Band 19
Provisorische Architektur
Mit dem Aufsatz „Provisorische Architektur“ der Gruppe Haus-Rucker-Co schließt KUNSTFORUM an das in Band 11 (1974) gedruckte Manifest „Ent-Architekturierung“ der New Yorker Gruppe SITE Inc. an, das sich gegen eine das ...
Mit dem Aufsatz „Provisorische Architektur“ der Gruppe Haus-Rucker-Co schließt KUNSTFORUM an das in Band 11 (1974) gedruckte Manifest „Ent-Architekturierung“ der New Yorker Gruppe SITE Inc. an, das sich gegen eine das gesamte Bauen beherrschende Bauhaus-Mentalität richtet und eine Alternative zum formalistischen Verhältnis der öffentlichen Kunst zur Architektur bieten will, indem die übliche Trennung zwischen bildender Kunst und Architektur aufgegeben wird, um wesentliche Punkte besser angehen zu können. Einen anderen Ansatz verfolgt Haus-Rucker-Co. Die Gruppe setzt sich für eine experimentelle Vorgangsweise ein, um die nach dem Krieg hastig erbaute anonyme Großstadt umzubauen und einzurichten. Da bislang keine wissenschaftlichen Definitionen allgemein gültiger ästhetischer Regeln für den Wahrnehmungsprozess und die dadurch mögliche Messbarkeit von Gestaltungskriterien entwickelt wurden und auch in absehbarer Zeit keine brauchbaren Lösungen zu erwarten sind, sollen „Provisorien, die notwendigen Erfahrungen in den unterschiedlichen Gestaltungsmedien liefern, gegebenenfalls die angestrebten Funktionen für eine befristete Zeit erfüllen.“ Einen weiteren Architektur-Schwerpunkt gibt es in Band 30 (1978), in dem Gerd Fesel, Architekturprofessor an der TH Darmstadt, mehrere experimentelle Architekturprojekte vorstellt, die erstmals eine Zusammenarbeit mit Psychologen und die Einbeziehung von Entwicklungen aus dem Bereich der freien Kunst versuchen.














