Tagung zu „Kunst und Moral“

30. September 2019 · Aktionen & Projekte
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In seinem Surrealistischen Manifest von 1924 proklamierte der Theoretiker André Breton eine Kunst „ohne Diktat der Vernunft, der Moral oder der Ästhetik“ .In den 1980er Jahren veralberten Künstler wie Martin Kippenberger, Günter Förg, Albert Oehlen oder Werner Büttner den Mainstream damaliger gesellschaftlicher Gesinnungsethik („Ich kann beim besten Willen kein Hakenkreuz erkennen“) und mussten sich dafür von manchen Kunstkritikern das Etikett „Neuer Deutscher Zynismus“ als vermeintliche Stilrichtung anheften lassen. Als ein dänischer Künstler in den späten 1990er Jahren Hundewelpen aus dem Tierheim töten und anschließend von einem Präparator ausstopfen ließ und dann als Skulpturen ausstellte, empörten sich erwartungsgemäß Tierschützer, und eine Reporterin befragte einen Kritiker dazu, was Kunst mit Moral zu tun habe: „Nichts“, antwortete der Kritiker, der Künstler habe zwar Marcel Duchamp gründlich missverstanden und eine oberflächliche künstlerische Geste nur um der bloßen Provokation willen sei platt und dumm, aber jeder ernsthafte Künstler müsse doch letztlich selbst für sich entscheiden, welche Grenzen er einhielte und welche er überschreiten wolle. Zum Thema „Kunst und Moral“ findet nun am  24. und 25. Oktober 2019 im Hegelhaus in Stuttgart eine Tagung statt.“ Hierzu soll zuvorderst der Frage nachgegangen werden, ob und wie Kunstwerke moralische Positionen vertreten können. Wenn ja: Könnte sich hieran der künstlerische Wert der Werke festmachen lassen? Fernerhin stellen sich die Fragen, welche Mittel zur moralischen Positionierung einer künstlerischen Arbeit zur Verfügung stünden. Wären diese Mittel mehr als bloße Marker (wie z.B. das Schlauchboot oder die Schwimmweste in der aktuellen Kunst) oder könnten mit ihrer Hilfe differenzierte moralische Positionen ausgedrückt werden? Können überdies Werke der bildenden Kunst moralische Handlungen ihrer Rezipienten beeinflussen? Wie ist es zur heutigen, moralischen Kunstauffassung gekommen? Und woran liegt es, dass es kaum wertkonservative Positionen im öffentlichen Diskurs der bildenden Kunst gibt?“ Dazu gibt es Referate u.a. von Brigtte Sölch, Susanne König, Tom Hlöert, Thorsten Schneider, Wolfgang Ullrich. Kia Vahland, Birgit Eusterschulte und Tobias Frese zu hören.www.dgae.de/veranstaltung/kunst-und-moral

 

 

 

Dazu in Band 254 erschienen:

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