Magazin: Museen & Institutionen · von Peter Nesweda · S. 465
Magazin: Museen & Institutionen , 1995

Neueröffnung der KUNST.HALLE.KREMS

Seit Niederösterreich, Österreichs größtes Bundesland, mit St. Pölten eine eigene Landeshauptstadt bekommen hat, ist sein Bestreben um ein eigenes kulturelles Profil intensiviert worden. Um nicht wieder zentralistische Strukturen zu schaffen und vor allem, um den Tourismusmagnet „Wachau“ entsprechend zu nutzen, hat man sich dafür entschieden, die Kunsthalle des Landes Niederösterreich in Krems an der Donau zu errichten. Krems, in einer der schönsten Flußlandschaften Mitteleuropas gelegen, mit seinen Weinbergen und dem hervorragend erhaltenen Bestand an Bürgerhäusern aus dem Mittelalter besaß mit der Minoritenkirche in Stein, die 1797 säkularisiert worden war, bereits ein attraktives Ausstellungslokal. Die Idee, das Gebäude des alten Tabakwerks, nur 150 m von der Minoritenkirche entfernt, zu revitalisieren und so im bisher eher vernachlässigten Kremser Stadtteil Stein ein „Kunstquartier“ zu schaffen, stammt von Wolfgang Denk, dem künstlerischen Leiter der Kunsthalle Krems Bebriebsges.m.b.H. Gemeinsam mit Helmut Schäffer als Geschäftsführer ist es ihm gelungen, das Projekt in einer für österreichische Verhältnisse erstaunlich kurzen Zeit zu realisieren. Das wäre natürlich ohne die entsprechende Unterstützung der Kulturabteilung des Landes Niederösterreich nicht möglich gewesen. Es waren aber auch eine Reihe kluger Entscheidungen, wie die im Konzept vorgesehene „Stadterschließung“ durch Kunst, die eine Abwicklung eines solchen Großprojekts von der ersten Vorlage des Konzepts im Jahr 1990 bis zur Eröffnung des neuen Kunsthallengebäudes am 31. März 1995 begünstigten. Die mittelalterliche städtische „Landschaft“ und das Donauufer wurden als Bezugsfelder von Kunst und als identitätsbildend für die Kunsthalle definiert. Erste Fixinstallationen im Umfeld sind große Steinarbeiten von Tony Cragg und Ulrich Rückriem an der Donaulände sowie…

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