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Ausstellungen: München · S. 201 - 202
Ausstellungen: München , 1984

David Salle

Galerie Schellmann und Klüser, München
Galerie Ascan Crone, Hamburg

Der Augenlust nächtlicher Feuerwerke und ekstatischer Bewegungsposen, von erotischen Appetithappen und einer verführerischen Mystifikation verfänglicher Themen, ist ihr zu trauen? Warum diese Irritation, diese widerstrebenden Gefühle vor den Werken von Jack Goldstein, Robert Longo, von David Salle und Troy Brauntuch? Vermutlich, weil die vier american guys, Künstler des „fröhlichen Plagiats“ wie die Europäer ihrer Generation, wie sie Jongleure mit vorgefundenen, oft photographischen Bildsprachen, unverhohlener als die Kollegen in der alten Welt an einer konzeptuellen Tendenz ihrer Arbeiten festhalten: Unvermeidbar vermittelt sich mit dem emotionsgeladenen Bildmotiv die kühle Bildstrategie der Gesamtorganisation, ohne daß dies zunächst im Detail durchschaubar wäre. Zugleich mit dem Wunsch des Künstlers, zu zeigen, „was der Fall ist“, erfährt man seine Verweigerung einer persönlichen Stellungnahme. Warhols Nichteinmischungshaltung mag hier nachwirken. Übrigens kein Americana, wie so oft behauptet, sondern eine auch europäische Köpfe zu Beginn der 60er Jahre beschäftigende Lageeinschätzung. Arnold Gehlen, früher Analytiker der posthistoire, würdigte an den Werken von Joyce, Beckett, Pound, daß „sie jenseits aller moralischen Problematik und aller dumpfen sozialen Luft etwas vor Augen führen, was es sonst nicht mehr gibt: die geglückte Unverantwortlichkeit und diejenige schräge Schönheit, die gerade noch unter die Haut geht, aber nicht tiefer“.

Die Geistesverwandtschaft von Goldstein (Jg. 45), Salle (Jg. 52) und Brauntuch (Jg. 54) hat sicherlich mit dieser nach wie vor spürbaren Vor-68-Brise zu tun.

Der Anstoß kam aber vermutlich schon früher, im reflexiven Klima von Cal Arts (Valencia), wo alle drei zu verschiedenen Zeiten studierten.

Tatsächlich gehen die Arbeiten der im vergangenen…

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