Biennalen: Ars Electronica · von Petra Unnützer · S. 418
Biennalen: Ars Electronica , 1994

Petra Unnützer

Ars Electronica ’94

Brucknerhaus, Linz, 20. – 25.6.1994

Design Center, Linz, 21. – 26.6.1994

OÖ. Landesmuseum, Linz, 21.6. – 10.7.1994

15 Jahre lang hat die Ars Electronica sich als Festival, das die Vernetzung von elektronischer Kunst, Computerkunst, Medienkunst, Performances und den in diesem Zusammenhang relevanten philosophisch-gesellschaftlichen Diskurs begleitet und vorantreibt, auf internationalem Niveau profiliert. So war man gespannt auf die diesjährige Jubiläumsausgabe.

Die „Cyber Art“-Ausstellung im Design Center war geprägt von Technik, Spiel und Interaktion. Die Arbeiten waren absolut sinnfällig an einem Ausstellungsort für Design untergebracht. Denn seit langem schon wird von in die Zukunft blickenden Medientheoretikern gefordert, daß Künstler sich an der Gestaltung der virtuellen Räume beteiligen, sich kreativ einmischen und damit auch Bereiche der Kunst verändern sollen. Die kreative Beherrschung der Technologie steht dabei noch immer über den Inhalten. So auch größtenteils in Linz. Als gelungene Unterhaltung im Sinne Paiks zeigt sich Perry Hobermans „Bar Code Hotel“, in dem sechs Gäste/Spieler über ein Multi-User-Interface gemeinsam virtuelle Räume schaffen, sie gestalten und in diverse Zustände versetzen können. Bei „Architexture“ von Supreme Particles wird der Betrachter mit einer interaktiven pneumatisch-akustischen Leinwand konfrontiert, sieht sich selbst als sich ständig veränderndes Farbmuster in die Leinwand eintauchen und organische Skulptur werden. Für Kenner der Chaos-Theorie interessant war der „Chaos Cube“ von Michael Klein, der den Betrachter in einem labyrinthisch wirkenden Würfel chaotischen Prozessen aussetzte. Die einzige Arbeit, die sich nicht in einem abgeschlossenen verdunkelten Raum befand, war „Golden Calf“ von Jeffrey Shaw. Um das computergenerierte Kalb sehen zu können, mußte jeder Betrachter den tragbaren LCD-Schirm in die…

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