Magazin: Museen & Institutionen · von Christian Huther · S. 443 - 443
Magazin: Museen & Institutionen , 1994

Christian Huther

Avantgarde in der Kleinstadt

Aschaffenburgs Kunst-Angebot kann sich sehen lassen

Nachdem Frankfurts Aufstieg zur Kunstmetropole vorerst (und wohl nicht nur am schnöden Mammon allein) gescheitert ist, rücken die umliegenden und oft vernachlässigten Städte in den Blickpunkt. Neu hinzugekommen in den Kreis der Kulturanbieter ist die nordwestbayerische Stadt Aschaffenburg (über 60.000 Einwohner), die von der Mainmetropole aus in gut 20 Autominuten zu erreichen ist. Vom Gesamthaushalt in Höhe von 373 Mio. DM gehen 19,7 Mio. DM an die Kultur, mithin also beachtliche 5,3 Prozent. So wurde kürzlich nach zehnjähriger Restaurierung und Renovierung das in einem Gebäude des 12. Jahrhunderts untergebrachte Stiftsmuseum wiedereröffnet, das eine Sammlung von vor- und frühgeschichtlichen Funden bis zu Klosterarbeiten des 18. und 19. Jahrhunderts besitzt. Schließlich wurde auch das „Pompejanum“ von Bayernkönig Ludwig I. für 12,6 Mio. Mark restauriert und rekonstruiert und beherbergt nun eine wertvolle, aus München entliehene Antikensammlung. Aber vor allem in Sachen moderner Kunst geht man seit 1991 mutige Wege, wurde doch in einem profanierten Sakralbau des frühen 17. Jahrhunderts die Städtische Galerie Jesuitenkirche eingerichtet, gegründet wurde auch ein Kunstverein.

Die 330 Quadratmeter Fläche bietende Jesuitenkirche wurde schon seit den 70er Jahren – allerdings relativ konzeptlos – für Kunstausstellungen genutzt. Seit 1991 unter der wissenschaftlichen Leitung von Brigitte Schad stehend, kommt nun neben Klassikern der Moderne auch die Region zum Zuge, abgerundet von Künstlern, die mit dem ebenso reizvollen wie schwierigen Raum arbeiten. Bei minimaler personeller Unterstützung und einem Ausstellungsetat von 50.000 DM sind zwar keine großen Sprünge zu machen, aber in diesem Jahr gastierten bereits…

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