Titel: Dialog und Infiltration · von Jürgen Raap · S. 80
Titel: Dialog und Infiltration , 1999

JÜRGEN RAAP

Schalten und Walten

»ÜBERGANGSBOGEN UND ÜBERHÖHUNGSRAMPE«

SYMPOSION HOCHSCHULE FÜR BILDENDE KÜNSTE HAMBURG

11.-13.2.1994 UND 15.-16.11.1996

Die Arbeiten an seinem Projekt „Tropfsteinhöhle“ für die Kunsthalle Hamburg veranlaßten Bogomir Ecker, Düsseldorfer Bildhauer mit Professur in Hamburg, sich verstärkt der „Frage nach dem Verhältnis zwischen Kunst und Naturwissenschaft und der Praxis naturwissenschaftlicher und künstlerischer Vorgehensweisen“ zuzuwenden (s. Interview mit B. Ecker). Daraus ergab sich die Idee zu o.g. Symposion, das Bogomir Ecker und Frank Barth, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hamburger Kunsthalle, zusammen initierten, und das anschließend in Buchform dokumentiert wurde.1

Bei dieser zweiteiligen Vortragsreihe (mit praktischen Demonstrationen bei einigen Beiträgen) trafen Künstler und Wissenschaftler aufeinander, die jeweils interdisziplinär angelegte Projekte vorstellten: der Geologe Ulrich Jux versucht „das begrenzte Blickfeld“ der grundschulpädagogischen Heimatkunde zu erweitern, der Kunsthistoriker Herbert Molderings deutet die ready mades von Marcel Duchamp als „spielerische Physik“, deren Konzeption sich u.a. aus Duchamps Auseinandersetzung mit dem Mathematiker Henri Poincaré ergab. Umgekehrt beschreibt Horst Bredekamp „Galilei als Künstler“, und Gabriele Werner bietet einen historischen Umriß über die Versuche der Kunst, Mathematik zu visualisieren, und die parallel erfolgten Versuche der Mathematik, „ihr Werk als künstlerisches zu behaupten“. Nikolaus A. Baginsky, gelernter Bühnenbildner und Designer, entwirft die Theorie einer „g-Kraft“, mit der sich ein Anwachsen von Komplexität beschreiben ließe, und Georg Syamken geht dem Zusammenhang zwischen der mittelalterlichen Bildhauerei und dem damaligen naturwissenschaftlichen Denken (in der Hochscholastik) nach. Der als Typograph und Meteorologe ausgebildete Ecke Bonk analysiert den Begriff „Information“ philosophisch und semiotisch.

Auch wenn Bogomir Ecker einräumt, solch eine Veranstaltung könne und müsse nicht unbedingt einen „roten Faden“ erkennen…

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