Ausstellungen: München · von Justin Hoffmann · S. 378
Ausstellungen: München , 1995

Justin Hoffmann

Parklandschaft

Parkgarage Gasteig, München, 23.9. – 16.10.1994

Die öffentliche Parkgarage ist eine Stätte des Übergangs. Sie ist die Schnittstelle zwischen Fahren und Gehen. Als Folge der Blechlawine in den Städten wurden Stellplätze von Automobilen in die unterirdische Parkgarage verbannt. Dementsprechend ungeliebt ist sie. Dieser Raum stinkt nach Abgasen und weist eine beängstigend niedrige Decke auf. Spezielle Abstellmöglichkeiten für Frauen deuten eine besondere Gefahr an. Auf innenarchitektonische Gestaltung wird weitgehend verzichtet, selbst wenn es sich um eine exquisite wie die Parkgarage des Gasteigs handelt.

Kunst in einer Tiefgarage kann bei solchen Voraussetzungen kaum den Zweck erfüllen, den Raum zu schmücken und angenehmer zu gestalten. In der Ausstellung „Parklandschaft“ lieferte sie Stellungnahmen, welche die Bedingungen dieses Ortes reflektieren und interpretieren. Dabei zielte sie auf zwei Arten von Publikum: auf den normalen Benutzer der Garage, der die verschiedenen Einrichtungen (VHS, Black Box, Philharmonie, Carl-Orff-Saal etc.) im Gasteig nutzte und somit kulturell besonders aufgeschlossen sein dürfte, und auf den speziell Kunstinteressierten, der durch die verschickten Einladungen und andere Ankündigungen auf dieses Projekt aufmerksam wurde.

Edgar Lorenz und Gesine Braun setzten sich mit der Situation speziell dieser Parkgarage auseinander und stellten in ihren Arbeiten Bezüge zum Konzert- und Bibliotheksbesucher her, der gewöhnlich in der Garage vorgefahren kommt. Lorenz überdeckte einen Teil des Bodens – etwas mehr als die Fläche eines Stellplatzes – mit einem Parkettboden, nicht ohne darauf die normalen Markierungslinien einzuzeichnen. Dieser Boden wurde wie eine Bühne beleuchtet und erschien in dem schmutzigen, von Reifenschmiere bedeckten Umfeld als seltsamer Fremdkörper, auf den zu fahren, sich kaum ein…

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