Magazin: Museen & Institutionen , 1995

Einmalig in Deutschland

Zur Neukonzeption des Düsseldorfer Kunstpalastes

Berlin hat seine Museumsinsel, Frankfurt sein Museumsufer am Main. Mit dem neuen Rheinufertunnel wollen Düsseldorfs Stadtväter nun nachziehen. Ihre Vision einer „Museumsmeile“ beschränkt sich allerdings nicht nur auf eine „fußläufige Verbindung“ parallel zum Tunnel zwischen dem Hetjens-Museum für Keramik in der südlichen Altstadt und dem Ehrenhof mit Kunstmuseum und Kunstpalast im Norden, denn auf besagtem Ehrenhof-Gelände wird nämlich demnächst eine umfassende städtebauliche und museums-politische Neugestaltung in Angriff genommen.

Dies ließ in der lokalen Kunstscene zunächst die wüstesten Spekulationen kursieren: die Kunsthalle am Grabbeplatz solle abgerissen werden, statt dessen errichte der Energie-Konzern VEBA am Ehrenhof eine neue Ausstellungshalle nebst einem Bürokomplex an der Stelle des alten Kunstpalastes, bei dem nur die Fassade unter Denkmalschutz steht. Die Wechselausstellungen im baufälligen Kunstpalast boten seit Jahren u.a. der etablierten wie jungen Düsseldorfer Avantgarde eine Plattform.

Nun – die Kunsthalle bleibt bestehen, und Kulturdezernent Hans-Heinrich Große-Brockehoff vermochte auch die Bedenken zu zerstreuen, das VEBA-Engagement gefährde die Unabhängigkeit der Kultur: „Wir achten schon sehr genau darauf, daß dort am Ehrenhof keine unzulässige Vermischung von Kultur und Wirtschaft geschieht.“ Für die Bespielung der neuen Halle soll daher ein unabhängiger Leiter berufen werden.

Die Vernunftehe zwischen Stadt und VEBA beruht auf dem Deal, daß die Kommune das Grundstück zur Verfügung stellt, der Konzern seinen Bürokomplex darauf selbst finanziert und dabei zudem „7.100 qm für die Kunst“ (Große-Brockehoff) erbaut. Der Architektenwettbewerb muß am 30.3.1995 zwar noch vom Rat abgesegnet werden, aber dies ist nur eine reine Formsache, denn die Kosten für diesen Wettbewerb werden voll von…

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