Titel: 53. Biennale Venedig , 2009

53. BIENNALE VENEDIG: Länderpavillons

Israel: Raffi Lavie: In the Name of the Father

Kurator: Doreet LeVitte Harten / Ort: Giardini

Raffi Lavie – „In the Name of the Father“

Der israelische Pavillon, ein wenig im Abseits hinter der monumentalen amerikanischen Kunst-Bastion gelegen, ist ein unscheinbares, leichtes Gebäude, das in diesem Jahr allerdings merkwürdig spießig wirkt. Liegt es an den mit leuchtend roten Geranien bepflanzten Blumenkästen, die in Reih und Glied vor dem weißen Bau positioniert sind? Oder an der Sitzgruppe in gediegenem 60er-Jahre-Look, die im Eingangsbereich aufgestellt wurde? Ein überraschender Eindruck, der so gar nicht mit dem Image des ausgestellten Künstlers Raffi Lavie (1937-2007) übereinstimmen mag. Der Maler, Kunstlehrer und Kunstkritiker ist für Israelis „ein fester Begriff, eine lokale Ikone, ein kultureller Held. Eine Figur, in die der Stamm seine Bilder, Träume und Zweifel investierte“, schreibt Kuratorin Doreet LeVitte Harten im begleitenden Katalog.
Über 40 Jahre lang, bis zu seinem Tod 2007, hat Lavie die israelische Kunstszene als charismatische Figur geprägt. Er gründete die Gruppe „10+“, die ab 1965 in thematischen Ausstellungen internationale Kunsttrends in Israel vorstellte. Er war auch zentraler Vertreter der als „Want of Matter“ bekannten Stilrichtung israelischer Künstler, die ab Mitte der 70er Jahre bewusst mit einfachen, asketischen Materialien wie Sperrholz sowie mit Collagen arbeiteten. Frei von jeglicher Ideologie, widmete sich diese Kunstrichtung städtischen, säkularen und lokalen Werten und gilt als assoziiert mit der Stadt Tel Aviv. Fernab von den internationalen Kunstzentren, entwickelte Lavie dort eine spezifische, auf seinen Lebensraum bezogene und diesen reflektierende künstlerische Sprache. Sein malerisches Werk, dessen vermeintlich…

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von Susanne Boecker

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