Titel: Die neue Auftragskunst , 2017

Tobias Rehberger

Eine Fingerübung

Ein Gespräch von Sabine B. Vogel

Tobias Rehberger 1966 in Esslingen geboren, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main, wo er von 1987 bis 1992 bei Thomas Bayerle und Martin Kippenberger an der Städelschule studierte und seit 2001 selbst Professor für Bildhauerei ist. Mit zahlreichen Museums- und Galerieausstellungen weltweit gehört er international zu den bedeutendsten Konzeptkünstlern. 2009 erhielt er für seine Installation auf der Biennale in Venedig den goldenen Löwen.

Tobias Rehberger: Was heißt Auftragsarbeit – ein Raum, für den man etwas vorschlägt? Wenn VW kommt und sagt, wir haben hier ein Atrium? Kunst am Bau? Das erste war eine Arbeit für den Bundestag, für das Abgeordnetenhaus.

Sabine B. Vogel: Was war dort die Aufgabe?

Es gab gar keine Aufgabe. Das stellt man sich oft falsch vor, dass jemand sagt, ich hätte gerne einen Tisch, oder eine Skulptur. Meistens hat man eine räumliche Vorgabe, manchmal mit Einschränkungen, die in der Regel eher technischer Natur sind. Also z.B. wenn man nichts an die Decke hängen kann, was über 100 Kilogramm wiegt. Dass jemand als Auftragsarbeit eine Ausstellung haben will, kommt eigentlich nie vor.

Was interessiert dich an solchen Aufträgen wie beispielsweise die Tassen für Illy Kaffee?

Was heißt interessieren – das ist eher eine Fingerübung. Das macht Spaß, ohne dass ich wahnsinnig tiefgründig darüber nachdenken muss. Illy hatte damals die Biennale Venedig für die Herstellung der Cafebar-Skulptur unterstützt und schlug vor, dass ich auch eine Kollektion Tassen mache. Dafür habe ich Entwürfe für die Cafeteria-Skulptur auf die Tassen drucken lassen.

Wie kam es…

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