JOCHEN LEMPERT
Natürliche Ressourcen

Natürliche Ressourcen“ heißt eine separat erschienene Ergänzung von 1998 zu den 1997/98 publizierten und in den Kunstvereinen Bonns und Freiburgs ausgestellten „365 Tafeln zur Naturgeschichte“. Lempert hat das Material für beide Publikationen bereits 1990 zu sammeln begonnen und in den letzten Jahren in immer komplexer werdenden Zusammensetzungen neu strukturiert. Anders als die Ausstellungspublikation, die die Spielarten des Kreatürlichen in der Vielfalt ihrer natürlichen und künstlichen Erscheinungsformen erfaßt, konzentriert sich der Künstler in „Natürliche Ressourcen“ auf eine in neun Kapiteln gegliederte „Systematik“ der künstlichen Tier-Arten.

Lempert, ausgebildeter Biologe, ist innerhalb seines Fachs als Systematiker tätig und gehört damit jener als „Käferzähler“ belächelten Gruppierung an, zu deren Lasten die gegenwärtig bevorzugte Genetik und Biochemie nachhaltig die Mittel abgräbt. Als Künstler ist er Feldforscher im weitesten Sinne. Kennzeichnend für seine Arbeit ist die Einbettung des Materials in einen offenen, die klassische Systematik sprengenden Bezugsrahmen, der verschiedene Aspekte der menschlichen Naturaneignung mit einschließt. Sog. „Keywords“ liefern die Stichworte. „Metamorphose, Hybridisierung, Artgrenze, Verwandtschaftshypothese, Endoparasitismus, Rudiment, Freilandversuch“ lauten die „keywords“ zu den abgebildeten Arbeiten aus „Artbegriff und Evolution“ (1990-98). Die Fotoarbeiten aus „Zwillingsforschung“ (1990-98) begleiten die „keywords“ „Fortpflanzung, Vermehrung, Hybridisierung, Heterosis-Effekt, Mitochondrien-DNA“. (Comtainer Goods Edition, Köln)

Christiane Fricke


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