Ausstellungen: Wien · S. 204
Ausstellungen: Wien , 1984

Brigitte Kowanz – Franz Graf

Galerie nächst St. Stephan, Wien

Jetzt ist die richtige Zeit für magische Schlüsselbilder. Mitten in unserer nüchternen Welt ist die große Sehnsucht nach dem Archaischen aufgebrochen, nach den Weisheiten der Schamanen, der Indianer, der Eskimos, nach den kargen Zeichen, die seit Jahrtausenden für die eine große Wirklichkeit stehen.

Brigitte Kowanz und Franz Graf sind den Weg von ihren zwischen Beuys’scher Metaphysik und Bruce Neumann’schen Leuchtstoffröhren angesiedelten spielzeugmöblierten Rauminstallationen zu Bildern gegangen, die voll von solchen Zeichen sind – dem Hund, dem Haus, dem Bogenschützen, der Ratte, dem Fisch. Ein Kindergarten von Archetypen, eine Schnittfolge von Traumbildern, Ikonen der Projektion. Dazwischen Zacken und immer wieder Zacken – um Köpfe, Türen, Schwänze, Blätter, Landzungen.

In den „Schattensprüngen“ sind die Zacken zu Holz erstarrt, bilden den Untergrund für lebende Höhlenbilder. Lassen den Betrachter springende Tiere von verschiedenen Seiten in je verschiedenen Bewegungsphasen sehen. Lassen ihn spielen. Lassen ihn Zeichen finden: Pfeil und Bogen, Ratten und Geigen, Herzen und Katzen. In Öl, Mischtechnik, PVC-Farben, Gelatine, auf Leinwand, Karton, Transparentpapier, Holz.

Vieles wird ausprobiert. Noch mehr wird zitiert – von Kupka und Picabia bis Klee. Durchgehend ist die strukturelle Qualität, die aus der Verdichtung der früher vom Künstlerpaar geschaffenen Räume herrührt. So meditativ, wie die Räume waren, sind die Bilder allerdings nicht mehr. Ein besonders interessantes Werk ist „Rudel“. Soldatenfiguren sind auf einem spielbrettartigen Grund aufcollagiert. Ein rotes Gebiet steht einem blau-grünen gegenüber. Die Männchen sind in den Untergrund integriert, werfen Schatten nach mehreren Seiten. Die pastosen Farben bilden eine erdhafte, in sich ruhende Identität.

Überall…

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