Österreich
Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl
INVITATION OF THE SOFT MACHINE AND HER ANGRY BODY PARTS
Kommissar: Sektion Kunst und Kultur des Bundesministeriums Kunst, Kultur, öffentlicher Dienst und Sport Kuratorin: Karola Kraus Ort: Giardini
Mit seiner strengen, gar nicht in den Stil der Moderne passenden Symmetrie der zwei Seitentrakte fordert der Österreichische Pavillon jedes Jahr die Ausstellenden heraus. Zur diesjährigen Biennale bespielt ein Künstler*innen-Duo das Haus – und entschied sich für eine klare Aufteilung: Im linken Teil präsentiert Ashley Hans Scheirl (1956) ihre / seine „begehbare Malerei“, wie er / sie es im Gespräch nennt. Auf der anderen Seite zeigt Jakob Lena Knebl (1970, geboren als Martina Egger) ihre Installation, in der sie Designklassiker umformt, expandiert, neu chiffriert. Im hinteren Trakt treffen sie zusammen, auf der Tapete fliegen sie in ihren fröhlichen Selbstinszenierungen in ihren eigenen Modekollektionen (gemeinsam mit Designer Martin Sulzbacher) durch imaginäre Räume, ergänzt durch Vintage-Möbel und wenige Skulpturen.
Ihr Thema seien die 1970er Jahre, erklären sie im Gespräch, die damaligen Krisen und Utopien. Aber der Reihe nach: Scheirls Teil beginnt wie ein Theater, eine – gemalte – Hand zieht den Vorhang auf und wir betreten ein Reich, in dem jedes der hintereinander geschichteten Teile eine Bedeutung hat: Die Kanonen im Plüsch stehen für das Militär, die von der Decke baumelnden Pillen für die Pharmaindustrie, die schwarze Fläche für Öl – drei „Machtzentren“, wie es Scheirl nennt. Über allem thront Gold – wohin alles strebt. Dahinter harrt ein weißer Schamhügel, aus dem die Pisslake auf dem Boden…
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