München einen Überblick zum Werk des Fotografen, der als Begründer des „Supermodel“-Phänomens der 1990er Jahre gilt, zugleich aber heute die ästhetische Glättung eines Motivs durch nachträgliche Bildbearbeitung via Photoshop ablehnt. „Die Ausstellung »From Fashion to Reality« ist eine Hommage an Lindberghs facettenreiches Œuvre von 1978 bis heute. Sie zeigt seine künstlerische Entwicklung anhand der Themen, die er über die Jahre mit besonderer Leidenschaft verfolgte: »Supermodels«, »Couturiers«, »Zeitgeist«, »Tanz«, »Die Dunkelkammer«, »Das Unbekannte«, »Silver Screen« und »Ikonen«...“ www.kunsthalle-muc.de

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Aktionen & Projekte

Internationale Kurzfilmtage Oberhausen

Die 63. Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen werden in diesem Jahr vom 11. bis zum 16. Mai 2017 ausgerichtet. Die Veranstaltung versteht sich als Katalysator und Schaufenster aktueller Entwicklungen, Forum oft kontroverser Diskussionen, Entdecker neuer Trends und Talente. Auch für 2017 dürften wie in den vergangenen Jahren wieder etwa 6.000 Filme eingereicht worden sein; etwa 500 schaffen es dann in das Festivalprogramm. Dieses umfasst heute auch Videos und Neue Medien, darunter ebenso Musikvideos, und für das beste dieser Musikvideos wird der Muvi-Preis verliehen. Außerdem werden bei diesem ältesten deutschen Kurzfilmfestival ein deutscher und ein internationaler Kinder- und Jugendfilmwettbewerb veranstaltet sowie ein Preis für Produktionen aus Nordrhein-Westfalen verliehen. Die Preisgelder umfassen insgesamt etwa 37.000 Euro. Sonderprogramme zu bestimmten Themen, Profil-Programme zum Werk einzelner Filmschaffender, eine Videothek und die Diskussionsreihe „Podium“ runden das Festival ab.Das diesjährige Festivalthema lautet: „Soziale Medien vor dem Internet“. „Ab Mitte der 1960er Jahre gab das Aufkommen von Video diesem Traum neuen Auftrieb. In den USA entwickelten sich Ende der 60er Jahre erste Videokollektive wie die Videofreex oder die Raindance Corporation, die mit dem Anspruch auftraten, eine mediale Gegenöffentlichkeit aufzubauen. In Europa kamen solche Konzepte erst in den 70er und 80er Jahren ihrer Realisierung näher, durch die Arbeit alternativer Videogruppen, aber auch bei einer Reihe von Projekten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ab Mitte der 80er Jahre gab die Online-Vernetzung über Mailboxen der Hoffnung auf demokratischere Medienformen neue Nahrung. So entstanden alternative Online-Netze wie zum Beispiel das CL-Netz, die erste Infrastruktur zur digitalen Vernetzung von alternativen Gruppierungen im deutschsprachigen Raum, aber auch hybride Medienformate aus Online-Medien und Fernsehen wie zum Beispiel das documenta-Projekt Piazza Virtuale des Künstlerkollektivs Van Gogh TV. Gezeigt werden zahlreiche Beispiele aus der Fernseh- und Kunstgeschichte, darunter Arbeiten von Nam June Paik, Paper Tiger Television oder Harun Farocki. Doch in den letzten Jahren werden zunehmend auch die Schattenseiten der medienvermittelten Kommunikation aller mit allen deutlich. Politische Hetze, Rassismus, Verschwörungstheorien und eine unversöhnliche und an Argumenten anderer desinteressierte Diskussionskultur in den sozialen Medien lassen die utopischen Hoffnungen der Vergangenheit in einem neuen Licht erscheinen und werfen die Frage auf, inwiefern sich diese Entwicklung möglicherweise schon bei den frühen Medienexperimenten andeutete.“ Begleitend dazu zeigt das Festival die Installation HAPPYLAND des philippinischen Künstlers Khavn de la Cruz in der Halle des Vereins für aktuelle Kunst in Oberhausen. Das „ist ein ambulanter Projektraum, eine Art Pop-up Intervention – Nachbau des gleichnamigen Slums in Manila, Musik, Mode, Film und nicht zuletzt philippinische Küche, eine sechs Tage dauernde Punk-Explosion...“ www.kurzfilmtage.de

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Aus dem Archiv

„KUNSTFORUM ist ein Magazin, das so gut wie jedes Thema, das wichtig ist, beackert hat, und es ist so umfangreich, dass ich manchmal noch einmal in Heften von vor zehn Jahren schaue, und nicht selten erweist sich KUNSTFORUM als eine Fundgrube…“ (Kaspar König)

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