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Ausstellungen: Lüdenscheid/Mülheim · S. 366 - 367
Ausstellungen: Lüdenscheid/Mülheim , 1989

Claudia Posca
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Symposium und Ausstellung

Städtische Galerie, 12.6.-16.7.1989

Städtisches Museum, 9.9.-22.10.1989

Eine künstlerische Individualität zu verstehen, ist weit schwerer als die eines Denkers und Forschers; denn dieser spricht die Sprache, die jeder spricht, jener aber unterscheidet sich gerade dadurch vom anderen, daß er eine andere Sprache spricht.“ (Conrad Fiedler)

An diesem Konflikt zwischen der gesprochenen Sprache und der „Sprache“ des Bildlichen hat sich bis heute nicht viel geändert. Dahinter verbirgt sich ein weites Feld, das Praxis und Theorie der Kunst betrifft. Ist die Praxis der Kunst eine Tätigkeit des Schöpferischen, so ist die Theorie der Kunst vielmehr eine Reflexion auf dieses Schöpferische und eben darin selbst wenig schöpferisch. Andererseits hat aber gerade die Theorie der Kunst in ihren vielfältigen Schattierungen der Kunstgeschichte, -wissenschaft und -kritik den Anspruch, innovativ und d.h. schöpferisch zu sein. Dennoch haben Künstler das Recht, dem Theoretiker in seinem Forschen einen re-aktiven Sinn nachzuweisen, was jedoch nicht ausschließt, daß der Theoretiker eben mit diesen re-aktiven Sinnen Bedeutungshorizonte am Bildlichen entdeckt, die die aktiven Sinne des Künstlers in dieser Art und Weise (noch) nicht thematisierten, zumindest jedoch nicht in der ausdrücklichen Form des sprachlichen Begriffs. Und dieses Begriffliche begründet den diskursiven Charakter, den Kunstwerke gerade aufgrund ihrer bildlichen Anschaulichkeit grundsätzlich haben. Oder wäre es vielleicht im Unterschied hierzu möglich, einen Dialog über die Bildlichkeit eines Bildes zu beginnen, ohne dies mit Worten zu tun, was konsequentermaßen dazu führen müßte, sich in Bildern über Bilder zu verbildlichen – im Unterschied zur Verständigung durch Sprache? Eher scheint dies Theorie zu sein und hat…


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