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Titel: ÜberLeben und Kunst. Bedingungen künstlerischer Existenz - Arbeitsmarkt Kunst – Entwicklungen und Perspektiven · von Dagmar Schmidt · S. 48 - 55
Titel: ÜberLeben und Kunst. Bedingungen künstlerischer Existenz - Arbeitsmarkt Kunst – Entwicklungen und Perspektiven ,
Titel: ÜberLeben und Kunst. Bedingungen künstlerischer Existenz - Arbeitsmarkt Kunst – Entwicklungen und Perspektiven

Leben und leben lassen

Zur wirtschaftlichen und sozialen Situation bildender Künstler*innen
von Dagmar Schmidt

Eine Pandemie lässt die Menschen den Kultur-Schalter umlegen. Binnen Stunden schließen (nicht nur) Ausstellungen, Galerien und Kunstmessen, Theater, Bühnen, Konzert- und Kunsthallen, Bildungseinrichtungen. Alle Veranstaltungen und Plattformen, auf denen sich Menschen begegnen, miteinander im gleichen Raum Kunst betrachten und darüber sprechen, Musik und Schauspiel hören, sehen oder partizipieren, werden umgehend abgesagt. Die vielfältigen Erscheinungsformate der (Bildenden) Kunst verschwinden aus der analogen Welt, das Erleben von Kultur ist eingestellt, die Kunst unsichtbar.

Der Kunstmarkt ist ein wirtschaftlicher, aber vor allem ein „Aufmerksamkeitsmarkt“.

Neue Formate entstehen. Manche*r Ausstellungs-macher*in greift das erste Mal zum Smartphone als Filmkamera, um eine spontane Ausstellungsbesprechung ins Web zu senden. Eine Performerin1 erfindet die Performance-Zeug*in, die stellvertretend für das Publikum die Vorführung im Studio auf wiederum individuelle, kreative Weise vermittelt. Galerist*innen, wie Johannes König von der gleich namigen Galerie, qualifizieren den Online-Atelier-Besuch bei den von ihnen vertretenen Künstler*innen und ermöglichen so kurioserweise eine Art „Nähe“ zwischen ihrem Publikum und ihrer Galerie – in ganz persönlichem Gespräch und doch nur auf dem Screen. Die Kunstmessen finden im digitalen Raum statt: Die Kojen mutieren in Online-Viewing-Rooms und die dort ausstellenden Galerien intensivieren darüber hinaus ihre Webauftritte, um den Kontakt zu den bisherigen Kund*innen zu halten und neue Kundenkreise zu erschließen. Doch ein Ersatz für die persönlichen Begegnungen ist es nicht, und allein durch Web-Sichtbarkeit geht noch kein Kunstwerk über die digitale Ladentheke.

Ganz deutlich wird die Rolle der Öffentlichkeit bei den Künstler*innen: Sie können – sofern sie nicht als Eltern oder…

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