Titel: Die Frühen Jahre · von Stella Baum · S. 215
Titel: Die Frühen Jahre , 1989

Stella Baum

Die Frühen Jahre

Rudolf Jährling über die Galerie Parnasse
Manfred de la Motte über Jean-Pierre Wilhelm und die Galerie 22
Ursula Schmela über Alfred Schmela
Hans-Jürgen Müller
Rudolf Zwirner
Franz Dahlem
Six Friedrich
Rolf Ricke
René Block
Karl-Ernst Jöllenbeck
Stella Baum und Klaus Rinke über Gerry Schum
Konrad Fischer
Paul Maenz
Michael Werner

Vorwort

Ich habe es unternommen, die frühen Avantgarde-Galeristen nach ihrem Werdegang zu fragen. Man vergißt zu leicht, daß sie es waren, die wagemutigen jungen Männer, die uns erstmals nach dem Krieg Kunst aus dem Ausland präsentierten. Heute, wo jedermann sich mühelos über den internationalen Stand der Avantgardekunst informieren kann, ist es kaum vorstellbar, daß es eine Zeit gab, in der wir vom Kunstgeschehen in der Welt abgeschnitten waren. Nach der Vertreibung von Avantgardekünstlern und -händlern durch die Nazis begann eine Periode totaler Isolation, in der sich traditionalistische Staatskunst selbstgefällig in Museen, Akademien und entsprechenden Galerien breitmachte. Alljährlich wurden die Produkte der Kunst nach Vorschrift im Haus der Kunst in München gefeiert. Sie trugen Titel wie z.B. „Fruchtbarkeit“ (Heymann), „Bauernbub beim Schuheputzen“ oder „Der Führer spricht“, beide von Padua. Als nach dem Krieg nachwachsende Künstler und ein interessiertes Publikum sich umsahen, war die Szene verödet, eine Orientierung ganz unmöglich, denn Reisen ins Ausland waren eigentlich nur für Kaufleute im Bereich des Möglichen. In dieser desolaten Situation tauchten Männer wie Rolf Jährling auf, die es mit unwiderstehlicher Sturheit schafften, Kunst nach Deutschland zu holen, schließlich selbst nach draußen zu kommen, sich umzusehen und Kontakte zu schaffen. Ihrer Initiative ist die ganze kunsthändlerische Tätigkeit im Bereich der Avantgardekunst zu danken, die sich ab 1948 entwickelte….

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