Kassel: AfD-Ratsherr attackiert Documenta-Obelisken

18. August 2017 · Kulturpolitik
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Am 5. September 2017 fällt im Kasseler Rathaus die Entscheidung, ob die Stadt den Documenta-Beitrag des Künstlers Olu Oguibe ankauft. Für den 16 m hohen Obelisken auf dem Königsplatz mit der Inschrift aus dem Matthäus-Evangelium „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt“ erhielt Oguibe den Arnold-Bode-Preis. Der „Arbeitskreis für Denkmalschutz und Stadtgestalt“ plädiert bei einem dauerhaften Verbleib der Skulptur allerdings für einen anderen Standort, wie der Historiker Dr. Christian Presche erläutert: „Der denkmalgeschützte Königsplatz ist jedoch so angelegt, dass er sechs gleichberechtigte Platzsegmente voraussetzt; nur dann kann er seine charakteristische Gelenkfunktion zwischen der Königsstraße und der Altstadt erfüllen.“ In einer Umfrage der HNA-Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen stimmten indessen „mehr als 60 Prozent“ der Befragten einem Verbleib auf dem Königsplatz zu. Im Kulturausschuss zeichnet sich auch schon eine deutliche Mehrheit für den Ankauf ab, lediglich die rechte AfD lehnt das Werk mit besagter Inschrift rundweg ab. Der AfD-Ratsherr Thomas Materner vergriff sich dabei allerdings gründlich im Ton und hetzte gegen die Skulptur als „ideologisch polarisierende, entstellte Kunst“. Dass sich in der Sprache das Denken offenbart, ist eine grundsätzliche These der Psycholinguistik, und so konterte der grüne Ratsherr Gernot Rönz laut HNA, „von ‚entstellter‘ Kunst sei es nicht weit bis zu ‚entarteter‘ Kunst“. www.documenta.de

Dazu in Band 248/249 erschienen:

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