Ausstellungen: Frankfurt a.M. , 1984

Mini-Westkunst am Main

Der Frankfurter Kunstverein zeigt Kunst nach ’45 aus Frankfurter Privatbesitz

In Frankfurt – so scheint es – spielen private Kunstsammler traditionsgemäß eine ganz besondere Rolle: So verdankt etwa das altehrwürdige Stadel seine Gründung jenem Frankfurter Bürger, der per Testament ein Kunstinstitut stiftete und diesem nicht nur seinen Namen, sondern auch sein Haus, sein Vermögen und vor allem seine Sammlung vermachte. Zu den Schmuckstücken dieses Museums zählt heute das mittelalterliche „Paradiesgärtlein“: Es stammt aus der Kollektion des überaus sammelfreudigen Konditormeisters Johann Valentin Prehn – einem Privatsammler. Und auch Frankfurts jüngster Museumsliebling, das Museum moderner Kunst, erhält mit den 70 Arbeiten aus der Sammlung Ströher Werke aus einer Privatsammlung als Grundstock.

Angesichts solcher Tradition war es naheliegend, daß sich der Kunstverein vor Ort bemühte, jene Kunstwerke, die in Privatkollektionen schlummern, auch einmal einer größeren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein Unternehmen, das sich ausschließlich auf Kunst nach 45 konzentrierte und umso reizvoller schien, als es neben der Bekanntschaft mit (zumindest teilweise) unbekannten Arbeiten auch Einblick versprach in Vorlieben und Ziele privater Sammler: Wo legen sie ihre Schwerpunkte? Wie reagieren sie auf Neues? Machen sie Entwicklungen mit oder verhalten sie sich konservativ und bleiben dem Künstler und der Richtung treu, die sie einmal für sich entdeckt haben? Gespannt war man auch, ob sich nicht hie und da der harakter einer ganz nach subjektiven Maßstäben aufgebauten Sammlung erkennen lasse.

Was nun das Ergebnis, die Ausstellung angeht: Vielleicht hatte man zu viel erwartet. Immerhin sind die Schwierigkeiten bei der Organisation einer Ausstellung mit etwa 400 Exponaten, die…

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