59. Biennale Venedig Gespräche
Zhang Zikang
Die Digitalisierung der Natur
Heinz-Norbert Jocks: Wie kamst du auf den Titel „Yuan Jing“ (CN. 元境 ) (Meta-Landschaft) der von dir kuratierten Gruppenausstellung?
Zhang Zikang: Beim Lesen eines Textes des Wissenschaftlers Qian Xuesen zu einer Ausstellung über Kunst und Technologie fiel mir auf, dass er „Virtual Reality“ mit „Ling Jing“, also mit dem „Reich des Geistigen“ übersetzt, der ein chinesisches kulturelles Merkmal enthält. Im kulturellen Kontext bezieht sich das Wort „Yuan“ auf den Ursprung und die Unendlichkeit, während „Jing“ für „Poesie“ steht und überlagernde Bedeutungen hat, die mit der Entwicklung der Zeit interpretiert werden können. Für meine Ausstellung nahm ich den chinesischen Begriff für Natur, der sowohl eine physische Landschaft und Umgebung als auch einen Kontext für etwas Abstrakteres repräsentiert, als Ausgangspunkt.
Im Hinblick auf das Hauptthema der Biennale, bei dem es um den Kontext der Menschheit geht, wollten wir anhand des Begriffs der Landschaftsgestaltung in der chinesischen Kultur auf die Vergangenheit und die Zukunft in Form einer Loop zurückblicken. Wenn wir über Materie sprechen, so zielt dieser Begriff mitunter auf eine Überwindung der gegenwärtigen Situation. Wir sind in der Lage, die Gegenwart, die Zeit und ihre Zivilisationsperiode zu überschreiten, um etwas anderes zu sehen.
Lass uns unseren Rundgang mit der Außenskulptur beginnen.
Ihr Titel ist „Snowman“, und sie stammt von Wang Yuyang. Er hat ein Stück Literatur genommen, es in den Computer eingegeben, der es mittels eines Programms in einen Unified Code wie „0“ und „1“ umgewandelt hat. Dieser wird als eine Art Bestimmung…
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