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Ausstellungen: Basel/Phiadelphia/Boston · von Hermann Pfütze · S. 373 - 374
Ausstellungen: Basel/Phiadelphia/Boston , 1994

Hermann Pfütze
Rachel Whiteread

»Skulpturen«
Kunsthalle Basel, 21.8. – 30.10.1994

Institute of Contemporary Art, Philadelphia, 9.2. – 16.4.1995
Institute of Contemporary Art, Boston, 9.5. – 9.7.1995

Strenggenommen sind diese Werke Plastiken, die von innen nach außen durch das sukzessive “Antragen” von weichem Material entstehen, im Gegensatz zur Skulptur, die durch das “Abtragen” von hartem Material geschaffen wird”, sagt Christoph Grunenberg im Katalog (S. 11). Dieser auch von Beuys immer wieder betonte Unterschied ist freilich nicht nur einer des Materials und der Verfahrensweise, sondern müßte auch in der Wahrnehmung und Erörterung dieser Werke zu spüren sein, ähnlich wie z.B. der Unterschied zwischen der “Plastik” des Singens und der “Klangskulptur” des Klavierspiels hörbar ist und nicht nur einer der Machart.

Da Plastiken jedoch wie Skulpturen zunächst als Objekte im Raum wahrgenommen werden, erschwert es diese räumliche Angleichung, den Unterschied zwischen ihnen förmlich spürbar wahrzunehmen. In der Musik dagegen betont der Raum, auch über große Distanzen, den Unterschied zwischen plastischen und skulpturalen Klängen.

Rachel Whitereads Plastiken nun sind zwar auch zunächst Dinge im Raum, aber man spürt sofort, daß es nicht darauf ankommt, was das für Dinge im Verhältnis zu anderen Dingen sind, oder ob die Ausstellungsräume und das Licht angemessen sind. An diesen Plastiken interessieren vielmehr der Raum und die Form, die sie selbst sind. Die Gußplastiken aus amorphen Materialien zeigen nicht nur, sondern sie sind förmlich das Innen eines Hauses oder eines Schranks, das Unter-dem-Bett und Unter-dem-Tisch, die Außenhaut der Badewanne als Innenraum oder die Bretterboden-Negativabgüsse, die nicht Boden-, sondern Sohleneindrücke sind. – Freilich sind sie…




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