München: Sommer 1937

11. Juli 2017 · Museen & Institutionen
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Vom 18. Juli bis zum 4. Februar 2018 zeigt die Archiv Galerie im Haus der Kunst München eine neue Präsentation „München, Sommer 1937“. Schwerpunkte sind die damalige „Große Deutsche Kunstausstellung“ und der Begriff „Entartete Kunst“. Geistiger Urheber dieses Begriffs ist Kaiser Wilhelm II., der 1901 in seiner „Rinnsteinrede“ gegen die moderne Kunst wetterte: „Eine Kunst, die sich über die von Mir bezeichneten Gesetze und Schranken hinwegsetzt, ist keine Kunst mehr…“ Der thüringische Innenminister Wilhelm Frick (NSDAP) ließ 1930 aus dem Weimarer Stadtschloss moderne Kunst entfernen; und er prägte im gleichen Jahr den Begriff „entartete Kunst“ in seinem berüchtigten Erlass „Wider die Negerkultur für deutsches Volkstum“. Schon 1933 belegten die Nazis die öffentlichen Museen mit einem Ankaufsverbot; nur noch „deutsche Kunst“ durfte fortan in öffentliche Sammlungen Eingang finden, und 1936 wurde dieses Verbot der Moderne noch ausgeweitet: Werke von Kubisten, Dadaisten oder Expressionisten wurden nun aus den Museen beschlagnahmt und ab 1937 in der Wanderausstellung „Entartete Kunst“ gezeigt oder zwecks Devisenbeschaffung ins Ausland verkauft. „1937 brachten die Nationalsozialisten ihr kulturpolitisches Programm durch zwei vollkommen unterschiedliche Ausstellungen zum Ausdruck: Auf der einen Seite mit der ersten „Großen Deutschen Kunstausstellung“ im Haus der Deutschen Kunst, auf der anderen Seite mit der Ausstellung ‚Entartete Kunst‘ im Hofgarten. In Gehentfernung voneinander, am 18. bzw. 19. Juli 1937 eröffnet, war mit diesen beiden Ausstellungen die von den Nationalsozialisten gebrandmarkte Kunst der Avantgarde und als Gegenprogramm die von ihnen bevorzugte und verbreitete Kunst gleichzeitig zu sehen. Die Schau ‚Entartete Kunst‘ wurde kurzfristig organisiert. Sie basierte auf der Konfiszierung von etwa 650 Werken der klassischen Moderne aus den Sammlungen von 32 deutschen Museen. Joseph Goebbels hatte angeordnet, diese Propagandaausstellung als gezielte Kontrastveranstaltung zur ersten ‚Großen Deutschen Kunstausstellung‘ in München stattfinden zu lassen. Und erst knapp zwei Wochen vor der Eröffnung ermächtigte er den Maler und Präsidenten der Reichskammer der bildenden Künste Adolf Ziegler mit einer Kommission, die dafür nötigen Werke sicherzustellen.“ www.hausderkunst.de

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