Ausstellungen: München · von Cornelia Gockel · S. 411
Ausstellungen: München , 1999

Cornelia Gockel

Roni Horn – »PI«

Staatsgalerie moderner Kunst, München, 30.4. – 27.6.1999

Der Himmel ist mit schweren Regenwolken verhangen. Eine Möwe zieht einsam ihre Kreise. Endlos erstreckt sich unter ihr das tiefe Blau des Europäischen Nordmeeres. Island, die zweitgrößte Insel Europas, südlich des Polarkreises gelegen, ist vor allem ein Naturereignis: zerklüftete Felsen, auf denen Schwärme von Seevögeln nisten, dunkle schroffe Lavafelder, weite Moorwiesen und Sümpfe. Diese wilde karge Landschaft ist für die New Yorker Künstlerin Roni Horn zu einer zweiten Heimat geworden. „Mein Island hätte überall sein können. Aber, wie sich herausstellte, paßte Island am besten zu meinen Bedürfnissen. In der Tat scheint es ein perfektes Gegenstück zu meiner Heimat New York zu sein“, erklärte sie in einem Interview: „Island ist der Ort, wo ich den klarsten Blick auf mich selbst und mein Verhältnis zur Welt habe. Mit klarstem Blick meine ich einen Blick, der nicht von sozialen Konventionen geprägt ist.“

Roni Horn entwickelte ihre Material- und Formensprache aus der Minimal Art. Bekannt wurde sie in den 80er Jahren durch ihre Skulpturen und Installationen, die das Verhältnis von Fragilität und Materialität zum Thema haben. 1975 reiste sie zum ersten Mal nach Island, wohnte in bescheidenen Unterkünften und erkundete die ihr fremde Lebenswelt. Sie begann mit Zeichnungen, fotografierte die bizarrgeformten Felsketten, die Seevögel, das Meer und die dort lebenden Menschen. Die Fotografie hat sich dabei als eigenständiges Medium in ihrem Werk etabliert. Seit 1990 arbeitet sie an ihrer bisher siebenteiligen Buchreihe „To Place“, in der sie die Besonderheiten der Insel festhält. In der Staatsgalerie…

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