Gespräche mit Künstlern · von Amine Haase · S. 322
Gespräche mit Künstlern , 1999

Stephen Prina

»Jeder ist sein eigener Filter«

EIN GESPRÄCH VON AMINE HAASE

Der amerikanische Künstler Stephen Prina stellte im März/April in der Kölner Galerie von Gisela Capitain seine Arbeit „Push Comes To Love“ aus: eine äußerst komplexe Reflexion über Kunst, ihre Geschichte und ihre Mehrdeutigkeit, wie das folgende Gespräch zeigt.

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Amine Haase: Stephen Prina, Sie zeigen in der Kölner Galerie Capitain die Ausstellung „Push Comes To Love“. Sie geht zurück auf „Retrospection Under Duress, Reprise“, die sie im DAAD Berlin organisiert haben. In Berlin ging es um Marcel Broodthaers und seine Berliner Zeit, und das nehmen Sie in der Kölner Ausstellung wieder auf. Also ein weiterer Schritt Ihrer auf die Kunst und speziell auf Ihre Kunst bezogene Arbeit. Aber was ist Berlin-spezifisch daran?

Stephen Prina: Mich hat Broodthaers‘ „Adler-Museum“ interessiert und seine „Meta-Ästhetik“. Ein großer Teil seines Projekts ist in Berlin entstanden, und ich habe festgestellt, daß viele Objekte seines „Museums“ aus Berlin stammen. Angefangen hat es mit dem Katalog, aus dem ich mir alles herausgesucht habe, was mit Berlin zu tun hat. Dann bin ich auf alle Institute zugegangen, die Broodthaers damals Objekte geliehen haben, und habe darum gebeten, sie mir noch einmal auszuleihen, für meine Ausstellung. Dabei gab es natürlich einige Komplikationen. Die hatte es ja schon bei Broodthaers gegeben, ihm wurde ja auch nicht alles gegeben, was er sich gewünscht hatte. Er hat ersatzweise Fotos gezeigt. Und ich habe auch immer gefragt, wenn mir etwas nicht geliehen werden sollte, ob ich es wenigstens fotografieren könnte. Das habe ich dann auch getan -…

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