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Ausstellungen: Köln · S. 376 - 378
Ausstellungen: Köln , 1989

Günter Herzog
Andrew Hippe-Davies

»Operas – Soundtracks – Musicals«

KAOS-Galerie, 11.8.-12.9.1989

Andrew Hippe-Davies, der zusammen mit Tony Cragg die elitäre Schulbank des Londoner Royal College of Art gedrückt hat, vertritt eine Kunst, die im letzten Jahr mit der Ausstellung „Broken Music – Artists‘ Recordworks“ der Berliner Daadgalerie erstmals einem größeren deutschen Publikum vorgestellt werden konnte. Dort wurden Künstler und Kunstwerke präsentiert, die in vielfältigen Erscheinungsformen über das Medium Schallplatte und dessen Umfeld reflektieren, allen voran der Tscheche Milan Knizák, der zu Beginn der sechziger Jahre die Schallplatte als Ready-made und Ausgangsobjekt für seine „Broken Music“ genannten Verfremdungen entdeckte und eine Heerschar von bildenden Künstlern nach sich zog, darunter etwa Joseph Beuys, Nam June Paik und Dieter Roth, aber auch Musiker wie John Cage und Mauricio Kagel, die sich allesamt allerdings nur sporadisch dieser aus der Happening- und Fluxus-Bewegung erwachsenen Kunstform zuwendeten. Die Arbeiten von Andrew Hippe-Davies, den es erst noch zu entdecken gilt, waren auf dieser Ausstellung nicht vertreten – um so wichtiger war daher seine Präsentation in der Kölner KAOS-Galerie, die ein Video, eine Installation, Bilder und Objekte zeigte, die in ihrer Komplexität weit über die meisten Exponate der Berliner Ausstellung hinauswiesen.

Hippe-Davies begnügt sich nicht mit den üblichen Verfremdungen durch Übermalung, Verformung und Collage, sondern verwendet die Schallplatte sowohl als für sich selbst stehendes skulpturales Objekt sowie überwiegend, ihrer Rolle als Trägerin von Schallaufzeichnungen gemäß, als vielschichtiges Symbol für die Idee eines Kommunikationssystems, wie sie allen Medien zugrunde liegt. Und nicht nur die Schallplatte als Pars pro toto der Phonographie erscheint in…


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