59. Biennale Venedig: Gespräche
Zineb Sedira
Algerien in den besten Jahren
Heinz-Norbert Jocks: Deine Arbeit „Träume haben keine Titel“ besteht aus einem Film, Bühnenbildern und Dekoration.
Zineb Sedira: Ja, in einem Raum ist die Filmvorführung, und im anderen sind sämtliche Überbleibsel, Entwürfe und das Set-Design zu sehen, die wir für den Film verwendet haben. Dieser handelt von anderen Filmen. Bis auf einen, der aus den frühen 1980ern stammt, sind alle anderen aus den 1960er und 1970er Jahren. Sie alle befassen sich mit einem politischen Moment, als italienische, französische und algerische Filmemacher aus einem Antikolonialismus heraus ein großes Interesse an Zusammenarbeit verspürten. Sowohl aus politischer Verbundenheit als auch aus künstlerischer Neugierde.
Worum geht es in dem Film?
Um die kulturelle und politische Solidarität und die Freundschaft zwischen diesen Ländern. Das für seine vielen Filmproduktionen bekannte Algerien der 1960er Jahre war unter den afrikanischen und arabischen Ländern eines der ersten, das verstand, Geld in das politisch wichtige Kino zu stecken. Es wurden nicht nur Filme produziert, sondern auch Filmemacher aus kolonialisierten oder entkolonialisierten Ländern eingeladen.
Im Jahre 1964 kam es zur ersten internationalen Koproduktion zwischen Algerien und Italien, und 1965 erschien der berühmte Schwarzweiß-Film „Schlacht um Algier“ des italienischen Regisseurs Gillo Pontecorvo über eine Episode des algerischen Unabhängigkeitskrieges gegen Frankreich. Für Frankreich und Algerien interessiere ich mich, weil sie meine Identität sind, und für Italien, weil die dortige Filmszene stark in der antikolonialen Bewegung engagiert war.
Venedigs Filmfestival spielt in der Geschichte des politischen Kinos eine wichtige Rolle. Als „Die Schlacht um Algier“…
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