Amine Haase
Die Melancholie des Schöpferischen
Daniel Birnbaum zeigt dem Biennale-Besucher, was der schon vergessen glaubte:
Die durchaus erträgliche Leichtigkeit der Kunst
Ein Versuch, die unterschiedlichen Fäden formaler und inhaltlicher Zusammenhänge nachzuziehen
Mene vado, ri lascio nella sera
che, benché triste, cosi dolce scende
per noi viventi.
Ich gehe und lass dich zurück im Abend,
der, wenn auch traurig, so süß
auf uns Lebende fällt.
aus Pier Paolo Pasolini
“Le ceneri di Gramsci”
Kleine gefaltete Kartons liegen, hängen, stehen in einer Vitrine, Blau, Rot, Gelb leuchtend – eine poetische Schöpfungsgeschichte, das „Livro da Criacao“ von 1959 der brasilianischen Künstlerin Lygia Pape (1927-2004). Zu jedem Falt-Objekt und zu jeder Farbe gehört ein kleiner Satz: Blau – Am Anfang war alles Wasser. . . Rot – Der Mensch entdeckte die Zeit. . . Alle Farben des Regenbogens – Und die Erde ward erwachsen. . . Und schließlich Gelb – Licht. Hinter Papes kleiner Kosmologie hängen acht monochrome Bilder von Sherrie Levine (geboren 1947) – eine herausfordernde Geschichte der Nach-Schöpfung, „Melt Down (After Yves Klein)“ von 1991, eine „Kernschmelze“ der Kunstgeschichte. Im selben Raum ist ’ (geboren 1968) neue „Silver Installation VI“ zu sehen, eine Farbstudie auf chemischer Basis, Bilder, die aus vielen einander überlagernden Bildern bestehen; der Titel verweist auf die Spuren von Silberoxyd auf dem Fotopapier. Hoch oben schwebt eine Wolke von Palermo (1943-1977), „Graue Scheibe“ von 1966 – ein melancholisches Memorial. Dann sind da noch sieben Leinwände, dicht nebeneinander gehängt, wie ein großes weißes Bild, leer, allein als Projektionsfläche für den Betrachter existent. Und plötzlich verwandelt sich die weiße Wand in…
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