Kroatien
Tomo Savić-Gecan
UNTITLED (CROATIAN PAVILION) 2022
Kommissar: Ministry of Culture and Media of the Republic of Croatia Kuratorin: Elena Filipovic Ort: via Garibaldi 1513, Castello
Es ist eine Binsenweisheit, dass künstliche Intelligenz nicht nur unsere Welt, immer öfter auch die bildende Kunst bestimmt. Dass dies auch bei performativer Kunst mit menschlichen Akteur*innen funktioniert, zeigt der in Amsterdam und Zagreb lebende Kroate Tomo Savić-Gecan (*1967), der für seine außergewöhnlichen Ausstellungsprojekte bekannt sein dürfte. Er will nämlich, so heißt es immer wieder, nichts ausstellen, weshalb der Venedig-Beitrag des Konzeptkünstlers auch keinen Titel trägt. Unbemerkt durchdringt daher dessen Kunst das Bi-ennale-Geschehen, ähnlich wie die Künstliche Intelligenz unser Leben. Und dies täglich in den Giardini, im Arsenale oder irgendwo in der Lagunenstadt für die Dauer der bis zum November laufenden Biennale – laut Katalog.
Jeden Tag aus Neue kalkuliert die Künstliche Intelligenz alle von ihr nach dem Zufallsprinzip ermittelten aktuellen Daten aus prominenten wie internationalen Nachrichtenmedien über Kultur, Politik, Ökologie, Wirtschaft oder Technik, aber auch über mögliche Präsentationsorte der Biennale und gibt den Performern über iPhone früh am Morgen immer neue Anweisungen für ihre Aktionen. Weder „immateriell“ oder „technologisch“ noch choreografisch, „sondern alles auf einmal“, so die Kuratorin Elena Filipovic im Katalog, seien Savić-Gecans „konzeptuell-mechanisch-performativen Aufführungen über unseren zeitgenössischen Zustand“ – auch über das, was noch kommen werde. „Wenn wir es nur sehen könnten“, schreibt die Direktorin der Kunsthalle Basel am Ende.
Am zweiten Previewtag in der Osterwoche etwa flanierten fünf Frauen in ihren Zwanzigern – schlicht gekleidet, viele mit Rücksäcken – durch den mit…
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