Ausstellungen: Grenoble/Frankfurt a.M./Amsterdam · S. 383
Ausstellungen: Grenoble/Frankfurt a.M./Amsterdam , 1991

Doris von Drathen

Matt Mullican

Magasin Grenoble, 16.9. – 4.11.1990

Portikus, Frankfurt: 17.11. – 16.12.1990

To look at the world go by“ – aus dieser Haltung heraus erarbeitet Matt Mullican seit 20 Jahren zeichenhafte Systeme, die den Raum zwischen dem Subjekt und dem Objekt beschreiben, die – pathetisch gesagt – modellhaft die Welt erklären.

Diese Systeme sind seit der Arbeit in Münster (1987) immens angewachsen, haben sich verzweigt und Kreise gezogen, rückwärts in das 19. Jahrhundert und vorwärts in das 21. Jahrhundert.

Die Ausstellung, die in Grenoble ihren Anfang nimmt und dann voraussichtlich mit Veränderungen weiterwandert, wagt einen bilanzierenden Überblick. Allerdings – in den großen Räumen des Centre d`Art Contemporain mit einer Tonartverschiebung, die leicht in die Irre führen könnte.

Matt Mullicans Zeichenbilder, die „Welt“ widerspiegeln als Ausdruck anonymer Bilder – seine Zeichen, die jeder von Flughäfen, Warenhäusern, Restaurants kennt oder meint zu kennen, so bekannt scheinen die dazwischengemischten erfundenen Zeichen, seine Installationen, die symbolhaft Objekte aus einem naturkundlichen Museum des 19. Jahrhunderts versammeln wie Knochen, Versteinerungen, ausgestopfte Vögel, Reagenzröhren – sind eigentlich gedacht als subversive Systeme, die dem Betrachter als Alltägliches, Benennbares entgegenkommen und ganz beiläufig die Frage stellen, um die es geht, und die vielleicht gerade wegen der gekonnten Beiläufigkeit so oft übersehen wird, die Frage nämlich nach Leben und Tod, nach Bild und Tod.

In Grenoble hat Mullican das unterläufige by-the-way eingebüßt, der Betrachter wird nicht mehr als Passant, sondern als Museums-Besucher angesprochen und sucht dann vergeblich nach traditionellen Kriterien. Der Kalifornier ist hier plötzlich dem Zwang erlegen, die riesigen Hallen zu füllen. Nun steht…

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