Ausstellungen: Karlsruhe · von Petra Unnützer · S. 402
Ausstellungen: Karlsruhe , 1999

Petra Unnützer

Video cult/ures

ZKM, Museum für Neue Kunst, Karlsruhe, 6.5. – 29.8.1999

Auf nach Karlsruhe zum ZKM. „Video cult/ures“ anschauen! Die Ausstellung liefert zweierlei: einen gelungenen Überblick über wichtige Positionen der 90er und einen differenzierten Einblick zum Thema Probleme unterschiedlicher kultureller Identitäten, wie es in der Videokunst der letzten 10 Jahre behandelt wurde. Vor allen Dingen aber zeigt sie, daß es einfache kulturelle Zuordnungen nicht mehr geben kann, sondern um eine offene, sensible und kritische Auseinandersetzung mit dem Anderen und dem Selbst geht.

Man betritt den Raum, es ist dunkel und diverse Geräusche ertönen aus allen Richtungen – wie in einem Dschungel. Dazu paßt die an zentraler Stelle im ersten Lichthof plazierte Arbeit „Noah’s Raven“ von Mary Lucier. Einem unregelmäßigen Oval folgend, sind rundherum abwechselnd ein Baumstumpf und ein Gabelstapler aufgestellt, auf denen Monitore plaziert sind. Darüber schwebt das Skelett eines Flugsauriers. Trapezförmige graue Sitzkästen schlängeln sich durch das Oval. Auf den 8 Monitoren sehen wir Bilder aus Regenwaldgebieten: intaktes grünes Dschungelgebiet, dann abgefackeltes, austrocknendes Brachland, wo nichts mehr wächst. Dann zeigen die Bildschirme Bilder von menschlichen Körpern: Markierungen vor einer Operation auf nackter Haut, später amputierte Brüste. So schließt sich der Kreis: die massiven Eingriffe des Menschen in das ökologische System werden am Ende wieder auf den menschlichen Körper zurückgeworfen. Hautnah mit harten Schnitten analysiert Lucier die Zerstörung von Natur und Menschen. Sie will emotionale Reaktionen provozieren, mit durchaus aufklärerischem Interesse eine Problematik in unser Bewußtsein rücken, um zumindest dort für den Moment etwas zu bewirken. So repräsentiert die Arbeit einen Ansatz,…

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