Ausstellungen: Neuss , 2017

Geliebte Feinde – Symbolismus heute

Clemens Sels Museum 23.10.2016 – 19.02.2017
von Sabine Elsa Müller

Das nach dem Kerzenfabrikanten und Stifter Clemens Sels benannte Museum in Neuss fällt nicht nur wegen der enormen Bandbreite seiner Sammlungen von der Ur- und Frühgeschichte bis zur Outsider Art aus dem Rahmen. Seine Sonderstellung verdankt es vor allem einem außerhalb Frankreichs einzigartigen Konvolut symbolistischer Kunst von Künstlern wie Gustave Moreau, Odilon Redon, Pierre Puvis de Chavannes, Maurice Denis, Édouard Vuillard, James Ensor bis Fernand Khnopff oder Johan Thorn Prikker. Vor diesem Hintergrund macht sich das Haus nun in der Gegenwartskunst auf die Suche nach einem womöglich neu erwachten oder immer noch virulenten Geist des Symbolismus. Welche Formen finden Künstler heute für die Darstellung der unter den glatten Oberflächen rumorenden Kräfte, des Untergründigen, Fantastischen und Triebhaften? Wie sehen die Ungeheuer und Zyklopen der modernen, effizienzgeprägten Welt aus?

Da es den Symbolismus als einheitlichen Kunststil im 19. Jahrhundert so wenig gibt wie heute, tut die Ausstellung gut daran, sich auf einzelne prägnante Positionen zu konzentrieren, wenn man sich auch eine etwas ausgewogenere Gewichtung der vier ausgewählten Künstler gewünscht hätte. Bei Peter Doig, der sich am geschmeidigsten in den hier propagierten Neo-Symbolismus einordnet, irritiert die karge Bestückung, bestehend aus einem frühen Ölgemälde aus dem Jahr 1982 und sechs kleinen Farbradierungen aus der Mappe „Black Palms“ von 2004. Jedoch ist auf der noch in die Zeit seiner Ausbildung an der St. Martin School of Art in London datierte Leinwand bereits alles enthalten, was zu jenen farbglühenden und vielschichtig verdichteten…


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