Nachrichtenforum: Medien , 1999

HAMBURG-ERSATZ

„Utopien wollen sich nicht im Imaginären bescheiden, sondern das bessere Leben“. Per virtuellem Lift erreicht der Web-Site-Besucher Etagen mit der Revolutionsarchitektur des 18. Jahrhunderts (Kugelhaus) oder mit Statements über Befindlichkeiten und Wünsche der Bewohner heutiger Städte („Agora“). Unter http://hamburg-ersatz.trmd.de hat das Künstlerduo Dellbrügge/de Mol „das erste Internetprojekt des Hamburger Programms ,Kunst im öffentlichen Raum‘ eingerichtet“. Als work in progress wird es bis zum 31. Dezember 1999 fortgeführt. Der philosophische Streifzug ist recht kurzweilig-sinnlich mit Quizfragen und einem Philosophenweg als abgewandeltes Mensch-ärgere-dich-nicht-Brett gestaltet. Im „Sprechzimmer“ ist u.a. ein ausführliches Interview mit Manfred Schneckenburger über Kunst im Reichstag, pardon, „Plenargebäude Deutscher Bundestag“, dokumentiert.

BADEN-WÜRTTEMBERG

Seit dem 1. April 1999 präsentiert sich auch die Kunststiftung Baden-Württemberg im Internet. Dargestellt wird die Philosphie der Stiftung, außerdem sind aktuelle Veranstaltungen, Termine und sonstiges aufgelistet: http:// www.swo.de/kunststiftung, e-mail: kunststiftung-bw@t-online.de.

URBINO CHAT

Um 1500 hielt Elisabetta Gonzaga in Urbino/Italien berühmte Abendgesellschaften ab – historische Vorläufer der heutigen Chat-Rooms im Internet. Zu „neuzeitlicher Conversationskunst“ wollen nun der Hamburger Telematik-Professor Kurd Alsleben und seine Computerkunst-Kollegin Antje Eske anregen. Ihre Aktion: nach einer inspirierenden Besichtigung von Stadt und Palazzo Urbino gingen sie am 14. Juni 1999 per Laptops und Handy ans Netz, um „mit weiteren Personen zu vorher verabredeter Zeit im virtuellen Raum einen Chat zu halten“. Inhaltlich sollte dieser Chat einem „Conversationsspiel“ der Renaissance folgen, wie es in Urbino im Palazzo Ducale tatsächlich stattgefunden hat und vom Dichter Pallavicino festgehalten wurde – formal als Reimspiel ausgetragen. Weitere Chats sollen folgen. Kontakt: KükoCoKü, Paulinenstr. 58, 22769 Hamburg, Tel./fax 040-856910, e-mail: sa5a033@rrz.uni-hamburg.de.

BILDSCHIRMSCHONER

„Rettet der Monitor die…

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