Monografie · von Annelie Pohlen · S. 142
Monografie , 2016

Manuel Graf

Die spinnen, die Künstler

Suggestives Spiel mit Sprache, Bild und Ton
im poetischen Kreislauf einer anderen Zeit

von Annelie Pohlen

Manuel Graf, 1978 im badischen Bühl geboren, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Der seine Jugend prägenden – auch religiös dogmatischen – Enge entzieht er sich durch die Aufnahme eines Studiums der bildenden Kunst wie durch persönliche Kontakte zur muslimischen Welt. Sein zweites Domizil ist Istanbul. An der Düsseldorfer Akademie findet er in den Klassen von Magdalena Jetelova und Rita McBride früh zu einer inhaltlich wie formal experimentellen, ironisch wie spielerischen Auseinandersetzung mit grundsätzlichen Fragen nach dem Stellenwelt der Kunst in einer global von fragwürdigen Etiketten dominierten Gesellschaft.

Seine Medien übergreifenden, Architektur, Mode, Kunsthandwerk, Pop- und Hochkultur, Theorie und Praxis in einem subtilen Netzwerk aus Film, Skulptur und Performance verschmelzenden Installationen gewinnen schnell die Anerkennung avancierter Kunstinstitute. Einzel- und Gruppenausstellungen in Museen, u.a. Abteiberg Mönchengladbach, Morsbroich Leverkusen, Stuttgart und Wolfsburg, in Kunstvereinen u.a. in Düsseldorf, Göttingen, Hamburg, Baselland, im ICA London und MOCA Taipei. Gleiches gilt für zahlreiche Auszeichnungen: u.a. Studienstiftung des Deutschen Volkes, Kunststiftung NRW, Förderpreis NRW, ARS VIVA, Audi Art Award.

Mit „Let Music play“, 2012, kulminiert Grafs zutiefst zeitkritisches und zugleich verführerisches Werk in einem intellektuell wie sinnlich berauschenden, Epochen und Kulturen übergreifenden virtuellen Kosmos zirkulierender Fakten und Visionen einer von linearen Doktrinen in Kunst und Gesellschaft freien, einer anderen Zeit.

Seine künstlerische Position prägt nicht zuletzt auch die mit Hans-Jürgen Hafner kuratierte Ausstellung „Die Kunst der Türken“, 2015, im Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf.

„Ich habe diese Schwäche oder diese…



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