Nachrichtenforum: Messen & Märkte · von Jürgen Raap · S. 472
Nachrichtenforum: Messen & Märkte , 1999

KUNSTKÖLN2000

Ab dem kommenden Jahr findet parallel zur „Westdeutschen Kunstmesse“ mit Antiquitäten und älterer Kunst in den Kölner Messehallen ein weiterer Kunstmarkt statt. Unter dem Label „kunstKöln2000“ werden Editionen, Art brut und Kunst nach 1960 gezeigt. Veranstalter ist die KölnMesse, als ideeller Träger tritt der Bundesverband Deutscher Kunstverleger (BDK) auf. „Synergieeffekte“ erhofft sich davon auch der Rheinische Kunsthändler Verband (RKV) als Veranstalter der Westdeutschen Kunstmesse. Während die ART COLOGNE im Herbst die zeitgenössische Kunst und die Klassische Moderne abdeckt, den Editeuren dabei jedoch wenig Raum gibt, soll diese neue dritte Messe nun Bindeglied zwischen den Programmen der anderen beiden Veranstaltungen sein. Der BDK hatte bisher die „Art Multiple“ in Düsseldorf ausgerichtet, die man erst in diesem Jahr als „Kunstmarkt Düsseldorf“ programmatisch aufgepeppt hatte. Mit nur 12.000 Besuchern war diese Veranstaltung jedoch nur mäßig erfolgreich gewesen. Zum Vergleich: die ART COLOGNE verzeichnet allein pro Tag durchschnittlich 8.000 Besucher, ähnlich stark frequentiert ist die „Westdeutsche Kunstmesse“. Im Wettbewerb der rheinischen Rivalen hat Köln als Kunststandort seit 20 Jahren eindeutig die Nase vorn. Düsseldorfs Messechef Hartmut Krebs klagte gegenüber dem „Kölner Stadtanzeiger“ über „den schlechten Stil“, mit dem der BDK sich 45 km rheinabwärts begebe. Die inhaltlichen Schwerpunkte von „kunstKöln 2000“ sind nach Marketinggesichtspunkten definiert, wobei man mit kunstwissenschaftlichen Termini ebenso verschwommen wie freimütig umgeht. Zur Art Brut „gehört neben authentischen Ethnographica jene Kunst, die nicht zu den jeweils etablierten Strömungen zählt und dabei zugleich in innovativer Weise auf das zeitgenössische Kunstgeschehen wirkt“, lassen die Initiatoren verlauten. In den vergangenen Jahren hatte es…

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