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Kunstforum-Gespräche · von Marion Leske · S. 429 - 431
Kunstforum-Gespräche , 1994

… wenn das Baby seinen Spinat auf das Bild schmiert …

Marion Leske sprach mit Peter Wolfgang Marx, dem Leiter der Auslandsabteilung der Nordstern-Kunstversicherung

Immer wieder schrecken Nachrichten von gestohlenen Bildern die Kunstwelt auf. Der jüngste Fall von Art Napping spielte sich vor der Haustür ab. Aus der Frankfurter Schirn verschwanden zwei wertvolle Turner-Gemälde aus der Sammlung der Londoner Tate Gallery (Versicherungswert: je 12 Millionen englische Pfund) und Caspar David Friedrichs „Nebelschwaden“ aus dem Bestand der Hamburger Kunsthalle (Versicherungswert: 3,7 Millionen Mark). Experten schätzen den Schaden durch Kunstdiebstähle auf zwei bis sieben Milliarden Mark jährlich. Die zweite Zahl bezieht sich allerdings nur auf versicherte Objekte und nur auf Westeuropa.

Neben spektakulären Meldungen über Raub und Erpressung sind Kunstwerke jedoch oft durch alltägliche Gefahren bedroht. Die Nordstern-Versicherung, ein Unternehmen mit zehn ausländischen Niederlassungen – u.a. in New York, Paris, Mailand und Zürich – hat vor zehn Jahren die Allgefahrendeckung für Privatsammler eingeführt. Sie übernahm aber auch die Versicherung großer musealer Projekte, so die Cézanne-Ausstellung in der Tübinger Kunsthalle. Im Fall des Schirn-Raubs war sie mitbetroffen, denn sie mußte, da die Bilder bis zum Zahltag nicht aufgetaucht sind, erst einmal für den Millionen-Schaden aufkommen.

Marion Leske sprach mit Direktor Dr. Peter Wolfgang Marx, Leiter der Auslandsabteilung der Nordstern-Kunstversicherung, über Risiken und Schäden, über Prämien und Preise.

*

M. L.: Wie errechnen Sie den Wert einer Sammlung – wird da eine Pauschalsumme festgesetzt oder jeder Gegenstand einzeln geschätzt?

P. W. M.: Das muß ganz individuell geschehen. Wir können das nicht machen wie ein Hausratversicherer, der dann auch Schadensfälle nur…

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