Ausstellungen: Gent · von Renate Puvogel · S. 430 - 432
Ausstellungen: Gent , 1999

Renate Puvogel

Trafique

S.M.A.K extra muros, Gent, 3.4. – 16.5.1999

im Rahmen von (trans)Africa in Belgien

Angesichts der spektakulären Eröffnung des S.M.A.K. in Gent hat die internationale Öffentlichkeit kaum genommen, daß das Museum nahezu zeitgleich im Genter Stadtraum noch zwei weitere Veranstaltungen in Szene setzt. An sein grandioses innerstädtisches Kunstereignis „Chambres d’Amis“ von 1986 anknüpfend, hat der Chef des Hauses Jan Hoet zum einen 40 internationale Künstler damit beauftragt, Kunstwerke für Genter Eckhäuser zu entwickeln: „Over the Edges“. Die andere Ausstellung nennt sich „Trafique“ und hat die Begegnung von europäischen, bevorzugt belgischen, mit afrikanischen Künstlern zum Thema. Sie ist Teil eines gesamtbelgischen Unternehmens, das neben der Ausstellung auch Lesungen sowie Film-, Theater- und Tanzaufführungen veranstaltet.

Piet Vanrobaeys, Kurator der Ausstellung, hat 17 Künstler, darunter 12 Afrikaner eingeladen, an „Trafique“ mitzuwirken. Die Ausstellung findet sowohl in Innenräumen als auch auf der Straße statt und sie lädt ein in städtische Gebäude des historischen Stadtkerns, in eine Kneipe, ein Lädchen und ein Restaurant, führt zu einer Fabrik, einer Kirche, in ein ruinöses Wohnhaus und auf ein stillgelegtes Schiff. So pilgert der Kunstinteressent, den Lageplan in Händen, kreuz und quer durch die lebendige Stadt und lernt dabei Stadtviertel kennen, in die er normalerweise nicht gelangt. Was die Exponate angeht, so erhält man von den jungen WärterInnen nur unzureichende Auskunft, damit bleibt die angestrebte Kommunikation weitgehend auf der Strecke. Auch der Katalog bietet kaum detaillierte Hilfe vor Ort, weil er, wenig künstler- und bürgerfreundlich, lediglich ausführliche Bibliographien der Künstler aneinanderreiht und ansonsten mehrere Kunsthistoriker eingehend und gleich dreisprachig zu Wort…

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