Gespräche mit Künstlern , 2016

Walton Ford

WHEN THE WEIRD THOUGHTS COME IN

Ein Gespräch von Fabian Stech

Walton Ford malt Tiere. Menschen sind in seinen Bildern eigentlich immer nur Nebensache. Für seine Pariser Ausstellung im Musée de la Chasse et de la Nature wich der 1960 in New York geborene Maler von diesem Grundsatz ab. In einjähriger Arbeit schuf er einen Zyklus von Bildern, um den französischen Mythos der Bestie von Gévaudan. Ob es sich um Wolf, Hund oder Monster handelt wurde nie ganz geklärt, doch bis heute bevölkert diese Bestie die Imagination der Menschen und inspiriert einen nicht abreißenden Strom von Erzeugnissen der Populärkultur, der vom Film Pakt der Wölfe bis zur Serie Teenwolf reicht. Nicht umsonst hat man Walton Ford als Wes Anderson der Malerei bezeichnet. Eigentlich wollte er Film studieren, doch der Drang zu malen war stärker. In der oberen Etage des Museums schafft er Millimetergenau zugeschnitten eine Ausstellung, die wie ein Film funktioniert. Schritt für Schritt und Bild um Bild ergeht der Zuschauer sich die Handlung. Nicht nur Walton Fords Bilder spielen in diesem Film eine Rolle. Sie verschwimmen mit den Bildern und Ausstellungsgegenständen des Museums zu einer Traumwelt, in der man meint, den Speichel der Bestie riechen zu können. Mensch und Tier interagieren in Walton Fords neuen Bildern so auf befremdliche Weise im Reigen von unterschiedlichsten Stilen zwischen Realität und Imagination. Für die Frau auf den Gemälden stand die eigene Freundin Modell. Im unteren Geschoss des Museums gewinnt man einen Überblick über die bizarren Tierbilder Walton Fords, die Einzelbild für Einzelbild ihre eigene…

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