Deutsche Kolonialgeschichte

19. Februar 2016 · Museen & Institutionen
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Helen Harris und Dr. Spunk Seipel kuratieren eine Ausstellung, die unter dem Titel „1884 to 1915- an artistic position“ bis zum 12. März 2016 in der National Art Gallery of Namibia in Windhoek zu sehen ist. Künstler aus Namibia und aus Deutschland zeigen Arbeiten, „wie man mit dem deutschen Kolonialismus, seine Verbrechen und die Verletzungen, die er bis heute hinterlassen hat, umgehen kann.“ 1868 hatte zwar der spätere Reichskanzler Bismarck in einem Brief an den preußischen König den Erwerb von Übersee-Kolonien abgelehnt, doch nach 1870 gewann in der deutschen Politik die Kolonialpropaganda die Oberhand. 1884 beginnt schließlich eine systematisch angelegte Kolonialpolitik, als die vom Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz erworbenen Besitzungen als „Deutsch-Südwestafrika“ unter den Schutz des Reiches gestellt wurden. 1914 war Deutschland schließlich nach England, Frankreich, Russland und den Niederlanden die fünftgrößte Kolonialmacht. Das deutsche Kolonialregime im heutigen Namibia war durch Grausamkeit gekennzeichnet: nach einer Viehseuche beanspruchten Großgrundbesitzer die überlebenden Viehbestände der Herero für sich. Den Aufstand der Herero schlug eine 15.000 Mann starke deutsche Kolonialarmee 1904 blutig nieder, die Überlebenden ließ die deutsche Militärführung in der Wüste verdursten. Bis 1908 kamen durch diesen Völkermord ca. 90.000 Herero und Nama ums Leben. In der öffentlichen gesellschaftlichen Diskussion spielte die deutsche Kolonialgeschichte mit solchen kriegsverbrecherischen Begleitumständen gegenüber anderen Themen keine größere Rolle; die Ausstellung betritt damit Neuland: bisher gab es in Deutschland kaum künstlerische Arbeiten, die sich mit diesem Teil der politischen Geschichte befassten. „Es ist eine Ausstellung, die keine definitive Aussage über dieses schwierige Kapitel der Geschichte geben kann, aber aufzeigt, wie wir alle damit umgehen können.“ Künstlerliste: Diana Arce, Matthias Beckmann, Berlin Postkolonial, Tahir Della, Melody Laverne Bettencourt , Nicola Brandt , Ondrej Brody & Kristofer Paetau, Judith Egger, Thomas Eller, Abrie Fourie, Tim Huepschle, Phillip Luhl, Nicky Marais, Philip Kojo Metz, Moholi Ndikung, Veico Ponofi & Nambahu Karina, Oliver Ressler, Spunk Seipel, Eric Schnak, Papa Shikongeni, Andrew van Wyk, Ella Ziegler.

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