Amine Haase
Cosa Mentale
»Les imaginaires de la télépathie dans l’art du XXè siècle«
Centre Pompidou, Metz, 28.10.2015 – 28.3.2016
Wieder einmal ist es das geschmähte neunzehnte Jahrhundert, das als wegweisende Epoche erkennbar wird. Von wegen Biedermeier: Natur- und Geisteswissenschaften versprachen die Eröffnung ganz neuer Welten. Die Übertragung elektromagnetischer Wellen von einem Sender zu einem Empfänger (Heinrich Rudolf Hertz ,1886); die Entdeckung der „X-Strahlen (Wilhelm Conrad Röntgen, 1895). In den ersten Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts ging es rasant weiter in die unsichtbare Welt, mit Versuchen, sie sichtbar zu machen und zu erklären. Albert Einstein fand heraus, dass unsere Wahrnehmung von Raum und Zeit von unserer Bewegung abhängt. Er erkannte, dass Raum und Zeit zu einem vierdimensionalen Raum-Zeit-Kontinuum verschmolzen sind (Einsteins Relativitätstheorie von 1915). Der Theorie-Revolution folgten praktische Erfindungen. Der Globus schien sich immer schneller zu drehen und immer mehr Geheimnisse preiszugeben. 1924 gelang es dem Neurologen Hans Berger, elektrische Aktivitäten des menschlichen Hirns aufzuzeichnen – das Enzephalogramm war erfunden. Im selben Jahr veröffentlichte André Breton das erste „Surrealistisches Manifest“, in dem er schrieb: „Ich glaube an die künftige Auflösung dieser scheinbar so gegensätzlichen Zustände von Traum und Wirklichkeit in einer Art absoluter Realität, wenn man so sagen kann: Surrealität. Nach ihrer Eroberung strebe ich.“ Am Aufbruch in die Zukunft wollten sich auch die Künste beteiligen.
Eine Ausstellung im Centre Pompidou Metz beleuchtet diese Parallelität von Wissenschaft und Kunst. Der Illusionismus der Malerei wird Lügen gestraft, wiedererkennbare Formen werden aufgelöst, der Blick geht nach innen. Das Unsichtbare scheint auf – Gefühle, Vorstellungen,…
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