Titel: Wendezeiten – Deutschland in der Kunst · von Maria Anna Tappeiner · S. 186
Titel: Wendezeiten – Deutschland in der Kunst , 2015

Dan Perjovschi

Glücklicherweise habe ich einen Humor, der mir in komplizierten Zeiten zu überleben hilft

von Maria Anna Tappeiner

Dan Perjovschi ist ein Weltreisender, sein Medium ist die Zeichnung, die oft mit wenigen Strichen auskommt und ganze Wände, Fensterflächen und Böden in internationalen Museen und Kunsträumen füllt. Der 1961 in Rumänien geborene Künstler, der in Bukarest lebt und arbeitet, zeigt mit seinen ironischen, zuweilen auch sarkastischen Zeichnungen gesellschaftliche, politische und soziale Zusammenhänge auf. Es sind Statements zur Zeitgeschichte, Kommentare zu einer globalisierten, von ökonomischen und Machtinteressen gesteuerten Welt. Mit minimalen Mitteln entwirft Perjovschi ein weites Anspielungsfeld. Die Notwendigkeit, sich zu äußern, geht bei ihm auf die repressiven Zustände der Ceaușescu-Diktatur in seiner Heimat zurück. Nach der Revolution 1989 beginnt Perjovschi als politischer Zeichner für die kulturelle Wochenzeitschrift Revista 22 zu arbeiten. Über die Jahre entwickelt er ein umfangreiches Archiv an Motiven und Szenen, die in seinen Projekten immer wieder auftauchen. Spätestens seit Dan Perjovschi 1999 den Fußboden des Rumänischen Pavillons auf der Biennale in Venedig mit Hunderten von Zeichnungen überzogen hat, ist er aus der internationalen zeitgenössischen Kunstszene nicht mehr wegzudenken.

Maria Anna Tappeiner: Die Themen und Motive für deine Zeichnungen entspringen meist dem aktuellen Zeitgeschehen. Was genau wird zum Gegenstand deiner Zeichnungen? Wie sieht dein künstlerischer Alltag aus?

DAN PERJOVSCHI: Das hängt davon ab, ob ich an einem Projekt arbeite oder nicht. Während eines Projekts bringe ich mich in einen bestimmten Zustand und bin ganz auf den Prozess des Zeichnens konzentriert. Alles kann Thema sein. Ich jage nach Bildern und Möglichkeiten. Bin ich zwischen…

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