Moskau: Verschiebung des Prozesses gegen Karnevalskünstler Tilly

29. Januar 2026 · Kulturpolitik

Gegen den Bildhauer, Kommunikationsdesigner und Karnevalist Jacques Tilly wurde Ende 2025 Anklage wegen Verunglimpfung der Armee in Russland erhoben. Tilly wird beschuldigt, mit seinen satirisch-kritischen Mottowagen bei Rosenmontagszügen unter anderem in Düsseldorf russische Staatsorgane herabgewürdigt zu haben.

Tilly gestaltete bereits mehrere Wagen des Karnevals mit Bezug auf Präsident Wladimir Putin. So zeigt ein Wagen beispielsweise eine Figur, die wie Putin anmutet, mit Handschellen oder in Blut badend. Nun ist er dafür angeklagt, doch das Strafverfahren wurde aktuell von der russischen Justiz verschoben. Laut einem Gerichtssprecher seien Zeugen, die Teil des Verfahrens sind, wohl nicht erschienen, sodass der 62-jährige Jacques Tilly weiterhin auf sein Urteil warten muss. Der Künstler kündigte an, seine kremlkritische Arbeit fortzuführen, sodass auch in diesem Jahr ein Karnevalswagen mit Putin als Motiv zu erwarten ist. Verschiedene Politiker*innen, wie unter anderem der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Hendrik Wüst, zeigten Solidarität mit Tilly.


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