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Ausstellungen: Ahlen · von Claudia Posca · S. 228 - 230
Ausstellungen: Ahlen ,

Ahlen
Timm Ulrichs

Nichts als Theater
Kunstmuseum Ahlen 25.06.– 17.09.2023

von Claudia Posca

Es ist kein Geheimnis: Timm Ulrichs, 1940 in Berlin geboren, 1961 durch Selbst-Ausstellung in einem Glaskasten zum „ersten lebenden Kunstwerk“ geworden, „Totalkünstler“ seither und laut Selbstportrait (Körper – Kunst – Objekt) von 1970 / 71 mit einer 18.360 Quadratzentimeter großen Haut ausgestattet, was einer imprägnierten Zeltplane der Maße 180 × 102 cm entspricht (= 18.360 Quadratzentimeter, Timm Ulrichs Körperoberfläche entsprechend), dazu noch Vertreter von Neo-Dada, Body-Art, Konzept- und Sprachkunst, langjähriger Professor für Bildhauerei an der Kunstakademie Münster bis 2005, inzwischen emeritiert, 83 Jahre alt und 2020 mit dem Käthe Kollwitz-Preis ausgezeichnet, ist dem Kunstmuseum Ahlen im westfälischen Münsterland seit vielen Jahren verbunden. Aktiv habe er zum Aufbau der hauseigenen, „im Umfang einmaligen Sammlung seiner Auflagenobjekte“ beigetragen, schreibt es Museumsdirektorin Martina Padberg im Katalogvorwort zur aktuellen Ausstellung, – stolz auf rund 100 Timm Ulrichs-Werke, Multiples und Unikate aus unterschiedlichsten Schaffensphasen, insgesamt und mittlerweile laut Künstleraussage das derzeit umfangreichste Konvolut in einem Museum. Was dann ja auch bedeutet, dass es die größte museale Sammlung zur Denkerweiterung des Kunstbegriffs vom Meister selbstinszenatorischer Concept Art zwecks Grenz- und Sparten-Verfransung ist.

Das neue Kunstverständnis mit der buchstäblich grenzenlosen Sympathie zu Leben und Tod, – in Ahlen ist Timm Ulrichs Asche verbrannter Kunstwerke 1969 / 70 zu sehen –, hatte der Künstler in den 1960er Jahren körper-sozial-plastisch vorangetrieben. Mal war Timm Ulrichs ein menschlicher Blitzableiter (1977 / 79), mal Findling für 10 Stunden in einem geschlossenen Stein (1978), – nicht minder konfrontativ als Joseph Beuys’ ikonische Idee…

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