Argentinien
Mónica Heller
THE IMPORTANCE OF THE ORIGIN WILL BE IMPORTED BY THE ORIGIN OF THE SUBSTANCE
Kommissarin: Paula Vázquez Kurator: Alejo Ponce de León Ort: Arsenale
Die nackte Frauengestalt trinkt Milch aus einer ihrer mächtigen Brüste. Eine unentwegt auf ihr Publikum einredende Taube, die durch ein urbanes Setting flattert und immer wieder pausiert, um etwa zu verkünden, deutschen Frauen würden staubsaugen, um eine öffentliche Aufmerksamkeit zu erlangen. Am Ende empfiehlt dieser halb mechanische Vogel gar seinen Zuschauer*innen, selbst mal über Staubsauger nachzudenken. Auf einem anderen Screen hockt sodann der kleine Hund an einem Fressnapf, glotzt mit aufgerissenen Augen und einem fast menschlichen Grinsen in den Raum.
Gegenüber bewegt sich ein Strohhalm vor nächtlichem Sternenhimmel durch eine vertrocknete Weide. Über allem wacht der Augapfel und dreht sich immer mal wieder ganz um die eigene Achse. Soviel zu den 3D-Installationen von Mónica Heller (*1975) in den kühl ausgeleuchteten Räumen des Sale D’Ami. Alles wirkt wie einer verstörten wie verstörenden Untergruppe aus Kin-der-YouTube entnommen, womit der Kurator Alejo Ponce de León weder eine eindeutige politische noch eine kulturelle Botschaft verbinden möchte, weil ja – aus seiner Sicht – die in Buenos Aires lebende Künstlerin „wie eine Biene in die Nähe von modernen Programmen, von der Avantgarde“ fliege. Tja! Dazu noch betitelt sich das offenbar von der Ästhetik suburbanem Bingohallen-Animationsdesign Argentiniens inspirierte Arrangement mit dem verschwurbelten „The Importance of the Origin will be Imported by the Origin of the Substance“ – zu befürchten ist, auch noch im Glauben, dem im Bi-ennale-Titel anklingenden Surrealismus zu…
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