Vantablack-Monopol für Kapoor

4. März 2016 · Aktionen & Projekte
Bookmark (0)
Please login to bookmark Close

Als Yves Klein mit seinen monochromen Bildern bekannt wurde und damit die abstrakte Malerei radikalisierte, ließ er sich 1960 das spezielle IKB-International Klein Blue in Frankreich patentieren. Erste Versuche mit ultramarinblauen Pigmenten unternahm er bereits 1949, doch kein Bindemittel führte zu der erwünschten Leuchtkraft. Erst 1955 fand er mit Hilfe des Farbenhändlers Edouard Adam heraus, dass das Fixativ Rhodopas die gewünschten Eigenschaften bietet, Pigmente ohne Leuchtkraftverlust haften zu lassen – das ist das Geheimnis von IKB. Unlängst sicherte sich der britisch-indische Künstler Anish Kapoor ebenfalls Rechte an einer Farbe: mit der Firma Surrey NanoSystems vereinbarte er das alleinige künstlerische Nutzungsrecht an der Farbe Vantablack. Sie besteht stofflich aus einem Geflecht winziger Kohlenstoffnanoröhren auf einer Folie, die das Licht nahezu vollständig absorbieren, d.h. nur 0,035 Prozent des auf einen Gegenstand einfallenden Lichts zurück strahlen lassen. Ein mit Vantablack beschichteter Gegenstand ist in dieser Schwärze nur noch schwer zu erkennen: er verliert seine Formeigenschaften und wird lediglich als Silhouette wahrgenommen. Die Möglichkeiten für eine militärische Nutzung sind offensichtlich, und bei der Auskleidung von Teleskopen vermag Vantablack unerwünschtes Streulicht zu verhindern. Sauer auf die Exklusivrechte, die sich Kapoor sicherte, ist unterdessen sein britischer Künstlerkollege Christian Furr. Er wurde als Porträtist der Queen bekannt und wollte eigentlich auch mit diesem „schwärzesten Schwarz“ arbeiten, was ihm aber nun rechtlich verwehrt ist. Ansprüche auf ein Nutzungsmonopol an bestimmten Farben führten freilich auch früher schon zum Streit: die Firmen Unilever und Beiersdorf fochten einen Rechtsstreit über das Niveau-Blau aus. Der Verlag Langenscheidt sicherte sich die Exklusivrechte am Gelb seiner Wörterbücher; gestritten wurde auch darüber, wer das typische Sparkassen-Rot verwenden darf. Fest steht: Tarnkappenbomber dürfen auch künftig mit Vantablack beschichtet werden. Denn die Herstellerfirma Surrey NanoSystems erklärte, lediglich im Bereich der Kunst sei der alleinige Gebrauch der Farbe dem Künstler Anish Kapoor zugesichert worden.

Bookmark (0)
Please login to bookmark Close

Weitere Nachrichten


DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Robert Mangold

Neue Bilder

Annemarie Verna Galerie, Zürich, 27.10.1992 - 16.1.1993

Skandinavien: Michael Elmgreen & Ingar Dragset - The Collectors

53. BIENNALE VENEDIG: Länderpavillons

081-063-001.jpg -

Arno van der Mark

Galerie Arno Kohnen, Düsseldorf Galerie Mautsch, Köln, 6.9.-l2.10.1985

Gefrorene Zeit - Kunst aus der Antarktis

Stadtgalerie Kiel, 12.6. - 30.8.2009

Was ist Fiktion?

Thomas Virnich

Skulpturen und Wandreliefs

Galerie Reckermann, Köln, 13.11.1992 - 16.1.1993

Off the Wall!

»Bildräume und Raumbilder«

Kunsthalle Nürnberg, 17.7. – 12.10.2014

Der Hang zum Skurrilen

Humor in der belgischen und niederländischen Kunst

Alan Charlton

Die Kathedrale des Grau

Museum Haus Esters, Krefeld, 1.11.1992 - 31.1.1993

VENEDIG
BIENNALE