Ausstellungen: Helsinki , 1984

Weltkunst in Helsinki

ARS 83 im Ateneum im Kunstmuseum, 20. 10.1983

Gegenwartskunst am Rande Europas

Als bisher größtes Ausstellungsunternehmen mit der kürzesten Vorbereitungszeit setzt die ARS 83 nicht nur in Skandinavien, sondern im gesamten Ausstellungswesen von Gegenwartskunst neue Maßstäbe. Innerhalb eines Jahres Vorbereitungszeit wurde in Helsinki etwas realisiert, was in zentraleuropäischen Parallel-Veranstaltungen zwar oft angestrebt, aber nahezu nie erreicht worden ist: Die ARS 83 stellt nach 1961, 1969 und zuletzt 1974 zum vierten Mal internationale Gegenwartskunst auf breitester Ebene vor, ohne daß diese Schau durch Mode-Trends, Kunstmarktdiktate oder Unübersichtlichkeit aus Gründen der Gigantomanie beeinträchtigt würde. Sieht man die Künstlerliste mit ihren 70 Namen durch, so fällt einem auf, daß hauptsächlich Künstler vertreten sind, die schon auf den letzten großen Kunstausstellungen mit internationaler Bedeutung wie „Biennale“, „documenta“, „Westkunst“ und zuletzt „Zeitgeist“ zu sehen waren. Dieser erste Blick läßt den voreiligen Schluß zu, daß hier in diesem abgelegenen Land die schon etwas abgestandene Kunst der letzten 10 Jahre vorgeführt wird. Von dieser Prämisse ausgehend erwartet den Besucher aus dem westlichen Ausland eine Fülle von Überraschungen.

Die Altstadt von Helsinki mit ihrem klassizistischen Kern aus der russischen Zeit, den gelben Gebäuden des Gilly-Schülers Johann Carl Ludwig Engel, und den Bauten aus der Gründerzeit, die z.T. im finnischen Nationalstil (finnische Sonderform des Art Nouveau) errichtet sind, gehört zu den best erhaltensten und schönsten Zentral- und Nordeuropas. Zwischen dem strengen Klassizismus Engels und dem finnischen Historismus der Spätzeit ist auch die Fassade des 1887 entstandenen Ateneumin Kunstmuseums von Theodor Höijer angesiedelt. Vor dieser dreigeschossigen Fassade, die vor dem Bahnhofsvorplatz…

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