Titel: Text-Foto-Geschichten · S. 196
Titel: Text-Foto-Geschichten , 1979

Duane Michals

geb. 1932, lebt in New York

Duane Michals:

Reale Träume

Ich schreibe Short Stories. Die meisten anderen Photographen sind Reporter. Ich bin eine Orange; sie sind Äpfel.

Wir müssen einander berühren, um menschlich zu bleiben. Berührung ist das Einzige, was uns retten kann.

Photo-Bücher haben manchmal Titel wie z. B. „Das Auge des Photographen“, „Die Vision des So-undsos“ oder „Das Betrachten von Photo graphien“ – als ob Photographen keine Gedanken hätten – nur Augen.

Ich selbst bin die Begrenzung meiner Arbeit. Du bist die Begrenzung Deiner Arbeit. Dies ist eine Reise. Wir leben nicht hier. Wenn ich „Ich“ sage, meine ich „wir“. Sobald ich „nun“ sage, wird es „damals“.

Ich glaube an die Phantasie. Was ich nicht sehen kann, ist unendlich viel wichtiger als das, was ich sehen kann.

Das Problem ist, daß man es mit seiner gesamten Erfahrung zu tun hat, und zwar sowohl emotional wie optisch. Photographien sollen mir etwas sagen, was ich nicht weiß.

Wir fürchten uns alle vor dem Sterben. Wir sind schon gestorben. Wenn Du Dir die Bilder von der Schulabschlußfeier ansiehst, weißt Du: er ist tot. Wenn Du Dir das Hochzeitsbild ansiehst, weißt Du: sie ist tot! Eben jetzt bist Du gestorben.

Es ist ein ständiges Problem, nur ein wahres Gefühl auf meine eigene Art mitzuteilen.

Meine Beschäftigung mit dem Tod ist absolut zwingend. In gewisser Weise bereite ich mich auf meinen eigenen Tod vor. Aber wenn mir jemand eine Pistole in den Bauch bohren würde, dann würde ich mir vor Angst in die Hosen machen. Mein gesamtes metaphysisches Denkgefüge würde naß werden.

Wenn…

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