Titel: Dialog und Infiltration · von Jürgen Raap · S. 115
Titel: Dialog und Infiltration , 1999

Strategien

Wenn Künstler die Strategie einer „Selbstgenerierung“ verfolgen, ist die Distanz zwischen Beobachter und beobachtetem Objekt aufgehoben. Die Introspektion kann in der Kunst eine andere Qualität haben und andere Dimensionen umfassen als in der Forschung. So muß auch bei der künstlerischen Simulation nicht zwischen künstlich konstruierter Laborsituation und einem Feldversuch unter Real-Bedingungen unterschieden werden. Ironie und Absurdität sind ebenso legitime Mittel wie die reine Fiktion (die hier nicht mit „science fiction“ zu verwechseln ist). Damit soll natürlich auch vermieden werden, daß die wissenschaftlichen Strategien in der Kunst lediglich zu einer Imitation von Forschung führen – gleichwohl bleibt manches Mimikry.

Freilich stößt man ebenfalls auf Konzepte, die nicht nur Kommentare oder Gegenentwürfe zur wissenschaftlichen Grundlagenforschung sind: Vielmehr zielen die Strategien hier technologisch auf einen konkreten ökologischen Nutzen bzw. auf die Verwertung des ästhetische Endprodukts im Alltagsdesign.

Gemeinhin weichen Künstler jedoch gerne der methodischen Strenge oder Wissenschaft und ihrer hierarchisch-institutionellen Organisation aus. Sie schlüpfen in eine andere Rolle, aber sie geben die tradierte Künstlerrolle nicht wirklich auf.

Kostenfrei anmelden und weiterlesen:

  • 3 Artikel aus dem Archiv und regelmäßig viele weitere Artikel kostenfrei lesen
  • Den KUNSTFORUM-Newsletter erhalten: Artikelempfehlungen, wöchentlichen Kunstnachrichten, besonderen Angeboten uvm, jederzeit abbestellbar
  • Exklusive Merklisten-Funktion nutzen
  • dauerhaft kostenfrei

L_Test-Zugang